Ernährung

Was sind Säuren und Basen?

Sauer und basisch sind wichtige Eigenschaften für Stoffwechsel und Ernährung. Doch was bedeuten diese Begriffe, wie wirken die Stoffe und was meint der pH-Wert?

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Säure-Basen-Ernährung
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Bei vielen Menschen, die erstmals den Begriff "Säure-Base-Ernährung" hören, werden Erinnerungen an den Chemieunterricht wach. Bevor Sie jetzt Angst bekommen: das mit dem pH-Wert, den Säuren und Basen ist längst nicht so kompliziert, wie Chemielehrer gemeinhin tun.

Mehr dazu: Welche Lebensmittel sind basisch?

Säure oder Base: der pH-Wert

Der pH-Wert ist wichtig für den Körper:

  • Der Magen ist sauer, hat einen pH-Wert unter 7,
  • das Blut hingegen ist schwach basisch, sein pH beträgt ziemlich genau 7,4.

Das ist wichtig für die Körperfunktionen, denn die Organe und Enzyme können nicht arbeiten, wenn der pH-Wert nicht passt. Kommen Säuren und Basen aus dem Gleichgewicht, muss der Körper nachjustieren.

Mehr dazu: Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht?

Saure und basische Ionen

  • Säuren sind Substanzen, die Wasserstoff-Ionen abgeben. Oft werden diese positiv geladenen Teilchen auch "Protonen" genannt. Sie machen die Säure sauer.
  • Basen wiederum setzen negativ geladene Hydroxid-Ionen frei. Wenn sie auf ein Wasserstoff-Ion treffen, werden sie neutralisiert: es entsteht Wasser. Chemiker sagen, die Säure wird neutralisiert. Eigentlich müssen wir nur eine Faustregel kennen: je "wasserstoffiger", desto saurer und desto niedriger der pH-Wert.

Ausgleich im Magen: die Protonenpumpe

Der Magen hat einen sauren pH-Wert und das ist gut so. In dieser Umgebung können die Verdauungsenzyme ihre Arbeit am besten tun: sie zerlegen die Nahrung mit Hilfe der Magensäure in ihre Einzelteile.

Damit der Magen schön sauer bleibt hat er eine sogenannte "Protonenpumpe". Das ist ein Enzym, das positiv geladene Wasserstoffionen, also "Protonen" in den Magen-Innenraum abgibt. Den Effekt haben Sie bestimmt schon erraten: der Mageninhalt wird saurer. Über dieses Enzym reguliert der Körper den pH-Wert: trinken wir sauren Zitronensaft, so bemerkt der Körper das und stellt die eigene Säureproduktion ein. Deshalb gilt Zitronensaft als basenbildendes Lebensmittel.

Mehr dazu: Warum knurrt der Magen?

Medikamente gegen die Säure

Wer Sodbrennen hat oder Schmerzmittel schlucken muss, bekommt einen Protonenpumpen-Hemmer (PPI) verschrieben. Diese Medikamente stoppen die Säureproduktion an der Wurzel. Wer basische Brausetabletten nimmt, kurbelt bloß die Säureproduktion an.

Hinweis: Nehmen Sie solche Medikamente nicht ohne ärztliche Anweisung ein. Missbrauch bzw. falsche Anwendung kann körperliche Schäden verursachen.

Puffer halten Säuren und Basen im Gleichgewicht

Der Körper enthält viele verschiedene Puffer, die den pH-Wert regulieren. Das Prinzip ist einfach: der Puffer ist ein Boxsack für Säuren und Basen, er ist gut im Einstecken.

Kommt eine Säure in ein gepuffertes System, wie die Säureschicht der Haut, den Magen oder das Blut, wird der Puffer aktiv und absorbiert die Säure. Er macht das, indem er das Wasserstoff-Ion schluckt und neutralisiert. So ein Puffer ist natürlich nicht unendlich belastbar. Irgendwann ist auch mit seiner Aufnahmefähigkeit Schluss.

Die richtige – säurearme – Ernährung hilft den Ausgleichsfunktionen den Körpers bei der Arbeit.

Mehr dazu: Die wichtigsten Regeln für Clean Eating

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