Ernährung

Wie die Darmflora unser Gewicht beeinflusst

Ob jemand ein "guter" oder "schlechter" Futterverwerter ist, hängt auch von der Zusammensetzung seiner Darmflora ab.

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Darmflora
RyanKing999 / iStock

Wer zu viel auf den Rippen hat, kennt meist die Gründe: falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Neben den "schlechten" Lebensgewohnheiten können auch psychische Probleme, die genetische Veranlagung, aber auch verschiedene Erkrankungen zu Gewichtsproblemen führen.

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Lebensnotwendige Darmflora

Neuesten Erkenntnissen zufolge spielt jedoch auch die Zusammensetzung der individuellen Darmflora eine entscheidende Rolle in der Gewichtsfrage. Gerät das Verhältnis der einzelnen Bakterienarten im Darm aus dem Gleichgewicht, kann Übergewicht die Folge sein.

  • Unsere Darmflora ist ein komplexes Ökosystem aus Milliarden von Bakterien.
  • In unserem Darm sind bis zu 500 verschiedene Bakterienarten vorhanden.
  • Sie sind unerlässlich für die Aufspaltung und Verarbeitung der aufgenommenen Nährstoffe.

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Von guten und schlechten Bakterien

Idealerweise sind die beiden großen Bakterienarten neben einer Vielzahl anderer Bacteroidetes und Firmicutes im Verhältnis 1:1 anzutreffen. Neue wissenschaftliche Studien haben nun herausgefunden, dass insbesondere die Art Firmicutes bei Übergewichtigen deutlich häufiger vorkommt als bei Normalgewichtigen. Firmicutes-Bakterien werden aus diesem Grund auch als "Dickmacher-Bakterien" bezeichnet.

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"Dickmacher-Bakterien" fördern Fettzellen

Diese "Dickmacher-Bakterien" können sogar an sich unverdauliche Ballaststoffe in Zuckermoleküle aufspalten, die im Körper in Form von Fettpölsterchen für Notzeiten gespeichert werden. Im Vergleich zu anderen Darmbakterien können sie dadurch bis zu 12% mehr Kalorien aus der Nahrung herausholen. Wittern sie "schlechte Zeiten" mit geringem Nahrungsangebot, so schalten sie den Körper auf Sparbetrieb und halten den Körper dazu an, während des Fastens möglichst wenig Kalorien zu verbrauchen. Was in Notzeiten eine geniale Überlebensstrategie darstellt, begünstigt jedoch in Zeiten des Überflusses die Entstehung von Übergewicht.

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Die Gegenspieler zu Firmicutes sind Bakterien der Art Bakterioidetes, die sogenannten "Schlankmacher-Bakterien". Sie erkennen ein Überangebot an Zucker und bewirken, dass er direkt mit dem Stuhl abtransportiert und somit nicht im Körper gespeichert wird.

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Zukunftshoffnung Darmbakterien

Experten gehen davon aus, dass eine kontrollierte Regulierung der Darmflora eine Änderung des Gewichts bewirken kann. So ist es möglich, durch Zufuhr von schlankmachenden Bakteriodetes die dickmachenden Firmicutes zu verdrängen um langfristig sein Wunschgewicht zu erreichen.

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1 Kommentar

  • Helmut Galli sagt:

    Es interessiert mich nun wie komme ich zu einer "Zufuhr von schlankmachenden Bakteriodetes", wie im Artikel beschrieben?? Wo sind diese erhältlich? Bitte um weitere Info oder Quellenangaben. Danke

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