Ernährung

Entzündungshemmende Lebensmittel: Was bei einer "Silent Inflammation" hilft

Was Sie selbst tun können, um Ihr persönliches Risiko für Entzündungen zu senken.

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Ernährung bei Entzündungen
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Entzündungsprozesse können verschiedenste Ursachen haben. Während manche durch äußere Einflüsse wie Krankheitserreger entstehen, sind andere wiederum durch eine Fehlreaktion des Immunsystems bedingt. Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), rheumatoide Arthritis oder auch Allergien sind Beispiele für fehlgeleitete Immunabwehr.

Unentdeckte Entzündung im Gange

Oft ist uns gar nicht bewusst, dass sich in unserem Inneren ein inflammatorischer Akt abspielt. So können sogenannte stille Entzündungen vorliegen, die keine Symptome, aber dennoch Schäden verursachen. Folgen einer solchen "Silent Inflammation" können gravierend sein und das Risiko für beispielsweise diese Krankheiten erhöhen:

Häufig werden stille Entzündungen zufällig entdeckt, z.B. durch auffällige Entzündungswerte (CRP, Procalicitonin, Blutsenkung, weiße Blutzellen) im Rahmen einer Blutuntersuchung. Der Arzt wird den Wert regelmäßig überprüfen lassen und sich auf die Suche nach den Auslösern machen. Bleibt die Entzündung dauerhaft bestehen, kann es zu Organschäden und zu den oben genannten Erkrankungen kommen. Dass dem Problem auf den Grund gegangen wird, ist also sehr wichtig.

Unspezifische Beschwerden

Zwar werden stille Entzündungen meist nicht bemerkt, sie können sich trotzdem durch einige unklare Symptome zeigen. Typisch sind z.B. diese:

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Stress, schlechte Ernährung, kein Sport

Häufigster Verursacher für stille Entzündungen ist ein schlechter Lebensstil. Dieser wirkt besonders schwer, wenn eine genetische Veranlagung für entzündliche Erkrankungen besteht.

Klar, um das Risiko für entzündliche Prozesse zu reduzieren, sollten wir gesund essen, regelmäßig Sport machen und Stress reduzieren. Aber worauf kommt es in Sachen Ernährung genau an? Welche Lebensmittel(-gruppen) verringern Entzündungen und welche befeuern sie regelrecht?

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Essen gegen Entzündungen

  • Buntes: Mindestens 3 Portionen Obst und Gemüse pro Tag, roh und gekocht, sind essenziell für die Anti-Entzündungsdiät.
  • Superfoods: Sekundäre Pflanzenstoffe aus Beeren, dunklem Blattgemüse, Paprika, Brokkoli etc. wirken entzündungshemmend.
  • Gesunde Fette: Nüsse, Samen und hochwertige Pflanzenöle versorgen mit Omega-3 und anderen wichtigen Fettsäuren, die Entzündungsprozessen ebenso entgegen steuern.
  • Spicy: Gewürze, besonders Kurkuma, Ingwer und Chili regen das Immunsystem bei regelmäßigem Verzehr zur Selbstheilung an. Kurkuma ist auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, sogar eine antikanzerogene Wirkung wird dem gelben Pulver nachgesagt.
  • Prinzipiell gilt: Je bunter, abwechslungsreicher und pflanzlicher die Ernährungsweise, desto positiver kann sich das auf das entzündliche Geschehen im Körper auswirken.

Dennoch kann es passieren, dass sich die Entzündungen trotz allen Zutuns nicht bessern. In einem solchen Fall sollten Sie nicht in Eigenregie oder mit komplementärmedizinischen Methoden experimentieren, sondern sich zu allererst in die Hände Ihres Arztes begeben.

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Diese Lebensmittel fördern Entzündungen

Wenn Sie folgende Nahrungsmittel reduzieren, wirken Sie entzündlichen Vorgängen im Organismus entgegen und tun generell etwas für Ihre Gesundheit:

  • Zucker und zuckerhaltige Produkte
  • Weizenprodukte
  • übermäßiger Fleischkonsum
  • Schweinefleisch tut sich besonders hervor und sollte bei Entzündungsneigung gemieden werden.

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Bauchfett erzeugt Entzündungsstoffe

Stille Entzündungen betreffen häufig Menschen mit Übergewicht. Vor allem das Fett am Bauch ist dafür bekannt, entzündungsfördernde Hormone zu bilden. Das kann auf Dauer zu Schäden am Herz-Kreislauf-System oder am Stoffwechsel führen und letztlich krank machen.

Wer Gewicht abbaut, reduziert damit meist automatisch sein persönliches Entzündungsrisiko.

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