Ernährung

Okinawa-Diät: Der Schlüssel zur ewigen Jugend?

Wissenschafter rätseln über die lange Lebensdauer von japanischen Einwohnern der Okinawa-Inseln. Ihr Geheimnis: Eine bestimmte Ernährungsweise.

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Mit der richtigen Ernährung 100 Jahre alt werden?
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Essen für ein längeres Leben, das hört sich vielversprechend an. Bei den japanischen Einwohnern der Okinawa-Inseln scheint das wirklich zu funktionieren: Die Lebenserwartung liegt hier bei 86 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer. Circa 3.200 Menschen bewohnen dort das "Dorf der Hundertjährigen" und erfreuen sich zudem bester Gesundheit, denn die Zahl der Schlaganfälle, Krebserkrankungen und Herzinfarkten ist auf den japanischen Inseln sehr gering. Kein Wunder also, dass dort die meisten 100-Jährigen Menschen der Welt leben.

Doch wie kann das alles möglich sein? Immer mehr Wissenschafter beschäftigen sich mit dem wundersamen Phänomen der Okinawa-Inseln-Bewohner und sind seither überzeugt, dass die Ernährungsweise eine große Rolle spielt.

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Wie funktioniert die Okinawa-Diät?

Eines gleich mal vorweg: Auch bei den japanischen Hunderjährigen spielt die Genetik eine große Rolle, doch die fett- und kalorienarme Ernährung hat einen positiven Effekt auf den Alterungsprozess. Welche Lebensmittel sind bei der Okinawa-Diät erlaubt? Bei den Inselbewohner landet folgendes auf dem Teller:

So lassen sich die wichtigsten Diät-Regeln in einem Überblick darstellen. Die Ernährung der japanischen Einwohner ist äußerst reich an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen, die vor allem in Wurzelgemüse, Soba-Nudeln aus Buchweizen und Süßkartoffeln gefunden werden. Bittermelonen, grünes Blattgemüse und Shiitake-Pilze sind ebenfalls sehr beliebt.

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Weniger Kalorien, mehr Wohlfühlen

Für die japanischen Männer und Frauen ist die Okinawa-Diät keine Ernährungsweise, sondern eine Lebenseinstellung. Deshalb nehmen sie sich besonders viel Zeit für ihre Speisen und essen nur so viel bis sie (fast) satt sind. Dieses Prinzip wird "Hara hachi bu" genannt und bedeutet zu deutsch so viel wie "acht Teile von zehn voll".

Dies soll darauf hinweisen, dass man aufhören soll zu essen, wenn der Magen zu circa 80 Prozent gefüllt ist. Kalorienzählen ist hier nebensächlich, da die Lebensmittel sehr kalorienarm sind und die Speisen nur in kleinen Portionen konsumiert werden.

Deshalb nehmen die Inselbewohner etwa 20 Prozent weniger Kalorien als die restlichen Japaner zu sich. (Dies ist unter anderem auch dem minimalen Fett- und Zuckerkonsum zuzuschreiben!) Manche Männer und Frauen konsumieren täglich nur circa 1.100 Kalorien! Ziemlich bedenklich, denn laut dem österreichischen Ernährungsbericht liegt die durchschnittliche Energiezufuhr von Frauen bei 1.815 Kalorien und 2.453 Kalorien bei Männer pro Tag.

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So essen Sie wie die Okinawer!

Da wir leider nicht auf den schönen Okinawa-Inseln leben, haben wir dennoch die Chance uns wie die japanischen Greise zu ernähren. So könnte beispielsweise ein Tagesmenü aussehen:

  • Frühstück: Tee (Jasmin oder Kräuter), Roggenbrot mit Quark und einen Apfel
  • Mittagessen: Eine köstliche Bowl mit Tofu, Nudeln und Bohnen. Dazu noch einen herzhaften Pilzsalat, als Getränk wieder Tee.
  • Abendessen: Frischer Fisch mit dunklem Reis, als Beilage ein Gurken-Orangen-Salat und Tee.

Die Okinawa-Diät kann zwar beim langfristigen Gewichtsverlust helfen, doch das Hauptziel ist, chronischen Krankheiten vorzubeugen und gesund zu altern. Zusätzlich sollten Sie immer an regelmäßige Bewegung und eine bewusste Lebenseinstellung denken.

Wichtig: So "gesund" die Okinawa-Diät auch klingen mag, sollten Sie zuerst unbedingt mit Ihrem Arzt über die Ernährungsumstellung reden. Durch die verminderte Kalorienzufuhr könnten starke Mangelerscheinungen oder sonstige Beschwerden auftreten!

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