Ernährung

Sollten wir Knoblauch pressen, zerdrücken oder schneiden?

Pressen, schneiden oder doch zerstampfen? Da scheiden sich die Geister…

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Knoblauch pressen oder schneiden?
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Es ist eine Glaubensfrage: Die einen meinen Knoblauch wäre bekömmlicher, wenn man ihn zerdrückt. Andere Köche schwören auf pressen und wiederum andere schlagen beim Gedanken daran die Hände über dem Kopf zusammen, denn sie halten nur das Schneiden für die wahre Zubereitungsart. Was stimmt denn nun?

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Knoblauch, die tolle Wunderknolle

Zunächst sind sich alle einig: Knoblauch ist gesund und verleiht Speisen eine aromatische Note. Zudem ist er vielseitig einsetzbar, denn er kann frisch, eingelegt, als Milch oder in Speisen verarbeitet genossen werden.

  • Knoblauch gilt als Vitaminbombe und enthält Vitamine der Gruppen A, B und C.
  • Auch ist die Knolle reich an Magnesium, Selen, Kalium und Kalzium.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe halten den Zellstoffwechsel am Laufen und wirken entzündungshemmend.
  • Knoblauch wirkt nicht nur antibiotisch (gegen Bakterien), sondern auch antiviral (unterstützt die Abwehr gegen Viruserkrankungen) sowie antifungal (gegen Pilze).
  • Zudem reguliert Knoblauch den Cholesterinspiegel und schützt bei regelmäßigem Verzehr vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Knoblauch pressen, schneiden oder quetschen?

Knoblauch enthält ätherische Öle – darüber, wie sich diese am besten entfalten und optimal zur Geltung kommen, sind sich Profi-Köche uneinig. Die meisten Köche bevorzugen es, den Knoblauch in feine Scheiben zu schneiden – Pressen und Zerdrücken gelten eher als Brachialmethoden, durch die die wertvollen ätherischen Öle verloren gehen sollen. Studien gibt es viele zu dem Thema, allerdings liefern diese keine eindeutigen Ergebnisse.

Weshalb das Schneiden bei Gesundheitsbewussten umstritten ist:

  • Neben den erwähnten Inhaltsstoffen enthält Knoblauch außerdem Allicin, eine nicht-proteinogene schwefelhaltige Aminosäure, die der Entstehung von Krebs vorbeugen und die Durchblutung anregen soll.
  • Allicin wird durch Pressen oder Zerdrücken aus seiner Vorstufe Allin umgewandelt.
  • Allicin befindet sich in verschiedenen Zellschichten, weshalb das Quetschen und Pressen mehr davon freisetzen soll als beim Schneiden.

Wer Knoblauch also vor allem aufgrund seiner gesunden Wirkung zu sich nehmen möchte, greift am besten zur Knoblauchpresse oder zerdrückt die Knolle mit dem Messer. Allerdings ist nicht nur Allicin allein für die gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich, sondern eine Kombination aus allen Bestandteilen. Daher gilt: Solange keine eindeutigen Studien vorliegen, ist es wohl vor allem eines: Geschmackssache.

Vorsicht: Durch Pressen ist der Geschmack intensiver, zudem brennt Knoblauch in dieser Form schneller an, weshalb er dem Gericht erst am Schluss zugefügt werden sollte.

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Enthalten Nahrungsergänzungsmittel Allicin?

Weil Knoblauch so gesund ist, werden auch einige Nahrungsergänzungsmittel angeboten, etwa Knoblauchpulver oder Knoblauchextrakte. Manche Hersteller geben den Allicin-Gehalt an, andere nicht. In geruchsfreien Produkten fehlt Allicin, da dieses für den typisch stechenden Geruch verantwortlich ist. Die frische, unverarbeitete Variante ist jedenfalls die beste Wahl.

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