Ernährung

7 Gründe für eine gestörte Verdauung

Unser Darm reagiert sensibel auf unseren Lebensstil und gewisse schlechte Gewohnheiten. Hier finden Sie 7 Gründe für Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Co.

  • Drucken
Eine gestörte Verdauung kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden.
PeopleImages / iStock

Verdauungsstörungen gehören für viele Menschen zum Alltag. Für ständiges Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall können durchaus Krankheiten wie Morbus Crohn, Zöliakie oder ein Reizdarmsyndrom verantwortlich sein, dies ist jedoch nur selten der Fall. Vorrangig sind bestimmte Lebensstilfaktoren schuld, wenn der Darm Probleme macht. Folgende sieben Ursachen stecken häufig hinter Schwierigkeiten mit der Verdauung.

Mehr dazu: 6 Gewürze für den Magen

Schlechte Ernährung

Der wichtigste Verdächtige, wenn es um eine unausgeglichene Darmflora geht. Ballaststoffarme, zucker- und fettreiche Lebensmittel schwächen die Verdauung, lassen schädliche Keime im Darm gedeihen und die nützlichen zurückgehen.

  • Unangenehme Folgen wie Blähungen oder ein träger Darm können daraus resultieren. Greifen Sie zu enzymreicher, "lebendiger" Nahrung wie zu frischem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten oder fettarmem Eiweiß.
  • Der Darm freut sich außerdem über eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung. Sprudelnde Softdrinks oder Kaffee mit viel Kuhmilch und Zucker mag er hingegen gar nicht.
  • Zudem ist es wichtig, wie wir unsere Nahrung aufnehmen. Die Verdauung beginnt schon im Mund mit dem Einspeicheln der Nahrung. Das Herunterschlingen von großen Bissen erschwert die Verdauung, provoziert Aufstoßen, Sodbrennen und einen Blähbauch. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und kauen Sie jeden Bissen bis zu 30 Mal.

Mehr dazu: Achtsam essen und genießen

Antibiotika

Antibiotika sind enorm wichtige Medikamente, die aus unserer medizinischen Versorgung nicht mehr wegzudenken sind.

  • Leider hemmen oder töten sie nicht nur die für uns schädlichen Bakterien, sondern greifen auch die gesundheitsförderlichen Mikroorganismen an. Daher kommt es im Zuge einer Antibiotika-Einnahme oft zu Durchfall.
  • Um eine Störung der Darmflora durch Antibiotika zu verhindern, empfiehlt es sich, zusätzlich eine Kur mit Probiotika aus der Apotheke durchzuführen. Diese können dabei helfen, die Population an "guten" Keimen und somit eine reibungslose Verdauung zu erhalten.
  • Als gutes Hausmittel hat sich hier auch das Joghurt bewährt. Dieses sollte jedoch mit ein paar Stunden Abstand zum Antibiotikum verzehrt werden, da Milchprodukte die Wirkung des Medikaments beeinträchtigen können.

Mehr dazu: Gesundheitlicher Aufbau nach Antibiotika

Stress

Stress schlägt uns nicht nur auf den Magen, sondern auch auf den Darm. Wenn wir gestresst sind, pumpt der Körper das Blut aus der Körpermitte, also weg vom Verdauungssystem, in unsere Gliedmaßen.

  • Das ist ein Überbleibsel aus der Evolution, denn gut durchblutete Beine lassen uns schneller vor potentiellen Gefahren flüchten. Dauerstress bedeutet also eine ständige Minderdurchblutung der Organe im Bauch, weniger Magensekret wird produziert.
  • All das schadet der Gesundheit des Darms. Ist der Darm aus den Fugen, kann sich das auch auf den Rest des Körpers und die Psyche auswirken. Studien zeigen, dass hinter Depressionen, Migräne oder Akne eine schlechte Verdauung mitverursachend sein kann.
  • Versuchen Sie Ihr alltägliches Stresslevel durch gezielte Auszeiten, Sport, Meditation oder Aufenthalte an der frischen Luft zu senken. Ihrem Bauch zuliebe!

Mehr dazu: Studie: Frau + Stress = mehr Gewicht

Zu wenig Fermentiertes

Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Tempeh oder Kombucha enthalten aufgrund ihres Herstellungsprozesses natürliche Probiotika, welche die Darmgesundheit unterstützen. Erweitern Sie Ihren Speiseplan mit diesen Produkten.

Alkohol

Alkohol ist ungesund, das ist bekannt. Vor allem regelmäßig und im Übermaß genossen, schaden Wein, Schnaps und Co. unseren Organen. Dass dieser kurzfristig jedoch nicht nur Übelkeit verursachen kann, wissen viele nicht:

Mehr dazu: 5 Anzeichen, dass Sie Alkohol nicht vertragen

Übertriebene Hygiene

Kinder, die auf dem Land aufwachsen und viel Kontakt zu Stalltieren haben, entwickeln häufig ein besseres Immunsystem und seltener Allergien, als Kinder, die in einem städtischen und eher sterilen Umfeld groß werden.

  • Das liegt daran, dass Letztere mit einer geringeren Vielfalt von Mikroben konfrontiert werden, welche die Grundlage für eine gesunde Darmflora und gute Abwehrkräfte bilden.
  • Neben dem Umfeld, in dem wir als Kind aufgewachsen sind, spielt auch die persönliche Hygiene eine Rolle. Menschen, die sich ständig die Hände desinfizieren, kommen mit weniger guten Keimen in Kontakt.
  • Der Inhaltsstoff Triclosan, der häufig in Desinfektionsmitteln vorkommt, steht außerdem unter Verdacht, Antibiotikaresistenzen zu fördern.
  • Fazit: Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, übertreiben Sie es jedoch nicht mit der Nutzung von chemischen Reinigungsmitteln.

Mehr dazu: Experiment: So wichtig ist Händewaschen

Die Antibabypille

Orale hormonelle Verhütungsmittel werden nicht nur mit dem vermehrten Auftreten von Depressionen in Verbindung gebracht, auch der Darm leidet unter der täglichen Dosis an künstlichen Hormonen.

  • Diese können die Aufnahme von Nährstoffen wie Zink, Folsäure oder Vitamin B12 hemmen und uns aufgrund des Östrogens anfälliger für Hefepilze machen.

Noch mehr zum Thema auf Netdoktor.at: Darmgesundheit 

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Luise Hanson sagt:

    Ich habe seit einiger Zeit ziemliche Verdauungsprobleme. Bei mir kann es wirklich daran liegen, dass ich nicht ausreichend Wasser trinke und auch viel Stress habe. Was mir hilft, ist der tägliche Verzehr einer Trockenpflaume.