Ernährung

Mythos: Ist die Kartoffelschale gesund?

Sie soll nährstoffreich und gesund sein: Die Schale der Kartoffel. Aber was ist dran an der Behauptung und wann muss der Mantel der Erdäpfel unbedingt weg?

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Die Schale der Kartoffel ist häufig vor allem eines: giftstoffreich.
YelenaYemchuk / iStock

"Was, du lässt die Schale über?", lästert die ernährungsbewusste Freundin auf der Grillfeier. "Darin stecken doch die meisten Nährstoffe der Kartoffel!", predigt sie weiter. Schalen-Verschmäher kennen diese Gespräche, viele haben sich infolgedessen dazu gezwungen, die braune Haut hinunterzuwürgen. Unnötig und selten sogar schädlich, wie folgende Auseinandersetzung mit der Causa Kartoffelschale zeigt.

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Von wegen nährstoffreich

Die Schale der Kartoffel ist häufig vor allem eines: giftstoffreich. Darin sammeln sich nämlich Bitterstoffe, sogenannte Glykoalkaloide. Die bekanntesten davon sind Solanin oder Chaconin. Sie reichern sich in den grünen Pflanzenteilen von Nachtschattengewächsen wie Tomaten oder eben Kartoffeln an. In der Natur haben die Pflanzenstoffe die Aufgabe, das Gewächs vor Bakterien- oder Pilzbefall sowie Fressfeinden zu schützen.

Bitterstoffe in der Schale bilden sich dann, wenn die Erdäpfel nicht dunkel genug gelagert werden. In der Schale stecken fünf bis sieben Milligramm Bitterstoffe in 100 Gramm nicht ergrünten Knollen. Grüne Stellen müssen vor dem Verzehr großzügig weggeschnitten werden, sonst kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Kartoffeln, die dazu noch gekeimt haben, sollten gar nicht mehr im Kochtopf landen. Bereits im Supermarkt grüne Exemplare müssen links liegen gelassen beziehungsweise gleich reklamiert werden.

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Gefahr nur bei großen Mengen

Für gesunde Erwachsene sind die Glykoalkaloide aus der Kartoffelschale keine echte Bedrohung. Bis tatsächliche Beschwerden auftreten, müssten mehrere Kilogramm verzehrt werden. Die tödliche Dosis liegt bei etwa 3 bis 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Aufpassen müssen hingegen Schwangere beziehungsweise Eltern von Säuglingen und Kleinkindern. Denn je geringer das Körpergewicht, desto eher kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. In der Kartoffel selbst sind übrigens kaum Bitterstoffe enthalten. Ganze 90 Prozent davon finden sich in der Schale. Beim Kochvorgang werden Solanin und Co. nicht zerstört, aber teilweise ins Kochwasser geschwemmt, das daher nicht weiterverwendet werden sollte.

Zwar ist eine Vergiftung mit Bitterstoffen aus der Kartoffel relativ unwahrscheinlich, tritt dennoch eine Überdosis auf, äußert sie sich durch:

  • Übelkeit, Brechreiz
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Krämpfe, die im schlimmsten Fall zu einem Atemstillstand führen können.

Falls Sie große Mengen an ungeschälten Kartoffeln gegessen haben und oben genannte Symptome auftreten, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen.

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