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Shitstorm: Australische Bindenwerbung zeigt erstmals Periodenblut

Das australische Unternehmen Libra zeigt in seiner Werbung für Binden und Tampons erstmals Menstruationsblut. Dies löste einen gewaltigen Shitstorm aus.

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Eine australische Werbung für Binden zeigt erstmals Periodenblut. Dies löst einen Shitstorm aus.
Alina Indienko / iStock

In Tampon- und Bindenwerbungen wird die Menstruationsblutung meist in Form einer blauen Flüssigkeit dargestellt. Nun sorgt eine australische Werbung für Aufregung, weil sie "Menstruationsblut" zeigte.

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Realitätsnahe Werbung

Tampons, Binden, Menstruationstassen & Co.: Die Auswahl an Hygieneprodukten während der Regelblutung ist riesig. Die dazugehörigen Werbeclips werden im TV und online regelmäßig ausgestrahlt, doch ein wichtiger Aspekt fehlt: In keiner einzigen Werbung wird rote Flüssigkeit für die Darstellung der Menstruationsblutung verwendet. Meist dient blaue Flüssigkeit als "Anschauungsmaterial", um die Saugfähigkeit zu demonstrieren. Doch ist das wirklich realitätsnah? Auf keinen Fall!

Das dachte sich auch der australische Tampon- und Bindenhersteller Libra, der sich mit seiner Kampagne "Blood Normal" für die Akzeptanz und Normalisierung von Regelblutungen einsetzt. Daher zeigt das Unternehmen in seinem neuem Werbespot keine lächelnden Frauen beim Sport, sondern reale Alltagssituationen:

  • Eine Frau, die beim Abendessen mit Freunden laut fragt, ob ihr jemand eine Binde geben kann. Ein junges Mädchen, das mit einer Binde in der Hand auf die Toilette geht oder ein junger Mann, der das Produkt in einem Supermarkt kauft.
  • Die Szene von einem Pärchen, das während der Periode Sex hat, bricht zudem ein großes Tabu – sowie die Nahaufnahme eines mit Menstruationsblut verschmierten Beines.
  • Auch der realistische "Bindentest", der mit einer roten Flüssigkeit durchgeführt wird, zeigt, wie Binden beim Einsatz während der Regelblutung wirklich aussehen.
  • Mit dem anschließenden Slogan "Periods are normal. Showing them should be too" (Perioden sind normal. Es sollte auch normal sein, sie zu zeigen.) setzt Libra ein klares Statement.

In dem rund zwei Minuten langen Werbespot sitzen die Schauspielerinnen mit schmerzverzerrten Gesichtern (Annahme: Darstellung von Periodenschmerz) vor der Kamera. Eine angenehme Abwechslung zu den herkömmlichen und vor allem unrealistischen Werbeclips: 

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Shitstorm & Beschwerden an Werberat

Die Blood-Normal-Werbung wurde in Australien zur "Prime Time" ausgestrahlt. Das war für die meisten Zuschauer zu viel: Laut der Marketing-Chefin Laura Demarchi, beschwerten sich über 600 Personen über die Perioden-Werbung. Sogar der australische Werberat wurde einbezogen, da der Inhalt des Werbespots für Kinder ungeeignet und zudem frauenfeindlich sei.

Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtete, wies der australische Werberat die Beschwerden zurück. So verstieß die "Darstellung von Blut im Rahmen einer Werbung für Damenhygieneprodukte" nicht gegen die Gesundheitsstandards. Auch in Bezug auf die Kindersicherheit wurde seitens der Watchdogs keine offensichtliche Gefahr festgestellt, da die "Darstellung in der Werbung, eine genaue Darstellung eines tatsächlichen physischen Ereignisses ist".

Libra hat mit ihrer Kampagne alles richtig gemacht, denn bis heute schämen sich viele Frauen über ihre Periode zu sprechen. Die Zeiten des "den Tampon heimlich im Hemdärmel verstecken und in die Toilette huschen" sollten vorbei sein. Trotz Periodenschmerzen, Unwohlsein etc. vollbringen menstruierende Frauen täglich großartige Dinge – und das, obwohl sie aus ihrer Vagina bluten.

 

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