Ernährung

Flavour Tripping: Wunderbeere trickst Sauer-Rezeptoren auf der Zunge aus

Die Wunderbeere macht aus sauer süß.

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Miracle Berries: Was die Wunderbeeren können
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Entdeckt wurde die purpurrote afrikanische Wunderbeere (auch bekannt als Mirakelfrucht, die wissenschaftliche Bezeichnung lautet "Synsepalum dulcificum") einst, weil Forscher beobachteten, wie Vögel zuerst die Beeren fraßen, bevor sie sich über saure Nahrung hermachten. Derzeit ist die Wunderbeere – wortwörtlich – in aller Munde und gern gesehener Partygast. Warum die "Miracle Berries" so beliebt sind, lesen Sie hier.

Aus sauer wird süß

Vor allem auf Parties in den USA ist das sogenannte "Flavour Tripping" (zu Deutsch: Geschmackstrip), bei der die Wunderbeere die Hauptrolle spielt, stark angesagt. Grund dafür ist die herausragende Wirkung, die die roten Beeren aufweisen:

  • Kaum im Mund, dockt das Glykoprotein Miraculin an die Säure-Rezeptoren. Dort verhaart es in inaktivem Zustand.
  • Verändert sich allerdings der pH-Wert, werden die Süß-Rezeptoren aktiv.
  • Demnach schmecken saure Lebensmittel wie Zitrone, Essig oder Rhabarber plötzlich so süß wie Zuckerl.
  • Die Wirkung hält etwa ein bis zwei Stunden an.
  • Um die Wirkung vorzeitig zu unterbrechen, soll Wärme helfen (zum Beispiel Kaffee, Tee oder eine Suppe).

Weil die Beeren schnell verderblich sind, sind sie als Tablette erhältlich.

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Flavour Tripping mit Vorsicht genießen

Gesundheitliche Nebenwirkungen sind nach dem Verzehr der Tabletten im Grunde keine zu erwarten, wobei allergische Reaktionen auf die pflanzlichen Inhaltsstoffe nicht auszuschließen sind (Studien liegen bislang keine vor).

Unmengen an sauren Lebensmitteln sollte man dennoch vermeiden. Ein saurer Geschmack ist ein natürliches Warnsignal, das vor giftigen oder ungenießbaren Lebensmitteln abschrecken soll. Zitrone, Rhabarber oder Essig sind zwar per se nicht giftig, dennoch könnten zu große Mengen auf einmal Magenprobleme, Sodbrennen oder Übelkeit verursachen. Wer das Phänomen also selbst ausprobieren möchte, hat im Grunde nichts zu befürchten, sollte aber mit der Auswahl der Lebensmittel sorgsam umgehen.

Dieser YouTuber hat die Wunderbeere vor der Kamera getestet:

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