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Trendsport Bouldern: So gesund ist Klettern!

Alles im Griff? Bouldern gehört derzeit zu den gefragtesten Sportarten. Und das zu Recht: Beim Klettern in Absprunghöhe sind nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Köpfchen gefragt.

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So gut ist der Trendsport Bouldern
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Seit einigen Jahren boomt das Bouldern regelrecht: Immer mehr Menschen jeder Altersstufe entdecken das Klettern in geringen Höhen für sich. Technik, Ausdauer und Kraft sind dabei gefragt – das perfekte Workout für den ganzen Körper also.

Arme und Beine, der gesamte Oberkörper, sogar Zehen und Finger werden hier gefordert und richtig gut trainiert. Wer erstmals die bunten Routen der Hallen erklimmt, spürt am nächsten Tag oft Muskeln schmerzen, von denen er bisher keine Ahnung hatte, sie zu besitzen. Trotz Anstrengung sind Spaßfaktor und Adrenalinkick dabei groß – und das ganz ohne echte Gefahr.

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Absturz ohne Folgen

Geklettert wird nämlich nur bis zu einer Absprunghöhe von maximal 4,5 Metern, häufig sogar niedriger. Die Boulderhallen sind mit dicken Matten ausgelegt. Wer also abstürzt und nicht auf den Füßen landet, landet sanft und weich am Allerwertesten. Damit es auch jeder einmal nach oben schafft, ohne vorher vom Kurs abgeworfen zu werden, gibt es Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für Anfänger bis hin zu Profis. Diese sind entsprechend gekennzeichnet.

Absolute Beginner sollten am besten mit den Einsteiger-Routen beginnen:

  • Für die einfachste Kategorie sind noch keine speziellen Bewegungen und Techniken nötig und die Griffe sind gut zu fassen. Mit steigendem Schwierigkeitsgrad werden Tritte und Griffe zunehmend kleiner und glatter, die Abstände dazwischen immer größer und komplizierter zu erreichen: Überkreuzgriffe, Überhänge und Sprünge sind schließlich bei den Vollprofis gefragt.

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Keine Altersgrenzen

Das Schöne am Bouldern: Fast jeder kann es tun! Es ist keine lange Ausbildung nötig, es kann einfach drauflos gekraxelt werden. Es braucht auch keine teure Ausrüstung, lediglich eine bequeme Hose und passende Kletterschuhe, die meist für eine kleine Gebühr direkt in der Kletterhalle ausgeliehen werden können.

Da die Verletzungsgefahr dank der Weichböden sehr gering ist, ist die Sportart auch für so ziemlich jedes Alter geeignet:

  • Kleine Kinder und sportliche Senioren können sich in der Boulderhalle ohne gröberes Verletzungsrisiko austoben.
  • Um auch Muskelzerrungen und Muskelkater zu vermeiden, ist jedoch richtiges Aufwärmen gefragt: Obwohl der Sport grundsätzlich gelenkschonend ist, sollte die Muskulatur erst einmal auf Betriebstemperatur gebracht werden.
  • Ein paar einfache Dehnübungen, Seilspringen oder ein paar Hampelmänner bringen die Durchblutung der Muskulatur bis in die Fingerspitzen in Schwung.

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Kraft und Technik

Wer regelmäßig bouldert, bekommt nach und nach immer mehr Kraft in Rücken, Armen, Beinen und Fingern. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch gesund. Denn eine straffe Muskulatur schützt vor Haltungsschäden und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Das macht Klettern zum perfekten Ausgleich für vorwiegend sitzende Bürojobs.

  • Kraft ist jedoch nicht alles beim Bouldern: Ohne den richtigen Schwung und eine gute Technik bleiben die schwierigen Griffe unerreichbar. Wer am nächsten Tag einen Muskelkater an Unteramen, Oberarmen und Rücken hat, ist nicht zu schwach, sondern muss an seiner Technik feilen. Je mehr Beinmuskulatur und Schwung ausgenutzt werden, desto weniger Armkraft braucht es.
  • Steigen statt Hochziehen lautet hier das Motto. Der höhere Arm sollte immer gestreckt sein, der Fuß am Tritt guten Halt haben. Anschließend wird der Körper nicht vom Arm hochgezogen, sondern mit den Beinen hochgedrückt. Das spart Kraft und erlaubt einem, auch längere und anstrengendere Routen zu klettern.

Klingt simpel, ist jedoch gerade am Anfang leichter gesagt als getan. Um schwierige Strecken zu meistern, heißt es daher: üben, üben, üben – und sich am besten von fortgeschrittenen Sportlern etwas abschauen. So lassen sich einzelne Bewegungen nachmachen und die Abläufe an der Wand verbessern. Wer das Bouldern als Gruppensport betreibt, entwickelt seine Fähigkeiten daher oft schneller.

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Mentale Stärke

Tatsächlich ist beim Bouldern nicht nur Körpereinsatz gefragt:

  • Geduld,
  • taktisches Denken
  • und mentale Stärke sind bei schwierigeren Routen das A und O.

Diese beinhalten immer sogenannte Probleme, sprich: besonders schwierige Stellen, die technisch versierte Griffe oder bestimmte Manöver erfordern. Geübte Kletterer überlegen schon vom Boden aus, welcher Weg nach oben mit den eigenen Fähigkeiten machbar ist. Wer vorher alles durchgeht, kann Probleme an der Wand besser lösen oder sogar umgehen. Wie bei einem Schachspiel wird hier zuerst jeder Zug vorausgedacht.

  • Der einzige Gegner: die Wand und man selbst. Deshalb wird Bouldern auch als Therapie bei Depressionen eingesetzt. Die Betroffenen lernen, Probleme spielerisch zu lösen, und gewinnen an Selbstvertrauen nach den bewältigten Aufgaben.
  • Übrigens: Gruppensportler sind auch beim Problemlösen im Vorteil. Sie stecken ihre Köpfe zusammen und tüfteln gemeinsam an einem Weg. Klar kann nicht immer alles bedacht werden und Improvisation ist gefordert. Und wenn es nicht mehr weitergeht? Einfach lachend zurückfallen lassen! So ist Spaß am Bouldern garantiert.

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