Ernährung

Hopfentrank: Ist Bier ein ungesunder Dickmacher?

Bier hat zwar einige gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe, ist aber immer noch ein alkoholisches Getränk. Soll man nun auf Bier verzichten oder sich im Sinne der Gesundheit sogar öfter eines gönnen?

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Ist Bier wirklich gesund, oder ein gefährlicher Dickmacher?
BravissimoS / iStock

Die Meinungen zum Bier gehen auseinander. Es macht einen Bierbauch, enthält Schadstoffe und ist schlecht fürs Herz, sagen die einen, andere schwören auf Bier als Vitaminlieferant, Mittel zur Krebsvorbeugung und Stimmungsaufhellung. Aber was ist nun dran an den Gesundheitsmythen zum goldenen Hopfensaft?

Pro Bier: Die guten Seiten

Bier enthält alle wichtigen B-Vitamine, die der Mensch braucht. Vitamin B2 und Vitamin B6, die in besonders hohen Dosen im Bier schwimmen, sind zum Beispiel essentiell für unseren Stoffwechsel. Zudem liefert Bier ätherische Öle und Bitterstoffe. Diese sollen gegen Appetitlosigkeit, Magenschwäche und allgemeine Unruhe wirken.

  • Studien haben überdies ergeben, dass Bier mit seinen Inhaltsstoffen sogenannte heterozyklische Amine bekämpft, die unter anderem Krebs auslösen können. Die polyphenolen Flavonoide im Bier sind dieselben, die auch den Wein (in adäquaten Dosen) zum Anti-Krebs-Getränk machen.
  • Weitere Untersuchungen zeigten außerdem, dass Bierkonsum das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen kann. Eine deutsche Studie entlarvte vor kurzem den Glücklichmacher im Bier, und zwar die Substanz Hordenin.
  • Dieser Stoff ist dem Neurotransmitter Dopamin ähnlich, der im Gehirn unter anderem für unsere Stimmung zuständig ist. Hordenin soll für den Laune hebenden Effekt von einem Gläschen Hopfen und Malz verantwortlich sein.
  • Sogar für unseren Hormonhaushalt und die Knochendichte wird Bier eine förderliche Wirkung zugesprochen. Kleine Mengen davon sollen Beschwerden der Wechseljahre lindern und Osteoporose vorbeugen, bei Männern die Prostata schützen und bei Männlein und Weiblein das Risiko für Arteriosklerose senken.

Mehr dazu: Gehirn-Boost Weinverkostung

 

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Contra Bier: Die schlechten Seiten

Bier ist ein alkoholisches Getränk und Alkohol bekanntermaßen gesundheitsschädlich. Alle dem Bier zugeschriebenen positiven Effekte kehren sich bei übermäßigem Konsum ins Negative um.

  • Frauen sollten täglich nicht mehr als 10 Gramm Alkohol zu sich nehmen, das entspricht einem Viertel Liter Bier pro Tag. Männer vertragen etwas mehr, sie sollten aber die Höchstmenge von 20 Gramm pro Tag (einen halber Liter Bier täglich) nicht überschreiten.
  • In den 80er-Jahren fürchteten sich alle vor den krebserregenden Nitrosaminen, die damals in bedenklichen Mengen im Bier nachgewiesen wurden.
  • Die Nitrosamin-Gefahr gilt zwar als gebannt, aber auch heute finden sich in manchem Bier noch Schadstoffe wie Schwermetalle, selten sogar Schimmelpilzgifte oder gesundheitsschädigende Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat.

Mehr dazu: Verursacht Alkohol Krebs?

Empfehlungen für den Alltag

Prinzipiell ist es am gesündesten gar keinen Alkohol zu trinken und wenn, dann nur sehr wenig davon. Daher gilt:

  • Bevorzugen Sie alkoholfreies Bier, es liefert gesunde Inhaltsstoffe, hat aber weniger Kalorien.
  • Schwangere sollten auf alle Varianten verzichten, da auch in alkoholfreiem Bier geringe Mengen Alkohol stecken können.
  • Halten Sie sich an die Empfehlungen für Alkoholkonsum der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (OEGE).
  • Ein kleines Bier ab und zu kann durchaus der Gesundheit zuträglich sein, die Wissenschaft ist sich aber nach wie vor uneins.
  • Der Bierbauch erklärt sich übrigens durch die appetitanregende Wirkung des Biers, das oft rezitierte Anschwellen der Brust passiert durch die im Getränk enthaltenen pflanzlichen Östrogene.

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