Ernährung

Finger weg vom Designer-Apfel: Nicht alle Sorten sind gleich gesund

Ein Granny Smith hat um zwei Drittel weniger Vitamin-C als der Apfel aus Omas Garten.

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Apfelsorten
Benjamin Wong / Unsplash

Äpfel sind ein Grundbaustein der gesunden, frischen Ernährung. Für viele ersetzt der Apfel den Schokoladenriegel als Snack zwischendurch, wenn man mal wieder mehr auf die Aufnahme von Vitaminen achten möchte.

Doch wussten Sie, dass nicht alle Äpfel gleich viele Nährstoffe enthalten? Aus manchen Apfelsorten werden sogar bewusst gute Inhaltsstoffe herausgezüchtet.

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Verschiedene Apfelsorten mit unterschiedlicher Wirkung

Die unterschiedlichen Apfel-"Marken" wie

  • Granny Smith,
  • Gala,
  • Pink Lady
  • oder Kronprinz Rudolf

sind Ergebnis einer gezielten Züchtung.

Weltweit gibt es etwa 20.000 Apfelsorten. Wenn wir uns im Supermarkt einen gesunden Apfel holen wollen, stehen wir vor einem bunt gefüllten Regal. Was Sie vielleicht nicht wussten: Die verschiedenen Farben und Namen der Äpfel sagen auch etwas über ihre Inhaltsstoffe aus. Denn: Apfel ist nicht gleich Apfel!

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Polyphenole werden weggezüchtet

Generell gilt: Je roter der Apfel, desto mehr Polyphenole enthält er. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in Äpfeln von Haus aus in hoher Konzentration enthalten sind. Sie senken den Blutdruck, wirken antioxidativ und sind entzündungshemmend. Sie sind es, die den Apfel im Gegensatz zu anderen Obstsorten so gesund machen.

Polyphenole sind eigentlich der natürliche Schädlingsschutz des Apfels, haben jedoch den Nachteil, dass ein höherer Gehalt an Polyphenolen den Apfel schneller braun werden lässt.

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"Granny Smith", "Pink Lady" – Designeräpfel haben ihren Preis

Da der Konsument im Supermarkt aber keine Äpfel mit braunen Stellen sehen will, werden aus fast allen Apfel-Marken Polyphenole heraus gezüchtet. Weil Designer-Äpfel auch nicht mehr auf einer Obstwiese wachsen, sondern häufig auf Plantagen, brauchen diese auch keinen natürlichen Insektenschutz mehr, da man sie ohnehin gespritzt werden. Designer-Äpfel schauen daher besser aus, halten länger, sind aber weniger gesund.

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Alte, rote Apfelsorten sind am gesündesten

Generell gilt:

  • Je älter die Apfelsorte, desto mehr gesunde Inhaltsstoffe hat sie.
  • Je schneller der Apfel braun wird, umso natürlicher und gesünder ist er.
  • Alte Apfelsorten sind weniger stark verarbeitet und enthalten mehr Polyphenole.
  • Außerdem liefern sehr rote Äpfel mehr Vitamine.
  • Ein roter Braeburn Apfel hat etwa zwei Drittel mehr Vitamin-C als ein knallgrüner Granny Smith.
  • In der roten Schale steckt außerdem der Farbstoff Anthocyan, der die Gefäße gesund hält, freie Radikale bindet, vorzeitige Zellalterung verhindert und krebserregende Stoffe neutralisiert.

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Gesunde Schale nur bei reifer Ernte

Dies gilt jedoch nur, wenn der Apfel reif geerntet wurde und aus regionalem Anbau kommt. Wurde der Apfel früh geerntet und von weit her nach Österreich geliefert, ist der Anteil an Anthocyan geringer und der Apfel weniger gesund. Äpfel aus biologischem Anbau sind ebenfalls vorzuziehen, da sie nicht mit Pestiziden gespritzt werden. Also: rotbackig, regional und bio kaufen.

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Diese Sorten haben folgende Vor-und Nachteile:

  • Golden Delicious, Granny Smith, Pink Lady und Gala Apfel: Diese Sorten sind in Österreichs Supermärkten besonders beliebt. Sie enthalten zehn- bis hundertmal weniger Polyphenole als die alten Sorten, sind sehr anfällig für Schädlingsbefall und werden oft gespritzt. Aufgrund der mangelnden Polyphenole sind sie nicht für Allergiker geeignet. (Polyphenole deaktivieren auch das Apfelallergen)
  • Braeburn: Hoher Anteil an Anthocyan und Polyphenolen, das erkennt man auch an ihrem bitteren Geschmack. Enthält 14 mg Vitamin-C auf 100 Gramm und ist damit Rekordhalter. Eine echte Powerfrucht für die Abwehrkräfte.
  • Idared Boskoop: Knallrote Superstars mit vielen Polyphenolen von alter Art. Boskoop ist oft so sauer, dass man ihn nur zum Backen verwendet. Es gibt ihn bereits seit 1650. Er eignet sich vor allem zum Kochen und Backen und für eine lange Lagerung. Weiters enthält er viele Ballaststoffe und hilft daher bei Verdauungsproblemen.
  • Berlepsch/Cox Orange: Alte Apfelsorten mit voller Vitaminladung. Für Allergiker geeignet. Schmecken mild und saftig. Sind widerstandsfähig gegen Schädlinge und müssen nicht gespritzt werden.

Übrigens: Trüber Apfelsaft aus Mostäpfeln, die sehr viele Polyphenole enthalten, ist gesünder als klarer Apfelsaft.

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