Ernährung

Wie Essen schlau macht & die Intelligenz beeinflusst

Studien zeigen, dass der Einfluss der individuellen Ernährung auf die Denkleistung möglicherweise größer ist als gedacht.

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Essen macht schlau
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Wir haben schon öfter davon gehört, dass der Verzehr bestimmter Lebensmittel gut für das Gehirn ist etwa wenn sie die essentielle Fettsäure Omega-3 enthalten. Omega-3 steckt zum Beispiel in fettem Seefisch, Nüssen, Avocado oder Leinöl und soll ein wahrer Brain-Booster sein.

Um tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Intelligenz feststellen zu können, braucht es allerdings Studien mit sehr vielen Teilnehmern und vor allem eines: viel Zeit.

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Untersuchung seit den 90ern

Bis Essen seine Wirksamkeit auf unseren Organismus zeigt, dauert es eine Weile.

  • Die Schwierigkeit liegt auch darin, dass jeder Mensch eine einzigartige Mischung an Nahrung zu sich nimmt, was den Schluss von der Aufnahme gewisser Essenskomponenten auf eine körperliche Entwicklung oder Veränderung zu einer Mammutaufgabe macht.
  • Trotzdem wagten sich schon in den 90er-Jahren  britische Wissenschafter daran, das Essverhalten von Kindern von mehr als 14.500 Familien unter die Lupe zu nehmen.
  • Diese Langzeit-Studie läuft heute noch.

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Frühkindliche Ernährung zählt

Ein Ergebnis der Untersuchung lautet, dass Kinder, die nicht gestillt wurden oder in einer frühen Phase ihres Lebens hauptsächlich stark verarbeitete, zucker- und fetthaltige Lebensmittel verzehrten, im Alter von acht Jahren etwas weniger intelligent waren als Kinder, die Muttermilch bekamen beziehungsweise mit frischem Essen mit viel Obst und Gemüse aufwuchsen.

Eine iranische Studie scheint dieses Resultat zu bestätigen.

  • Dieser zufolge schnitten Kinder, die sich von Junkfood  ernährten, bei Intelligenztests schlechter ab als gesund Essende.
  • Unterm Strich: Nährstoffarme Ernährung, die vorwiegend aus Fertigprodukten mit viel Fett und Zucker besteht, fördert nicht gerade die Entstehung eines gewieften Erdenkindes.
  • Wie immer handelt es sich bei beiden Untersuchungen aber nur um Zusammenhänge und nicht um Kausalitäten.
  • Das bedeutet, das auch andere Faktoren die Ursache für mehr Intelligenz sein können.
  • Zum Beispiel ein höherer sozialer Status, mit dem auch eine zumeist qualitativ hochwertigere Ernährung einhergeht.

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Weniger ist mehr?

Werfen wir einen Blick auf Forschungen am Tier. Solche Studien befinden sich zwar ganz unten in der Beweiskraft-Pyramide, bieten aber dennoch eine Ausgangsbasis für weiterführende Forschung.

  • Eine Studie mit Tauben zeigte, dass Küken, die eine Zeit lang schlechtes Futter erhielten, später ein besser ausgeprägtes Ortsgedächtnis hatten.
  • Dasselbe Ergebnis brachte eine Untersuchung mit Ratten. Diese fielen zwar nach einer schlechten Versorgungsphase in jungen Rattenjahren körperlich etwas mickrig aus, wiesen jedoch ebenfalls ein gut entwickeltes Gehirn mit verbesserter Orientierung auf.

Diese Experimente lassen die Vermutung zu, dass bei einem Zuwenig an Nahrungsenergie die Überlebensinstinkte geschärft werden, um die Suche nach Essbarem erfolgreicher zu gestalten.

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Gefährlicher Mangel

Während Senioren beispielsweise von einer leichten Kalorienreduktion ohne Gewichtsabnahme mit einer gesteigerten Gedächtnisleistung profitieren, ist Mangel- oder Fehlernährung in der Kindheit mit großen Problemen in der geistigen Entwicklung verknüpft. Ein Zuviel an Kalorien schadet dem Kinderhirn aber ebenfalls. Wie immer gilt es, einen gesunden Mittelweg zu finden…

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