Richtig Essen

Tischmanieren: Wie Kinder richtig essen lernen

"Eltern sollen sich als Schatzsucher, nicht als Förderer ihrer Kinder sehen. So begeben sie sich auf Entdeckungsreise" – Gerald Hüther, Hirnforscher

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Mit viel Geduld und Fürsorge können auch die Kleinsten Tischpartner richtig essen lernen.
Ivanko_Brnjakovic / iStock

Kleinkinder essen alles, sie sind neugierig und wollen es ihrer Mutter gleichtun. Was die Mama isst, mag ich auch. In dieser Phase herrscht meist Begeisterung zwischen Mutter und Kind.

  • Ab dem ca dritten Lebensjahr entwickelt das Kind erste Eigenständigkeiten und dann beginnen meist auch die ersten Essprobleme zwischen Mutter und Kind.
  • Es lernt durch Erfahrungen mit der Welt außerhalb der Kernfamilie (z.B. im Kindergarten) andere Lebensmittel und Speisen kennen und will nun schon mal den eigenen Willen durchsetzen.
  • Mami hat aber einen anderen Fokus. Alltagsmahlzeiten müssen schnell zubereitet sein, für ALLE passen und gesund sein.

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Küchen-Kompromisse

Ich denke, man sollte bereits dem kleinen Kind Freiheiten einräumen.  Wenn es zum Beispiel Fleisch mit Beilage und Gemüse gibt, kann das Kind aussuchen, welche Speise es essen will. Ein Klassiker sind auch Nudeln mit einer Sauce. Hier kann das Kind ganz einfach statt der Sauce Butter und Parmesankäse wählen.

  • Kochen Mutter und Kind(er) gemeinsam, werden sie am Ende lieber vom Gekochten essen (oder zumindest kosten), weil sie das Ergebnis IHRES Kochens mehr interessiert.
  • Neugierde und Forschungsdrang sind also gute Verbündete, will man Kinder zu einem vielfältigeren Speiseplan verführen.

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Warum essen Kinder im Kindergarten alles und zu Hause nicht?

Ich denke, weil sie ein Thema brauchen, um sich an der Mutter zu reiben. Die sinnvollste Rebellion ergibt sich beim Essen. Daher lohnt es sich für Mütter auf Essensreaktionen des Kindes nicht sofort zu reagieren, sondern kurz innezuhalten und zu überlegen, welcher Grund dahintersteckt.

  • Will das Kind gar nicht essen, empfinde ich es als sehr beruhigend, sich vor Augen zu halten, dass es bis zum  6. Lebensjahr mit einem Butterbrot und einem Apfel recht gut versorgt ist.

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Spüren statt (Zer-)Reden

Je älter das Kind wird, desto mehr Information zum Essen bekommt es von der Mutter, aber meist ist es daran nicht interessiert, es will bloß den Hunger stillen. Diesbezüglich reicht es meist auch, wenn Mutter und Vater als Vorbilder mit gutem Beispiel vorangehen. Zu viel unerwünschte Belehrung erreicht mitunter bloß das Gegenteil des gewünschten Effektes…

  • Essen und gesunde Ernährung sind heute extrem stark im Fokus des öffentlichen Diskurses, sodass wir den Blick auf das Grundsätzliche verloren haben: Unser Körper benötigt Nahrung, um zu überleben und er meldet sich recht deutlich, wenn er etwas braucht. Kinder spüren das. Unsere Aufgabe ist es, dieses Gespür zu erhalten.

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  • Sebastian sagt:

    Schöner Bericht, gibt es eigentlich einen Grund das man immer von Mutter und Kind spricht? Wieso schreibt man nicht „betreuenden Elternteil“ oder Mutti/Vati. Im Zeitalter der Gleichberechtigung sollte man das vielleicht mal mit einbeziehen und vom Denken „ Mutti erzieht“ und Vater bezahlt, abrücken. Es gibt nämlich auch Väter. Danke