Fitness

Streakrunning: 365 Tage Laufen

Run everyday! So lautet das Motto der Streakrunner, die jeden Tag ihre Laufschuhe schnüren und kein Training auslassen.

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Streakrunner auf der Straße
bernardbodo / iStock

Wenn jemand stolz erzählt, drei- bis viermal wöchentlich joggen zu gehen, dann kostet das Erich nur ein müdes Lächeln. Denn Erich ist Streakrunner. Das bedeutet, er läuft jeden Tag. An sieben Tagen die Woche, einfach immer. Außer er ist krank oder familiär bzw. beruflich verhindert.

Aber ist das gesund, den Körper tagtäglich so auszupowern, wo doch in Sportlerkreisen immer der Rest-Day und die nötige Regeneration gepredigt wird? Sind Streakrunner schon sportsüchtig? Wir haben uns den Lauftrend einmal genauer angesehen.

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Running on a daily basis

Für Streakrunner gehört der tägliche Lauf zur Routine wie für andere das Checken des Smartphones oder das Zähneputzen. Es gibt sogar ein eigenes Regelwerk, das von der United States Running Streak Association herausgegeben wurde:

  • Jeden Tag mindestens eine Meile laufen, das sind 1,6 Kilometer.
  • Natürlich dürfen längere Distanzen gelaufen werden.
  • Einen Tag pausieren ist aber "verboten".
  • Bei Schlechtwetter darf auch auf dem Laufband gelaufen werden.
  • Wer seinen Streak unterbricht, indem er eine Einheit auslässt, der muss seinen Streak von vorne beginnen.

Das englische Wort "streak" bedeutet unter anderem Serie, Streifen, Strähne oder Strich. Frei übersetzt könnte man Streakrunning also als "Laufen in Serie" bezeichnen. Der Streakrunning-Guru Ron Hill lief zwischen 1963 und 1991 angeblich sogar zweimal pro Tag.

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Mehr Leistung baut auf Ruhe auf

Solange Sie nicht Tag für Tag am Limit laufen und ausschließlich lange und intensive Strecken hinlegen, ist gegen tägliches, lockeres Laufen nichts einzuwenden. Wenig Sinn macht es außerdem, wenn Sie Ihr wöchentliches Trainingspensum auf sieben Tage verteilen. Wie bei jedem Training ist es wichtig, dem Körper neue Reize zu bieten, damit es überhaupt zu einer Leistungssteigerung kommen kann. Wer täglich nur 1,6 Kilometer läuft, wird kaum neue Erfolgserlebnisse haben, daher:

  • Raus aus der Eintönigkeit: Nutzen Sie Streakrunning für sportliche Abwechslung. Wie wär's zum Beispiel mit einem dreiwöchigen Streak?
  • Keine Höchstleistungen: Trainieren Sie niemals bis zum Anschlag. Danach bräuchte der Körper auf jeden Fall einen Rest-Day, der beim Streakrunning nicht einkalkuliert ist.
  • Immer mit der Ruhe: Schrauben Sie Ihren Ehrgeiz herunter und trainieren Sie keinesfalls, wenn Sie eine Erkältung haben oder sich nicht fit fühlen.
  • Hören Sie auf sich: Je ausgelaugter der Körper, desto anfälliger ist er für Verletzungen. Trainieren Sie nicht in den Schmerz hinein, das kann böse enden.
  • Die Abwechslung macht's: Laufen Sie nicht einfach immer im selben Stil, sondern variieren Sie zwischen Sprints, lockeren Dauerläufen, Tempowechseln oder Steigerungsläufen.

Übrigens: Streakrunner sind nicht automatisch sportsüchtig oder fanatisch. Für die meisten gehört Laufen einfach zum Alltag, sie können dabei abschalten und ihren Körper dauerhaft fit halten. Wesentlich schädlicher ist es, stattdessen jeden Abend auf der Couch zu verbringen…

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