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"Die Vagina ist nach der Geburt weiter." Stimmt das?

Viele fürchten, die Vagina würde sich nach der Geburt zum Schlechteren verändern. Wir räumen mit gängigen Medizinmythen auf.

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Ist die Vagina nach der Geburt weiter?
Anatoliy Sizov / iStock

Eine Schwangerschaft wirft viele Fragen auf, der Gedanke an die bevorstehende Niederkunft des Babys erst recht – und eine Frage beschäftigt so ziemlich alle: Ist die Vagina nach der Geburt weiter als vorher? Und wird sie jemals wieder normal? Wir gehen verbreiteten Mythen auf den Grund und räumen mit Irrtümern auf.

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Vagina dehnt sich aus – für immer?

"Ist die Vagina nach der Geburt ausgeleiert?" zählt definitiv zu den Fragen, die sich viele Frauen (und auch Männer) stellen. Die Frage ist durchaus berechtigt, immerhin kursieren wilde Gerüchte und Horrorszenarien um den postnatalen Zustand, der "untenrum" herrscht. Schlaflose Nächte und das schreiende Baby sorgen ohnehin für sexuelle Unlust, da soll nicht auch noch die Anatomie einen Strich durch die Rechnung machen. Viele Frauen entscheiden sich daher für einen Wunschkaiserschnitt, um im Genitalbereich keine Veränderungen und keinen Dammriss oder andere Geburtsverletzungen zu riskieren.

Doch keine Sorge, wir können Entwarnung geben:

  • Der Beckenboden besteht aus mehreren Schichten Muskulatur, Bändern und Bindegewebe; diese werden während der Geburt massiv beansprucht.
  • Der durchschnittliche Kopfumfang eines Neugeborenen beträgt 35 cm.
  • Obwohl sich das Gewebe weit dehnt, kehrt die Vagina bereits kurz nach der Geburt wieder weitgehend wieder in den Normalzustand zurück.
  • Lediglich der Scheidenkanal kann sich nach der Geburt verändern, jedoch nicht, wie viele glauben, im Durchmesser, sondern in der Struktur. Das Gewebe kann sich anders anfühlen, aber eben nicht unbedingt schlechter.
  • Ein veränderter Scheidenkanal hat keinerlei Auswirkungen auf das Sexualleben, die Frau kann es lediglich beim Einführen eines Tampons während der Periode bemerken.

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Rückbildungsgymnastik spielt große Rolle

Generell dehnt sich der Geburtskanal in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Geburt wieder zurück. Ein trainierter Beckenboden und Rückbildungsgymnastik beugen nicht nur Inkontinenz vor, sondern unterstützen das Gewebe dabei, sich schneller und besser zu erholen und sich – wie der Name schon sagt – zurück zu bilden.

Neben genitalen Veränderungen können auch Geburtsverletzungen das Sexleben junger Eltern vor Herausforderungen stellen. Vorbeugen können werdende Mütter durch Geburtsvorbereitungen wie HypnoBirthing oder Akupunktur sowie eine selbstbestimmte Geburt (Geburtsplan erstellen, mit der Hebamme über Wünsche und Abläufe sprechen).

Fazit: Es ist ein Mythos, dass die Vagina nach der Geburt erweitert bleibt. Regelmäßiges Beckenbodentraining beschleunigt die Rückbildung.

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