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Lawinengefahr: Wie Sie sich schützen und überleben können

Was Sie tun müssen, wenn Sie in eine Lawine geraten.

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vor Lawine schützen
Smitt / iStock

Jedes Jahr verzeichnet der österreichische Lawinenwarndienst im Schnitt 25 Lawinentote. Das Gebirge und seine Schneemassen können tückisch sein. Tourengeher und Skifahrer sollten sich bewusst sein, dass auch Lawinengefahr besteht, obwohl offiziell keine Gefahrenstufe ausgeschrieben.

  • Gefährliche Abfahrt: Die meisten Lawinenunglücke passieren bei der Abfahrt. Experten gehen davon aus, dass man beim Aufstieg wachsamer ist.
  • Todgeiler Dreier: Brisant ist der "todgeile Dreier": Werner Munter, ein Lawinenexperte, prägte den Begriff. Gemeint ist die Kombination aus Gefahrenstufe 3, einer Hangneigung über 40° sowie der Sektor Nord (schattenseitig, Nord-West über Norden bis Süd-Ost).
  • Schneeverhältnisse: Triebschnee und Altschnee stellten in der Vergangenheit die größten Probleme dar.

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Survival Guide bei Lawinengefahr

Die wichtigsten Tipps, wie Sie ein Lawinenunglück überleben können:

  • Flucht nach vorne ist meist zwecklos. Bemerken Sie, dass sich eine Schneeplatte löst, versuchen Sie nicht, bergab davon zu laufen oder auf Schiern davon zu fahren. Die Gefahr, sich dabei zu verletzen ist groß und die Wahrscheinlichkeit, den Schneemassen zu entkommen, gering. Versuchen Sie stattdessen an den Rand der Lawine zu gelangen.
  • Skistöcke und Rucksack loswerden. Befreien Sie sich von Ski oder Snowboard, Skistöcken und dem Rucksack. Dies ist unnötiger Ballast, der Sie nach unten ziehen und verletzen könnte. Konnten Sie die Ski nicht abwerfen, versuchen Sie so lange wie möglich aufrecht zu bleiben und die Ski gerade zu halten.
  • Schwimmbewegungen. Versuchen Sie, auch im Falle eines Sturzes, sich an der Oberfläche zu halten, indem Sie mit den Armen rudern und kraulen und mit den Füßen treten.
  • Lufthöhle bilden. Sobald Sie merken, dass die Lawine langsamer wird, gehen Sie in die Hocke und bilden Sie eine Atemhöhle, indem Sie die Hände vor Nase und Mund halten.
  • Schreien. Können Sie sich nicht selbst befreien, schreien Sie so laut Sie können, sobald Sie Rettungskräfte hören können. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie auf die Hilfe anderer angewiesen.

Verschüttete überleben meist bis zu 15 Minuten, danach sinkt die Überlebenschance erheblich.

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Lebenswichtige Ausrüstung

Tourengeher sollten bei ihrer Bergtour auf die richtige Ausrüstung setzen:

  • Lawinenball: Ein Ball, der am Rucksack befestigt wird und über eine Leine mit dem Verschütteten verbunden ist.
  • Lawinen-Airbag: Ein Rucksack, der nach Ziehen einer Reißleine zwei Ballons aufbläst, der den Verschütteten an der Oberfläche halten soll.

Seien Sie aufmerksam und gehen Sie kein Risiko ein, denn auch die technische Unterstützung ist keine Garantie zum Überleben. Besuchen Sie unbedingt einen Lawinenkurs, bei dem Sie alles über Gefahren, Verhalten, Ausrüstung, etc. lernen.

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