Ernährung

Stimmt das? "Bier auf Wein, lass es sein."

"Wein auf Bier, das rat ich dir!" Viele Feierfreudige orientieren sich an diesem Sprichwort. Doch was ist dran?

  • Drucken
Bier und Wein
fotek / iStock

Wer hat beim Ausgehen noch nicht diesen Spruch von einem Freund gehört: "Bier auf Wein, lass es sein. Wein auf Bier, das rat' ich dir!" Wer sich an dieses Sprichwort hält, soll einen schlimmen Kater verhindern. Doch gibt es für diesen Spruch tatsächlich eine wissenschaftliche Grundlage?

Mehr dazu: Ist Bier ein ungesunder Dickmacher?

Überraschung: Der Spruch hat gar nichts mit Alkohol zu tun

Das Sprichwort, dass so viele auf das Trinkverhalten beziehen, hat eigentlich gar nichts mit Alkohol zu tun.

  • Es handelt sich um eine Metapher über den sozialen Status.
  • Im Mittelalter tranken arme Leute billiges Dünnbier, da dieses weniger Keime enthielt als Wasser.
  • Wein war das Getränk reicher Leute, da dieser teurer war.
  • Hat jemand also einmal den sozialen Status erreicht, der ihm erlaubt, kostspieligen Wein zu trinken, sollte er nicht wieder auf Bier umsteigen.
  • Dies würde nämlich einen sozialen Abstieg bedeuten, was man der Person nicht raten würde.

Mehr dazu: Darum hat man einen 2 Tage langen Kater

Alkohol mischen: Ist das ratsam?

Der Sinnspruch ist also ursprünglich nicht so gemeint gewesen, wie er heute verstanden wird. Viele verschiedene Sorten von Alkohol zu mischen, ist allerdings tatsächlich nicht ratsam.

  • Wenn wir unterschiedliche alkoholische Getränke wahllos runter schütten, tendieren wir dazu, mehr zu trinken.
  • Die verschiedenen Geschmackserlebnisse bringen Abwechslung in den Trinkabend und man verliert nicht so schnell die Lust am trinken.
  • Mischt man etwa Spirituosen, Cocktails, Liköre etc. miteinander, gelangt durch den hohen Zuckergehalt der Alkohol schneller ins Blut.
  • Beim Mischen sind dann viele verschiedene Gerbstoffe vorhanden, was tatsächlich zu einem schlimmeren Kater führen kann.

Mehr dazu: Ein Glas Wein in der Schwangerschaft? Besser nicht!

Das beeinflusst tatsächlich die Stärke des Katers

Jedoch sollte das alleinige Mischen von Bier und Wein nicht die gleichen Auswirkungen haben, wie das wilde Durcheinandertrinken von Mixgetränken.

  • Da Bier mehr Kalorien hat als Wein, kann dieses, wenn vorher getrunken wird, eine kalorische "Unterlage" für den Wein bieten. Bier ist im Gegensatz zu Wein auch das bekömmlichere Getränk. Zuerst Bier und dann Wein zu trinken macht also durchaus Sinn. Dennoch:
  • Die Getränke vermischen sich im Magen ohnehin.
  • Worauf es wirklich ankommt, ist die Menge und die Qualität des Alkohols.
  • Je qualitativ hochwertiger der Alkohol ist, umso besser verträglich ist er.
  • Schlechter oder billiger Alkohol kann Spuren von Methanol enthalten, welches für den Körper in hohen Dosen giftig ist. Bei einer unsauberen Destillation kann es in sehr geringen Mengen noch vorhanden sein, was die verstärkten Katersymptome verursachen kann.
  • Alkohol dehydriert den Körper auch, was ebenfalls zu Katersymptomen führt. Je mehr man trinkt, desto schlimmer wird dann der Kater. Logisch.
  • Bei süßen, billigen Weißweinen werden oft auch Schwefeldioxid bzw. Sulfite zugesetzt, auf die viele Menschen empfindlich reagieren.

Fazit: Ob man nun Wein oder Bier zuerst trinkt, hat weitestgehend keine Auswirkungen auf den Kater. Dennoch sollte man vom wilden Mixen alkoholischer Getränke Abstand nehmen und beim Trinken auf Qualität setzen. Besser noch: Generell selten oder gar nicht trinken…

Mehr dazu: Alkohol während der Periode verschlimmert Schmerzen

letztes Update:

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.