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Die 9 bekanntesten Mythen über Menstruationstassen

Kann die Menstruationstasse in der Vagina verschwinden? Wir klären Sie über die gängigsten Legenden rund um den Menstruationscup auf.

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Die Mythen über die Menstruationstassen ranken sich, doch wir klären nun alle auf.
gregory_lee / iStock

Die einen lieben sie, die anderen haben es noch nicht probiert: Die Menstruationstasse. Kaum ein Hygieneprodukt für die blutigste Zeit im Monat einer Frau ist im Moment so beliebt. Umweltfreundlich, kostengünstig und gesund: Diese Vorteile werden mit dem kleinen Cup für die Vagina verbunden. Dennoch ranken sich viele Unwahrheiten und Mythen über die Menstruationstasse. Damit ist jetzt Schluss: Wir klären Sie über die neun gängigsten Legenden auf.

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Wie funktioniert die Menstuationstasse?

Wer noch nie eine Menstruationstasse benützt hat, kann es sich in etwa wie ein kleines Cocktailglas aus medizinischem Silikon vorstellen. Die Tasse wird in verschiedenen Größen und Formen hergestellt, damit sich das Hygienemittel optimal an die Scheide der Frau anpassen kann.

  • Bevor der Mens-Cup in der Scheide platziert wird, wird er gefaltet und tief eingeführt. In der Vagina öffnet sich die Tasse und ein Vakuum entsteht. So wird das Blut bis zu 12 Stunden lang aufgefangen.
  • Damit man die Tasse wieder entnehmen kann, muss der Unterdruck gelöst werden, indem man mit den Fingen den Cup zusammendrückt und dann langsam aus der Scheide zieht. Das Einführen und Herausnehmen der Tasse klappt nach circa zwei bis drei Zyklen wie von selbst.
  • Je nach Hersteller ist die Tasse bei guter Hygiene bis zu 10 Jahre haltbar. Das nachhaltige Produkt hat ebenfalls den Vorteil, die Vagina im Vergleich zu Tampons, nicht auszutrocknen und daher Pilzinfektionen zu vermeiden.

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Das "Saubermachen" der Tasse ist mühsam

Jein. Zu Beginn ist das Ausleeren des Mens-Cups etwas gewöhnungsbedürftig. Viele Frauen haben Bedenken, da man im Vergleich zu Tampons die Periode in ihrer natürlichen Form sieht. Dennoch bietet der "direkte Kontakt" viele Möglichkeiten, da man mit Hilfe des Cups die Farbe und die Menge des Blutes gut verfolgen kann.

Der Cup muss auch nicht jedes mal mit fließenden Wasser gereinigt werden (das ist oft auf öffentlichen Toiletten nicht möglich):

  • Hier reicht es entweder eine Flasche Wasser mitzunehmen und den Cup über der Toilette abzuspülen oder das restliche Blut mit etwas Toilettenpapier abzuwischen.
  • Eine hygienischere Alternative zum Toilettenpapier sind spezielle Feuchttücher, die sich für die Reinigung der Tasse eignen.
  • Nach jedem Zyklus wird der Mens-Cup für 5-10 Minuten in kochendem Wasser sterilisiert.

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Billige Tassen sind genauso gut wie teure

Falsch! Die meisten Cups bewegen sich in einem Preisverhältnis von 20 Euro aufwärts. Für viele Frauen ist dies ein "kleines Vermögen", doch bedenken sie dabei nicht, dass sich die Anwendung des Cups im Vergleich zu Binden und Tampons wesentlich mehr rentiert. Bei Produkten unter 20 Euro sollte unbedingt auf die Inhaltsstoffe der Tasse geachtet werden, da es sich hierbei um billiges Kunststoff handeln könnte und nicht hochwertiges medizinisches Silikon.

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Kann die Tasse verrutschen oder stecken bleiben?

Nein! Der Scheidenkanal ist relativ kurz und eng, weshalb es absolut nicht möglich ist, dass der Cup verloren geht. Das heißt, die Tasse kann nicht in der Gebärmutter verschwinden, da sie vom Muttermund abgehalten wird. Falls Sie demnächst Probleme damit haben, den Cup zu entfernen, dann achten Sie darauf, dass Sie sich entspannen und die Tasse fest mit ihren Fingern greifen. Mit etwas Übung, werden Sie damit keine Probleme mehr haben.

