Ernährung

Was ist die Candida-Diät?

Wenn der Hefepilz Candida albicans im Darm überwuchert, kann es zu Beschwerden und Schwierigkeiten beim Abnehmen kommen. Wie Sie den Pilz mit der Candida-Diät zurückdrängen, lesen Sie hier.

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Was ist die Candida-Diät?
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Bei der Candida-Diät steht nicht unbedingt der Gewichtsverlust, sondern eine gesunde Darmflora im Fokus.

Dabei wird für längere Zeit auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, was dazu führt, dass der Hefepilz im Bauch nicht weiter wuchert bzw. zurückgedrängt wird. Blähungen, Völlegefühl oder Verstopfung werden reduziert, als praktischer Nebeneffekt erfolgt bei disziplinierter Durchführung auch der Verlust des ein oder anderen Kilos.

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Überblick: Darum geht's bei der Candida-Diät

Sie sind an der Candida-Diät interessiert? Dann sollten Sie das auf jeden Fall wissen:

  • Der Hefepilz Candida albicans kommt in jedem gesunden Organismus vor.
  • Er sitzt im Darm, aber auch an den Mundschleimhäuten.
  • Probleme entstehen nur, wenn Candida überwuchert.
  • Wissenschaftliche Beweise für die Candida-Diät existieren nicht, trotzdem schwören viele auf das Konzept.
  • Am wichtigsten ist eine zuckerarme Ernährung, die Einnahme von Probiotika sowie von Antimykotika, die den Pilz stoppen. Letztere werden vom Arzt verordnet.
  • Die Candida-Diät ist als eine Art Kur zu verstehen, die für einige Wochen durchgeführt werden kann.
  • Länger als vier Wochen sollte sie nicht andauern.

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Pilz-Alarm im Darm

In unserem Darm herrscht stets reges Treiben: Millionen von Bakterien leben in einem empfindlichen Ökosystem, das aus nützlichen Keimen und schädlichen Erregern besteht. Befinden sich die Guten unter den Mikroorganismen in der Überzahl, können uns die Schlechten nichts anhaben. Wenn wir wegen einer Erkrankung Antibiotika einnehmen müssen, uns über längere Zeit unausgewogen ernähren oder sehr viel Stress haben, kann die Darmflora, das sogenannte Mikrobiom, aus dem Gleichgewicht kommen. Dabei vermehren sich nicht nur ungünstige Bakterien im Darm, sondern auch der Hefepilz Candida. Die Folgen davon sind unterschiedlich.

Viele klagen über:

Sollten Sie plötzlich unter mehreren dieser Beschwerden leiden, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, um andere Krankheiten auszuschließen. Ansonsten lohnt es sich, dem Darm anhand der Candida-Diät eine Auszeit zu gönnen. Im Zentrum steht eine Entlastung der Verdauung und eine Harmonisierung des Mikrobioms.

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Was ist erlaubt, was nicht?

Die Diät wird von der sogenannten Cleansing-Phase eingeleitet, die drei bis fünf Tage dauert. In dieser Zeit sollten Sie komplett auf Zucker verzichten und Kohlenhydrate inklusive sehr stärkehaltiges Gemüse sowie zuckerreiches Obst vermeiden.

Stattdessen sollten viel Salat, gesunde Fette, Eiweißreiches wie Tofu oder Eier auf dem Speiseplan stehen. Trinken Sie ausschließlich Wasser oder ungesüßten Tee. Wird eine übermäßige Candida-Besiedelung von einem Arzt vermutet, so wird er ein pilzhemmendes Medikament (Antimykotikum) verschreiben. Zusätzlich gibt es Probiotika in der Apotheke, die den Darm mit nützlichen Bakterien besiedeln.

Nach der Cleansing-Phase startet die richtige Candida-Diät. Was in dieser Zeit zum Beispiel erlaubt ist und was nicht, entnehmen Sie der Tabelle:

Erlaubte LebensmittelDarauf sollten Sie verzichten
PaprikaHaushaltszucker
Kohlraffiniertes Getreide
KarottenFertigprodukte
Fenchelfette Milchprodukte
Zucchinigehärtete Fette
MelanzaniSoftdrinks
OrangenAlkohol
KiwiKoffein
HimbeerenWeißbrot
ErdbeerenSchokolade
RoggenKuchen
QuinoaBananen
Vollkorn-KnäckebrotÄpfel
Nüsse, SamenSchweinefleisch
PflanzenölWurstwaren
TofuBrat- und Backfett
EierSojasoße
Frischer Fisch und GeflügelFischkonserven

Abnehmen steht nicht im Vordergrund

Durch den Verzicht auf die "verbotenen" Lebensmittel und den Verzehr vieler gesunder Mahlzeiten werden Sie automatisch an Gewicht verlieren. Wichtiger ist aber die Wiederherstellung einer harmonischen Darmflora und damit ein besseres Wohlbefinden im Alltag. Falls Sie die Candida-Diät durchführen möchten, sollten Sie dies am besten mit Anleitung eines Arztes tun, um Probleme wie Mangelerscheinungen zu vermeiden.

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