Ernährung

"Goldener Windbeutel": Foodwatch sucht die dreisteste Werbelüge

Mit dem "Goldenen Windbeutel" kürt die Verbraucherorganisation Foodwatch die dreisteste Werbelüge. Dieses Jahr sind unter anderem Produkte von Yakult, Corny, Hipp und Rewe nominiert.

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so lügt die lebensmittelindustrie
zoranm / iStock

Kennen Sie alle Zutaten, die in Ihren gekauften Nahrungsmitteln stecken? Egal ob Schokoriegel, Tomatensoße oder Trinkjoghurt: Die Lebensmittelindustrie führt uns bei vielen Produkten hinters Licht. Die deutsche Verbraucherschutzorganisation Foodwatch  sucht die "dreisteste Werbelüge des Jahres", die anschließend mit dem "Goldenen Windbeutel" gekrönt wird. Unter den "Favoriten" finden sich Produkte wie Hipp-Babybrei, Corny-Riegel und Rewe-Erdnüsse.

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Irreführende Werbung

Foodwatch kritisiert den Babynahrungs-Hersteller Hipp für seinen Bio-Karottensaft: Der Konzern reduzierte den Inhalt der Flasche von 500 auf 330 Milliliter. Der Produktpreis erhöhte sich dadurch um ganze 95 Prozent (4,50 Euro pro Flasche). Doch nicht nur versteckte Preiserhöhungen stören die Verbraucherschutzorganisation:

  • Die Wasabi-Erdnüsse von Rewe fallen durch ihre fehlende Hauptzutat negativ auf. Das Produkt enthält nur 0,003 Prozent des japanischen Gewürzes – für die Schärfe und Farbe wird mit Aromen und Farbstoffen nachgeholfen.
  • Der Schokoriegel "Protein Lower Carb" von Corny wird als gesundes Produkt für Sportler beworben. Beim genaueren Hinsehen wird klar, dass der Riegel ganze 24 Prozent Zucker und 13 Prozent Fett enthält.
  • Yakult bewirbt seinen Yoghurt-Drink als "die kleine Flasche Wissenschaft", welcher angeblich einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit haben soll. 8,40 Euro pro Liter für ein Produkt zu bezahlen, dessen Werbeversprechen nicht wissenschaftlich belegt ist, betitelt Foodwatch als "dreiste Abzocke".
  • Die Kinder-Tomatensoße von Zwergenwiese vermittelt, dass die Rezeptur kindgerecht sei. Dabei enthält die Soße fast 20 Gramm Zucker pro Portion. Das ist mehr als doppelt so viel wie die herkömmliche Zwergenwiese-Tomatensoße für Erwachsene!

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Hipp verteidigt Preiserhöhung

Laut tagesschau.de könne Hipp die drastische Preiserhöhung "nicht bestätigen", da im April eine Preisanpassung von 62 Prozent vorgenommen wurde. Diese wurde aufgrund der "massiv gestiegenen Rohwarenkosten" vorgenommen. Alle anderen Produkthersteller äußerten sich nicht zu ihrer Nominierung für den "goldenen Windbeutel".

Der Negativpreis vergleicht vor allem die Qualitätsversprechen von Lebensmitteln mit ihren tatsächlichen Eigenschaften. Im März 2009 wurde der Titel erstmals verliehen. Letztes Jahr war das "Smartwater" von Coca-Cola der Gewinner: Das Produkt wurde vor allem für seinen überteuerten Preis und sein "unnötiges" Herstellungsverfahren verurteilt.

Verbraucher können dieses Jahr noch bis 1. Dezember auf der Website von Foodwatch ihren "Gewinner" wählen

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