Ernährung

Ungesund essen wegen Instagram und YouTube?

Forscher fanden in einer aktuellen Studie heraus, dass Influencer das Essverhalten ihrer jungen Fans beeinflussen können.

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Eine Studie zeigte auf, dass Influencer Kinder zu einem ungesunden Essverhalten anregen können.
bernardbodo / iStock

Fotos am Strand, mit dem Schatz vor dem Eiffelturm oder beim leckeren Essen mit Freunden: Influencer geben ihr Leben auf verschiedenen Social Media-Plattformen preis. Besonders Kinder sehen diese Internetpersönlichkeiten als ihre Vorbilder an und möchten einen Lebensstil wie sie ihn haben. Wissenschafter fanden nun heraus, dass die jungen Follower ungesünder essen, wenn es ihnen ihr Social-Media-Idol vormacht.

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Schlechte Ernährung durch Burger-Bilder

Influencer, die Kooperationen mit Fast Food-Ketten eingehen, sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Jüngstes Beispiel sind "die Lochis": Die deutschen YouTube-Zwillinge Heiko und Roman Lochmann gingen 2017 eine Kooperation mit dem Fast-Food-Giganten McDonald's ein und kreierten ihre eigene Eissorte für das Restaurant. Tausende Fans stürmten die Lokale, um das Influencer-Eis zu ergattern.

In einer aktuellen Studie untersuchten englische Forscher der University of Liverpool, inwiefern Influencer das Essverhalten von Kindern beeinflussen können. Dafür zeigten sie insgesamt 176 Kindern zwischen neun und elf Jahren inszenierte, aber realistische Instagram-Profile von Internetpersönlichkeiten mit über einer Million Follower.

Die Probanden wurden in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Die erste Gruppe sah Bilder einer Person, die nur ungesunde Snacks wie Schokoladenkekse konsumierte.
  • Der zweiten Gruppe wurden Bilder von einem Influencer gezeigt, der sich vor allem von gesunden Lebensmitteln wie Bananen ernährte.
  • Die dritte Gruppe sah Bilder eines Social-Media-Vorreiters, der Non-Food-Artikel wie Kleidung bewarb.

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Strengere Regeln für Social-Media

Die Studienergebnisse ergaben, dass Kinder, denen Bilder von ungesunden Snacks gezeigt wurden, 32 Prozent mehr Kalorien aufnahmen als die restlichen Probanden. Insgesamt waren dies 90 Kalorien mehr pro Tag.

  • Einen wirklich positiven Effekt hatten die Fotos der gesunden Snacks aber nicht. Die jungen Follower hatten kein Verlangen öfter vitaminreiche Nahrungsmittel wie Obst oder Gemüse zu essen.
  • Die Studienleiterin Anna Coates bestätigt, dass die Vermarktung ungesunder Produkte das Verlangen nach diesen fördert. Die Bilder der fetthaltigen oder süßen Snacks motivieren zu einer schlechteren Ernährungsweise.
  • "Junge Personen vertrauen Influencern mehr als anderen Promis, weshalb ihre Empfehlungen eine größere Auswirkung auf diese haben. Bei der Online-Vermarktung von ungesunden Nahrungsmitteln, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind, sind strengere Beschränkungen erforderlich", so Coates weiter.

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Jeder vierte Jugendliche zu dick

In Österreich sind 40.000 der 10- bis 18-jährigen Jugendlichen adipös. Somit wird jeder vierte Jugendliche im Alter von 14 Jahren als übergewichtig eingestuft. Kinder, die an Fettleibigkeit oder Übergewicht leiden, haben oft mit massiven gesundheitlichen Folgen zu kämpfen.

  • Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) kann schon im Kleinkindalter auftreten.
  • Gefäßentzündungen, Lebererkrankungen, Atherosklerose sowie Störungen des Sexualhormonhaushalts sind ebenfalls nicht unüblich.

Fazit: Achten Sie auf die Ernährung Ihres Kindes und auf dessen Social-Media-Konsum. Mit einem aufklärenden Gespräch und einer Ernährungsumstellung, bei der die ganze Familie mitzieht, können Sie Übergewicht sowie schlechte Essgewohnheiten vorbeugen.

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