Ernährung

Goji-Beere als Superfood: Es gibt bessere Alternativen

Der Hype um Superfoods reißt nicht ab. Die Goji-Beere ist hierfür das beste Beispiel. Es gibt aber auch einheimisches Obst, dass billiger und regional ist und uns gut tut.

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Goji Beere
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Im englischen Raum als Goji bekannt, nennt man den chinesischen Strauch aus der Provinz Ningxi im Deutschen Wolfsbeere oder Gemeiner Bocksdorn (Lycium  barbarum). Als „Superfood“ verschrien, fragt man sich: Was macht die Goji Beere super? Im Fall der Goji Beere werden Ballaststoffe, Vitamine und Antioxidantien angepriesen. Doch was ist dran an der Beere?

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Immunsystem-Booster der TCM

In der traditionell chinesischen Medizin (TCM) setzt man die Beere ein, um das Immunsystem zu stärken, den Blutzucker oder den Bluthochdruck zu senken. Klingt hervorragend! Schaut man sich die Inhaltsstoffe jedoch genauer an, stellt man schnell fest: Ein Apfel enthält die doppelte Dosis (ca. 30mg auf 100g) an Vitamin C. Der Zinkgehalt ist bei beiden ident. Außerdem sind Äpfel deutlich günstiger als die kleinen, meist getrockneten Beeren.

Der Körper braucht täglich rund 100 mg Vitamin C. Wer nicht genug von Vitamin C bekommen kann, sollte jedoch lieber zu getrockneter Hagebutte greifen. Sie kommt auf 1000 mg pro 100 g. Eine Überdosis Vitamin C droht unserem Körper nicht: Es ist wasserlöslich. Der Körper schwemmt einen Überschuss einfach aus.

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Produktion nicht gerade bio

Neben der Tatsache, dass die Beere bei Weitem nicht so gehaltvoll ist, wie gedacht, ist die Produktion fraglich. In China werden die reifen Beeren per Hand gepflückt und gelangen vom Bauern in den Vertrieb. Das klingt zwar sehr nach "bio", aber ist die Qualität ihren Preis wert? Die Prüfstandards im Ausland sind andere als in Europa. Ob der Anbau frei von chemischen Schutzmitteln erfolgt, ist nicht nachzuvollziehen. Darüber hinaus sieht sich die Familie der Bocksdorngewächse sehr ähnlich. Verkaufte Ware, insofern sie in Europa nicht noch einmal kontrolliert wird, kann Früchte der gesamten Lycium-Familie enthalten.

Hinzu kommt der weite Weg von China nach Europa. Äpfel aus der Region und die heimischen Hagebutten sind nachhaltiger.

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Heimische Vitamin C – Alternativen

Wenn Sie also nicht zur teuren Goji-Beere aus dem Ausland greifen wollen, um Ihrem Körper etwas Gutes zu tun, gibt es auch genügend heimische Pflanzen, die den Vitamin C Gehalt aufbessern. Dazu gehören etwa:

  • Hagebutte
  • Apfel
  • Brennnessel
  • Sauerampfer

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