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Geht’s der Hüfte gut, geht's uns gut

Was wir über die Hüfte wissen sollten und welche Trainingsmethoden helfen können, unsere Hüfte beweglich zu erhalten.

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Ist die Hüfte gesund und beweglich, dann geht es auch dem ganzen Körper gut.
SrdjanPav / iStock

Gehen, Stehen, Laufen – diese Bewegungsabläufe sind Meisterleistungen unseres Körpers. Erst recht, wenn sie schmerzfrei und reibungslos durchgeführt werden können. Dabei ist unsere Hüfte ein Dreh- und Angelpunkt für Beweglichkeit. Als Teil unseres Beckens beeinflusst die Hüfte unseren Bewegungsradius aus der Mitte: vom sprichwörtlichen Scheitel bis zur Sohle, über die Wirbelsäule bis in die oberen Extremitäten.

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Warum eine trainierte Hüfte mehr als "hip" ist

Unsere oft als selbstverständlich erachtete Mobilität ist Ergebnis einer ausgeklügelten Bewegungskette, die wir im frühkindlichen Stadium meist krabbelnd erlernt haben.

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk im menschlichen Organismus. Wie ein Scharnier in der Mitte unseres Körpers (Kugelgelenk) verbindet es Rumpf und Beine (Becken- und Oberschenkelknochen). Im Rahmen eines sinnreichen Zusammenspiels – insbesondere zwischen Knochen, Knorpel, Fasergewebe, Muskeln, Sehnen, Bändern, Nerven – verhilft uns die Hüfte somit zu Halt, Stabilität und Beweglichkeit, im Alltag wie im Extremsport.

Da im Laufe des Lebens ohnehin starke Kräfte auf die Hüfte einwirken, ist es hilfreich, Übergewicht zu vermeiden. Auch Übungen, die auf eine bewusste Steuerung der Bewegungskette abzielen, sind empfehlenswert. Dazu zählen unter anderem Feldenkrais oder Antara.

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Bewegung optimieren durch Feldenkrais und Antara

Beide Methoden beinhalten nicht nur wohltuende Dehnungs-und Stärkungsübungen für die Hüfte. Sie optimieren allgemein das Zusammenspiel zwischen Muskel- und Skelettsystem und fördern die Achtsamkeit für die eigene Haltung:

Feldenkrais

Wie lässt sich die Beweglichkeit des Hüftgelenks durch gezielte Rotations- und Kippbewegungen (mit und gegen den Uhrzeigersinn) verändern? Was bewirkt ein unterschiedlicher Neigungswinkel der Füße oder des Oberkörpers im Hüftgelenk? In der Feldenkrais-Stunde wird im Stehen, Sitzen oder Liegen die Hüfte genau wahrgenommen und gespürt. So werden Alternativen zu gewohnten, einschränkenden Bewegungs- und Verhaltensweisen erlernt. Anschließend werden die gelernten Bewegungen in den Gang integriert.

  • Übrigens: Die Bedeutung des Krabbelns für die Bewegungskette hatte Moshé Feldenkrais, Begründer der gleichnamigen Methode, schon viel früher entdeckt. Er hatte es seinen Schülern verordnet, lange bevor "Crawling" (auch Crunning) breitenwirksam bekannt wurde.
  • Geeignet ist Feldenkrais für Menschen, die Zeit und Ruhe für den eigenen Körper aufbringen wollen und ungesunde Muster nachhaltig verändern möchten.

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Antara

Choreografierte Physiotherapie, die Spaß macht: Unter Berücksichtigung der Biomechanik (nicht nur des Hüftgelenks) und des Atemflusses werden funktionelle Bewegungseinheiten geübt. Koordination und Gleichgewichtssinn werden geschult, die tiefliegende Muskulatur ("Core") gestärkt. Das von Karin Albrecht und Maja Rybka entwickelte Bewegungskonzept eignet sich für alle, die ihre Beweglichkeit und Kraft nachhaltig verbessern möchten und eine Alternative zu Pilates suchen.

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Bei Schmerzen zum Arzt

Eine der häufig auftretenden (Verschleiß-)Erkrankungen des Hüftgelenks ist die Hüftarthrose (="Coxarthrose"). Die Hüftarthrose bedeutet unbehandelt, je nachdem wie weit fortgeschritten sie bereits ist, Schmerzen, bis hin zu massiven Bewegungseinschränkungen.

Aber auch Nervenreizungen und eine Vielzahl anderer Gründe können heftigen Hüftschmerz verursachen. In diesem Fall unbedingt den Arzt aufsuchen und mit Trainingsmethoden erstmals pausieren.

Mehr dazu auf netdoktor.at: Arthrose

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