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Studie: So leidet die Ausdauermuskulatur beim Krafttraining

Forscher entdeckten, dass regelmäßiger Kraftsport Ausudauermuskeln "auslöschen" kann. Dies liegt unter anderem an einem Botenstoff im Körper.

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Eine Studie zeigt, dass Krafttraining die Ausduaermuskulatur abbaut.
Bojan89 / iStock

Im Fitnesscenter seinen Körper in Form zu bringen ist für die meisten Menschen ein Muss. Bei der Wahl zwischen Cardio und Krafttraining, greift man häufig auf das Workout mit Gewichten zurück. Doch das Gewichtheben kann dem Körper nicht nur Gutes tun, sondern auf Dauer auch die Ausdauerleistung schwächen. Forscher entdeckten in einer Studie, dass das vermehrte Training mit Gewichten zu einem Schwund von Ausdauermuskeln beitragen kann.

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Krafttraining löscht Ausdauermuskeln

Unsere Muskeln unterscheiden sich vor allem in der Art ihrer Fasertypen:

  • Ausdauermuskeln zeichnen sich durch langsam zusammenziehende Muskeln aus. Diese sind vor allem bei Ausdauersportlern, zum Beispiel beiMarathonläufern, sehr ausgeprägt.
  • Kraftmuskeln bestehen aus Fasern, die sich sehr schnell zusammenziehen können. Wer oft mit Gewichten trainiert, kann die Muskeln "aufpumpen" und wachsen lassen.

Das Gewichtheben trägt jedoch dazu bei, dass immer mehr Ausdauermuskeln im Körper abgebaut werden. Studienleiter Christoph Handschin der Universität Basel untersuchte mit seinem Forscherteam, weshalb die Ausdauermuskeln so stark unter dem Krafttraining leiden.

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Ausdauermuskulatur wird umgewandelt

Die Wissenschafter erforschten den hormonähnlichen Botenstoff BDNF (brain-derived-neurotrophic factor), der eine wichtige Rolle beim Aufbau der Kraftmuskeln einnimmt. Der Botenstoff stammt aus der Gruppe der sogenannten Myokine, diese werden beim Zusammenziehen des Muskels ausgeschüttet. In ihrem Mausmodell wurde deutlich, dass der Botenstoff BDNF dafür sorgt, dass die Ausdauermuskeln beim Krafttraining verringert werden.

"Es ist interessant, dass der Botenstoff vom Muskel selbst produziert wird und nicht auf diesen einwirkt. Gleichzeitig trägt der Botenstoff dazu bei, dass sich die neuromuskulären Synapsen, die die Verbindung zwischen Motorneuronen und Muskeln darstellen, ändern", erklärt Handschin.

Die Umformung der neuromuskulären Synapsen beim Krafttraining bewirkt, dass der Körper vermehrt Kraftmuskulatur aufbaut. Das heißt, dass bei der Ausschüttung des Botenstoffs die Ausdauermuskulatur zu Kraftmuskulatur umgewandelt wird.

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Muskelschwund im Alter

Der Botenstoff könnte genauso für den Muskelschwund im Alter eine Rolle spielen. In einer Folgestudie entdeckte das Forscherteam, dass bei Muskeln ohne BDNF der altersbedingte Rückgang der Muskelmasse und -funktion reduziert wird. Laut den Experten könnte dies neue Behandlungsansätze bei Muskelschwund im Alter bringen.

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