Ernährung

So ungesund ist Palmöl wirklich

Palmöl ist das meistverwendete und zugleich umstrittenste Speiseöl der Welt. Die gesundheitlichen Folgen sind alarmierend – Kinder sind von den krebserregenden Schadstoffen besonders betroffen.

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Palmöl-Früchte liegen auf blauen Holz
slpu9945 / iStock

Palmöl steckt in unzähligen Lebensmitteln wie Schokolade, Keksen, Pizza, Eis, Chips, Semmeln, aber auch in Kosmetikprodukten wie Creme, Seife oder Shampoo. Laut Greenpeace werden jährlich 30.000 Tonnen Palmöl in Lebensmitteln verarbeitet – diesem gefährlichen Speiseöl auszuweichen ist demnach schwierig. Aber auch nicht unmöglich. Zahlreiche Kampagnen und Initiativen schärfen das Bewusstsein der Konsumenten und machen darauf aufmerksam, wie wichtig der Verzicht für Mensch und Tier ist. Ein namhafter österreichischer Lebensmittelhersteller streicht Palmöl zu Gunsten der Gesundheit und Nachhaltigkeit sogar gänzlich aus der Liste der Inhaltsstoffe.

Dennoch ist der Weg zur Palmöl-Freiheit weit, doch jeder kann persönlich dazu beitragen, indem er einen großen Bogen um Produkte mit Palmöl macht.

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Warum ist Palmöl schlecht?

Die Produktion von Palmöl, das aus der Palmfrucht gewonnen wird, ist billig, leicht zu verarbeiten und erzielt einen hohen Ertrag. Weil die Nachfrage steigt, bringt die Gewinnung folgenschwere Probleme mit sich:

  • Zerstörung der Landschaft: Der Anbau von Palmöl hat weitreichende Folgen für die Landwirtschaft. Für die Vergrößerung der Nutzflächen in afrikanischen Ländern sowie in Indonesien oder Malaysia werden Regenwälder zerstört und in großem Stil gerodet. Der Boden in der Nähe der Palmölplantagen trocknet aus und macht den Anbau von Reis unmöglich.
  • Artensterben: Die Zerstörung der Natur nimmt den ohnehin vom Aussterben bedrohten Tierarten wie dem Orang-Utan oder dem Tiger auf brutale Weise ihren Lebensraum. Bei der (oft illegalen) Brandrodung werden die dort lebenden Tiere nicht nur verdrängt, sondern auch getötet.
  • Klimawandel: Die Abholzung der Wälder, die Brände, die Trockenlegung der Moorböden sowie die Palmöl-Produktion selbst verursachen den weltweit höchsten CO2-Ausstoß. Die Gewinnung von Palmöl ist demnach maßgeblich für den weltweiten Klimawandel verantwortlich.
  • Sozialethische Probleme: Die Abholzung der Regenwälder vertreibt nicht nur Tiere, sondern auch Menschen. Der durch die Brände verursachte Rauch führt vor allem bei Kindern zu Atemwegserkrankungen. Neben dem Landraub und der Gesundheitsgefährdung spielen auch die miserablen Arbeitsbedingungen eine Rolle. Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung, Kinderarbeit, Sklaverei sowie ausbleibende Entlohnung stehen leider an der Tagesordnung.
  • Gesundheit: Nicht nur für die ansässigen Menschen hat das Geschäft mit dem Palmöl verheerende Folgen, auch der Konsument leidet unter den enthaltenen Schadstoffen.

Wie ungesund ist Palmöl wirklich?

Billiges Fett, das vielseitig einsetzbar und leicht zu verarbeiten ist, lockt viele Lebensmittel- und Kosmetikhersteller. Die gravierenden Konsequenzen, die Palmöl mit sich bringt, gehen uns alle an – immerhin steckt das bedenkliche Pflanzenöl in fast jedem zweitem Produkt im Supermarkt.

  • Schadstoffe: Mediziner und Experten warnen ausdrücklich vor dem Verzehr: Bei der Raffinerie werden gesundheitsschädliche Stoffe wie 3-MCPD- und Glycidyl-Ester freigesetzt, die in hohen Mengen auch in den Endprodukten enthalten sind. Wie viel davon erlaubt ist, ist gesetzlich nicht festgelegt. 3-MCPD steht in Verdacht, möglicherweise krebserregend zu sein; Glycidyl-Ester ist es sogar ziemlich sicher und verändert sogar das Erbgut. Schädlich sind die Stoffe jedenfalls: Ab einer erhöhten Dosierung wurden in Tierversuchen Tumore ausgelöst. Besonders gefährlich ist der Verzehr für Kinder, die die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake, TDI) bereits mit zwei Schokoriegeln überschreiten.
  • Gesättigte Fettsäuren: Palmöl enthält zahlreiche gesättigte Fettsäuren, die zu erhöhten Blutfettwerten führen können. Die Folgen reichen von Diabetes bis zu Herzerkrankungen und Adipositas. Palmöl ist zudem für erhöhtes LDL-Cholesterin verantwortlich. Wird es erhitzt, hat es negative Auswirkungen für das Herz und ist außerdem krebserregend.

Wie kann ich Palmöl meiden?

Ein verantwortungsbewusstes Konsumverhalten ist nicht nur in Bezug auf die Gesundheit, sondern auch im Sinne der Umwelt, Nachhaltigkeit und Menschenrechte begrüßenswert. Jeder kann ein Zeichen setzen: Beim Kauf von Lebensmitteln und Kosmetikprodukten sollte man stets einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe werfen und das Produkt konsequent nicht kaufen, sollte Palmöl enthalten sein.

Doch liegt ein Umdenken nicht nur am Konsumenten selbst. Um langfristig Veränderungen zu erzielen, müssen vor allem Politik, Handel und Hersteller handeln.

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3 Kommentare

  • Ch. Kobel sagt:

    Wie stellt man eine so komplexe Situation so vereinfacht dar, dass sich auch der Laie wenigsten einen Hauch von Wissen über die Zusammenhänge erfahren kann?
    Ich glaube der Autorin ist das dar nicht schlecht gelungen.

    • jR sagt:

      Die Autorin hat nur von Palmöl gesprochen statt von Palmkernöl.
      Dieser Vereinfachung fällt die Wahrheit zum Opfer. Denn das Öl
      des Palmfruchtfleisches ist sehr gesund, weil es Tocotrienole
      enthält, das sind die besonders gesunden Stoffe von Vitamin E.

      • Birgit Guth sagt:

        Hallo jR,
        vielen Dank für Ihre Anmerkung.
        Palmkernöl enthält z.B. auch die Vitamine A und E und gilt deshalb als gesund. Wird das Öl gehärtet, entstehen krebserregende Transfette. Es wird auch zur Herstellung u.a. von Lacken und Biodiesel verwendet.
        Nicht zuletzt ist das Palmkernöl ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von Palmöl. Die Probleme der Nachhaltigkeit und verletzten Menschenrechte bleiben.
        Beste Grüße,
        Birgit Guth

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