Komplementärmedizin

Natürlicher Aderlass: Was bringt die Behandlung mit Blutegeln?

Mit der traditionellen Blutegeltherapie erzielt die ganzheitliche Medizin beachtliche Behandlungserfolge.

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Therapie mit Blutegeln
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Hirudo medicinalis – der medizinische Blutegel

  • Die Blutegeltherapie wird seit jeher zu therapeutischen Zwecken angewendet.
  • Mit Aufkommen der modernen Medizin rückte sie zunächst in den Hintergrund, die ganzheitliche Medizin jedoch nutzt die natürliche Form des sanften Aderlasses weiterhin erfolgreich bei einer Vielzahl an chronischen Erkrankungen.
  • Der Speichel eines Blutegels enthält Wirkstoffe, die für medizinische Zwecke genutzt werden können.

Der Blutegel gehört zur Familie der Ringelwürmer. Für medizinische Zwecke wird der Hirudo medicinalis, eine bestimmte Art, die in speziellen Aufzuchtfarmen steril gezüchtet wird, eingesetzt. In freier Natur steht der Süßwasser-Egel in vielen Ländern Europas unter Naturschutz.

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Kleines Tier mit großer Wirkung

Die medizinische Wirkung entfaltet sich durch die

  • blutgerinnungshemmenden,
  • gefäßerweiternden
  • und entgiftenden

Substanzen aus dem Speichel des Blutegels.

  • Ansaugen: Der bis zu 15 cm lange, bräunliche Egel hat an beiden Enden seines Körpers Saugnäpfe. Mit dem hinteren Saugnapf klammert er sich an seinem Wirt fest, im vorderen Ende befindet sich die Mundöffnung, mit der er sich an einer geeigneten Bisstelle festsaugt.
  • Schmerzfrei dank Betäubung: Mithilfe der rund 80 kleinen Kalkzähnchen wird die Haut des Patienten angesägt. Der Biss eines Blutegels ist nahezu schmerzfrei, da mit dem Speichel eine örtlich betäubende Substanz in die Haut eingebracht wird.
  • Nichts für Tierliebhaber: In rund 30 bis 60 Minuten saugt der Egel bis zu 15 ml Blut (bis zum Fünffachen seines Körpergewichtes), fällt ab und braucht dann für viele Monate keine Nahrung mehr. Medizinische Blutegel werden jedoch – wegen der Gefahr der Übertragung von Krankheiten – immer nur ein Mal benutzt.
  • Blutung danach: Nach dem Saugakt kommt es für 8 bis 24 Stunden zu einer Nachblutung, wodurch weitere bis zu 50 ml Blut und Gewebsflüssigkeit aus der Wunde austreten und die Wunde gereinigt wird. Während der Nachblutung wird die Wunde mit einer sterilen Wundauflage bedeckt und ein Verband angelegt. Nach Stillstand der Blutung bilden sich an der Stelle mehr oder weniger große Blutergüsse, die jedoch nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

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Anwendungsgebiete der Blutegel

Die Blutegeltherapie wird hauptsächlich bei Venenentzündungen und Krampfadern oder Besenreisern eingesetzt. Die Anwendung von Blutegeln bei Arthrosen kann entzündungsbedingte Schmerzen im Gelenkbereich lindern. In der plastischen Chirurgie wird der Blutegel bei Lymph- oder venösen Stauungen, aber auch Wundheilungsstörungen erfolgreich eingesetzt.

Eine Behandlung mit Blutegeln ist eine medizinische Therapie, welche nur durch erfahrene ausgebildete Therapeuten durchgeführt werden darf.

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