Na Mahlzeit, werden sich jetzt viele denken! Mehlwürmer sind die ersten Insekten, die in der EU die Zulassung als Lebensmittel erhalten haben. Das bedeutet: Der Verzehr von getrockneten gelben Mehlwürmern ist künftig erlaubt. Was es mit den optisch auf den ersten Blick nicht unbedingt einladenden Würmern auf sich hat und mit welchen Nährstoffen sie dich versorgen, erfährst du hier!
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Würmer, die eigentlich gar keine sind
Der Name Mehlwürmer fehlt eigentlich in die Kategorie Etikettenschwindel. Sie sind nämlich gar keine Würmer, sondern die Larven des Mehlkäfers (tenebrio molitor). Diese Larven haben allerdings eine täuschende Ähnlichkeit mit Würmern, daher die Bezeichnung Mehlwürmer. Gegessen werden allerdings immer nur die Larven, nicht der zwei bis drei Zentimeter lange Mehlkäfer. Aber warum heißt der überhaupt so? Der Mehlkäfer lebt in der Natur vor allem in Baumrinden oder Vogelnestern, oft ist er aber auch in Getreidespeichern zu finden. Sind hier Mehlsäcke nicht richtig verschlossen, macht es sich das Insekt in ihnen gemütlich – daher der Name Mehlwürmer.
Diese Nährstoffe stecken in 100 Gramm Mehlwürmern:
Generell enthalten Mehlkäfer jede Menge Protein, aber auch alle neun Aminosäuren sowie wichtige Vitamine, Nährstoffe und Omega-3-Fettsäuren. Im Detail sieht das so aus:
- Eiweiß: 45,1 g
- Fette: 37,2 g
- Kohlenhydrate: 5,4 g
- Zucker: 0 g
- Ballaststoffe: 6,5 g
- Salz: 0,37 g
- Energie: 550 kcal
Im Geschmack sind Mehlwürmer leicht nussig, nachdem dem Rösten schmecken sie ähnlich wie herkömmliche Chips. Eingekauft werden können sie entweder lebend, gefroren oder gefriergetrocknet werden, Insektenliebhaber züchten sie auch selbst.
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Die EU-weite Zulassung als Lebensmitttel gilt zunächst jetzt aber nur mal für das französische Unternehmen, welches die Zulassung beantragt hatte. Es darf die Larven nun fünf Jahre lang exklusiv verkaufen.
Warum wir alle Mehlwürmer und Co essen sollten?
Die simple Antwort: Weil wir global unsere Ernährungsweise überdenken müssen, der Fleischkonsum und die damit verbundene Produktion verschlingen Unmengen an Ressourcen und treiben den Klimawandel voran. Insekten wie Mehlwürmer gelten als guter Fleischersatz, da sie einen hohen Nährwert aufweisen und zudem eine nachhaltige Eiweißquelle sind.
In weiten Teilen der Erde wie zum Beispiel Asien landen Insekten schon seit jeher auf den Tellern, in Europa sind sie allerdings noch weit von einer Alltagskost entfernt. Doch Zukunftsforscher sind sich einig: An Mehlwürmern, Grillen oder Heuschrecken wird auch bei uns eines Tages kein Weg mehr vorbei führen.
Und zum Thema "Pfui, ist das grausig" lest einfach mal das folgende Posting:
Mehlwürmer wurden als Lebensmittel zugelassen. "Pfui!" schreien viele. Abends liegt dann Drüsensekret von Säugetieren auf dem Tisch, das durch Enzyme aus Tiermägen zum Stocken gebracht wurde und verschimmelt ist. Und alle sagen: "Oh, leckerer Käse!"
Ekel ist Gewohnheitssache.— Florian Aigner (@florianaigner) May 4, 2021
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