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Sportsucht erkennen und überwinden

Sie sind permanent im Fitnessstudio und werden nervös, wenn Sie mal einen Tag Pause machen müssen? Dann könnte eine Sportsucht der Grund sein.

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Eine Sportsucht kann zu körperlichen Beeinträchtigungen, sowie Essstörungen führen.
franckreporter / iStock

Sport zu betreiben ist unglaublich wichtig für unsere Gesundheit und stärkt nebenbei auch noch unser Immunsystem. Jedoch kann übertriebenes Training zu einer gesundheitlichen Bedrohung werden, wenn der Gang ins Fitnessstudio zum Zwang wird. Aber wann überschreiten wir die Grenze des Gesunden und wann wird Sportsucht zum echten Problem?

Essstörungen & verzerrtes Körperbild

Dem idealen Körperbild hinterher zu jagen kann bei vielen Menschen eine richtige Sucht auslösen. Bodybuilder oder Personen mit Essstörungen wie Sport-Magersucht und –Bulimie können nicht aufhören zu trainieren.

  • Die Betroffenen hungern nicht, sondern trainieren bis zur total Erschöpfung. Frauen verfolgen meist ein schlankes Körperbild und finden sich trotz Untergewicht noch immer zu dick. Männer wiederum möchten große Muskeln und sehen sich auch mit einem dicken Bizeps als zu dünn und schmächtig.
  • Bei Bodybuildern wird dieses Phänomen Muskeldysmorphie genannt. Die verzerrte Sicht des eigenen Körpers trägt dazu bei, dass die Betroffenen befürchten, dass ihr Körper sofort Muskeln abbaut, wenn sie nicht oder zu wenig trainieren.

Mehr dazu: Wann Sie besser keinen Sport treiben sollten

Anzeichen einer Sportsucht

Neben bestehenden Essstörungen, Depressionen oder Alkoholismus können noch weitere Anzeichen auf eine Abhängigkeit hindeuten:

  • Sie machen Sport, obwohl Ihnen nicht danach ist und ignorieren körperliche Signale wie Schmerz und Abgeschlagenheit.
  • Das Training ist Ihre oberste Priorität, Sie richtigen Ihren Tagesablauf danach aus und vernachlässigen dadurch Freunde und Familie.
  • Ihr Aussehen ist Ihnen extrem wichtig und Sie fühlen sich dazu getrieben, regelmäßig trainieren zu gehen. Einen Tag oder sogar eine Woche Pause vom Sport zu machen, ist für sie unvorstellbar.
  • Sie machen sich Vorwürfe, wenn sie nicht trainieren können und betreiben meist Sport, weil Sie auf sich selbst wütend sind oder ein schlechtes Gewissen haben.
  • Ihr Essen verdienen Sie sich mit der jeweiligen Sporteinheit und Sie haben regelmäßig mit Schmerzen und Müdigkeit zu kämpfen.
  • Nur trainieren kann Sie glücklich machen. Sie fühlen sich innerlich leer, wenn Sie nicht im Fitnessstudio waren.

Mehr dazu: Sporttrends 2019: Fitness von morgen

Wozu führt Sportsucht?

Wer süchtig nach Sport ist, hat oft mit schweren körperlichen Folgen zu kämpfen:

  • Wer die Signale seines Körpers vernachlässigt, muss einen frühzeitigen Verschleiß von Bändern, Sehnen und Knochen in Kauf nehmen.
  • Frauen, die an Bulimie oder Magersucht leiden, verlieren wichtiges Körperfett. Dies kann zu Hormonstörungen, Ausbleiben der Regelblutung und Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) führen.
  • Ab einem gewissen Kalorienverbrauch und nicht ausreichender Nahrungszufuhr baut der Körper Muskeln ab. So sinkt die körperliche Leistungsfähigkeit.
  • Wer sein soziales Umfeld ignoriert und nur mehr im Fitnessstudio ist, erhöht das Risiko zu vereinsamen.

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Wege aus der Abhängigkeit

Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Schritt in Richtung Heilung, trotzdem kann es für viele Betroffene sehr schwierig sein, sich aus der Sucht zu befreien. Zuerst sollten Sie mit einfachen Dingen beginnen:

  • Erstellen Sie einen neuen Trainingsplan: Damit Sie sich von Ihrer Abhängigkeit abkapseln können, müssen Sie sich einen neuen Plan aneignen. Legen Sie öfter eine Pause ein und verkürzen Sie Ihre Workouts.
  • Sprechen Sie über Ihre Probleme: Egal ob mit einem Gleichgesinnten oder einer Vertrauensperson, wenn Sie über Ihre Anliegen reden, wird es Ihnen besser gehen.
  • Suchen Sie neue Glücksquellen: Zwar zählt das Training für viele Betroffene als Hobby, doch wenn keine anderen Tätigkeiten Sie glücklich machen können, dann müssen Sie eine Alternative finden.
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Fühlen Sie sich schlapp, müde und kränklich? Dann gönnen Sie Ihren Körper eine Auszeit! Der Weg ins Fitnesscenter wird Ihnen sicher nicht weiterhelfen.
  • Holen Sie sich professionelle Hilfe: Sind Sie nicht in der Lage, alleine aus der Abhängigkeit rauszukommen, dann sollten Sie sich ein Gespräch mit einem Trainer, Therapeuten oder Life Coach ausmachen. Psychologische Beratungsstellen und Sportpsychologen können in diesem Fall ebenfalls eine angemessene Behandlung anbieten.

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