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Frauen mit starker Blutung können keine Tasse benützen

Falsch! Gerade Frauen mit einer stärkeren Periode können von dem Cup profitieren. Durch sein großes Fassvermögen hält die Tasse länger als ein herkömmlicher Tampon und muss daher nicht so oft gewechselt werden. Das ist mit einer Tragedauer von bis zu 12 Stunden besonders während eines langen Arbeitstages praktisch. Aber Achtung: Lassen Sie die Tasse nicht länger als die empfohlene Tragezeit in Ihrem Körper, da es sonst zu Infektionen kommen kann.

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Ist der Mens-Cup auch für Jungfrauen geeignet?

Ja! Mittlerweile gibt es viele Hersteller, die Menstruationstassen auch für Jungfrauen anbieten. Es empfiehlt sich die kleinste Größe der Tasse zu verwenden und möglicherweise auch mit dem Frauenarzt über die Einführweise zu sprechen. Wichtig: Wie auch bei großen Tampons besteht hier die Möglichkeit, dass das Jungfernhäutchenverletzt wird.

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Frauen, die mit der Spirale verhüten, dürfen keine Tasse anwenden

Jein. Prinzipiell können Sie bedenkenlos den Mens-Cup mit einer eingesetzten Spirale oder Kette verwenden, jedoch sollten Sie dabei auf bestimmte Dinge achten:

  • Sitzt die Spirale richtig im Scheidenkanal, dann sollte der Spiralenfaden unbedingt in der Tasse sein. Klemmt die Tasse den Faden mit ihren Rädern ab, könnte an der Spirale gezogen werden.
  • Fahren Sie nach dem Einführen des Cups mit Ihrem Finger um den Tassenrand. So können Sie sicherstellen, dass nirgends der Faden eingeklemmt ist. Falls Sie das Einklemmen durch die Tasse vermeiden wollen, dann bitten Sie Ihren Frauenarzt, den Spiralenfaden abzukürzen.
  • Achten Sie auf die Länge Ihres Fadens und kontrollieren Sie immer, ob er Ihnen länger vorkommt als sonst. Hier könnte der Fall sein, dass sich die Spirale verschoben hat.
  • Zwar reicht der Unterdruck in der Vagina nicht aus, um die Spirale vollständig "herauszuziehen", dennoch sollten Sie beim Herausnehmen des Cups zuerst immer den Unterdruck lösen und nicht zu fest daran ziehen.

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Kann man mit der Mens-Tasse schwimmen gehen?

Natürlich! Der Cup ist beim Schwimmen sogar sehr praktisch, da hierbei kein kleiner blauer Faden aus dem Bikinihöschen rausschauen kann. Im Gegensatz zum Tampon saugt sich die Tasse auch nicht mit dem Badewasser voll und muss daher nicht so häufig gewechselt werden. Leeren Sie am besten Ihren Cup vor dem Badespaß aus, dann können Sie die nächsten Stunden entspannt im Wasser genießen.

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Man kann den Menstruationscup beim Sex in der Scheide lassen

Falsch! Zwar ist es schon möglich mit dem eingeführten Cup Geschlechtsverkehr zu haben, doch angenehm wird es auf jeden Fall nicht sein. Beide Partner werden die Tasse während des Akts spüren und durch die Stoßbewegungen des Penis kann der Cup zusammengedrückt werden. Ist das Vakuum einmal aufgelöst, wird die Tasse undicht. Oralverkehr kann mit der Tasse problemlos praktiziert werden, da durch den festen Sitz auch kein Blut ausrinnen kann.

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Das Toxische Schock Syndrom (TTS) tritt nur bei Tampons auf

Falsch! Zwar gab es bisher noch keinen nachweisbaren Fall von TTS bei Mens-Tassen, dennoch sollen Sie die Gefahr nicht unterschätzen. Das Toxische Schock Syndrom ist eine akut auftretende Erkrankung, die durch Bakterien verursacht wird. Wird es nicht rechtzeitig behandelt, kann es sogar zum Tod kommen.

  • Obwohl das Phänomen bisher nur bei Tampons bekannt war, entdeckten amerikanische Forscher, dass die verursachenden Bakterien auch in den Mens-Cups vorkommen können.
  • Um eine möglichen TSS-Erkrankung zu verhindern, sollten Sie die Tasse regelmäßig abkochen und sie auch unterwegs sauber halten.

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