Komplementärmedizin

Warum Oma nicht immer recht hat: 6 Mythen im Faktencheck

Oma kennt sich aus, auf Omas Tipps hört man. Doch gerade wenn es um die Gesundheit geht, sollte man den einen oder anderen Ratschlag hinterfragen.

  • Drucken
Wieso Omas Hausmittel nicht immer der Wahrheit entsprechen.
Zinkevych / iStock

Egal, ob bei Verletzungen, Magenverstimmungen oder herkömmlichen Ernährungsfragen: Oma weiß es am besten! Oder? Wir klären Sie darüber auf, wieso unsere Großmutter nicht immer den wirksamsten Rat hat! Hier kommen sechs Medizinmythen, die alles andere als helfen.

Mehr dazu: 4 Hausmittel gegen verfärbte Fingernägel

Bei Vergiftungen Milch trinken

Bloß nicht! Milch entgiftet nicht, wie irrtümlicherweise oft angenommen. Durch ihren Fettgehalt erleichtert sie dem Darm die Aufnahme von Giften sogar. Bei Verdacht auf eine Vergiftung den Giftnotruf (01/4064343) wählen.

Kaugummi verklebt den Magen

"Schlucke niemals einen Kaugummi runter, er verklebt deinen Magen!" Zum Glück stimmt das nicht! Nicht einmal, wenn Sie täglich einen Kaugummi verschlucken, passiert etwas. Der Atemerfrischer bleibt weder jahrelang im Magen liegen, noch verklebt er den Darm. Er wird einfach unverdaut wieder ausgeschieden.

Mehr dazu: Warum knurrt der Magen? 

Cola und Soletti bei Durchfall

Jahrelang durften wir bei Durchfall auf Omas Couch vor dem Fernseher liegen, jede Menge Salzstangerl knabbern und literweise Cola trinken. Gegen den Durchfall hat das aber nicht viel geholfen, kein Wunder!

  • Durch die Salzstangen wird unkontrolliert viel Salz aufgenommen und das süße Cola liefert jede Menge Zucker.
  • Zu viel für einen bereits angeschlagenen Magen. Flüssigkeits- und Mineralhaushalt sollten durch Tee mit wenig Zucker oder eine klare Brühe ausgeglichen werden.
  • Wenn Sie hungrig sind, greifen Sie lieber zu trockenem Weißbrot oder gedünsteten Karotten als zu salzigem Knabbergebäck.

Mehr dazu:  Woher nervöser Durchfall kommt

Fieber soll man "rausschwitzen"

Wie oft sind wir mit Fieber und roten Backen unter Omas Daunendecke gelegen, um das Fieber "gut rauszuschwitzen"? Das kann aber mehr schaden als nutzen. Wer viel schwitzt, wird nicht automatisch schneller gesund. Ist das Immunsystem durch Fieber bereits geschwächt, bedeutet das Schwitzen noch mehr Anstrengung für Kreislauf und Körper.

Unter der warmen Decke ist zusätzlich Energie nötig, um die erhöhte Körpertemperatur zu senken. Diese Kraft fehlt dem Körper dann bei der Bekämpfung der Erkältung. Bei Fieber kann es zusätzlich zu einem Hitzestau kommen. Auch Sport oder Saunabesuche sind keine gute Idee, wenn man krank ist. Ruhe ist die beste Medizin.

Mehr zum Thema auf netdoktor.at: Behandlung von Fieber

Wunden müssen "atmen"

Wie oft hat uns Oma bei aufgeschlagenen Knien ein buntes Pflaster verweigert, damit Luft an die Wunde kommt und diese schneller abheilt? Wunden heilen an der Luft aber nicht besser. Kleine Verletzungen sollten desinfiziert und mit einem Pflaster verschlossen werden. Erst wenn die Wunde keine Feuchtigkeit mehr absondert, ist das Pflaster überflüssig. Dann hilft Luft bei der endgültigen Abheilung.

Mehr dazu: Wunden heilen tagsüber besser

Bei Nasenbluten Kopf in den Nacken legen

Wenn die Nase blutet, legen wir oft ganz automatisch den Kopf in den Nacken. Den Blutfluss stoppt das allerdings nicht. Rinnt viel Blut den Rachen hinunter und wird geschluckt, kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen: Übelkeit und Erbrechen sind die Folge. Lieber hinsetzen, den Kopf nach vorne beugen, ein kaltes Tuch in den Nacken legen und die Nasenflügel im unteren Drittel für einige Minuten fest zusammendrücken.

Mehr dazu: Ist mein Nasenbluten gefährlich?

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.