Komplementärmedizin

Traditionelle Tibetische Medizin: Das steckt dahinter

Die Traditionelle Tibetische Medizin ist ein ganzheitliches Medizinsystem, das den Körper im harmonischen Gleichgewicht mit Geist und Seele halten soll.

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Die TTM beschäftigt sich vor allem mit der Ernährungsweise und dem Gleichgewicht der Organe.
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Neben der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird nun auch die Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) immer bekannter. Die tibetische Gesundheitslehre ist circa 3.000 Jahre alt und vereint das einzigartige Wissen über Körper und Geist aus China, Indien, Persien sowie der Himalaja-Region. Hierbei befasst man sich besonders stark mit den drei verschiedenen Körperenergien.

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Was ist die TTM?

Die TTM und Konstitutionslehre ist die Lehre der fünf Elemente Erde, Feuer, Wasser, Wind und Raum. Die Gelehrten denken, dass es über dieselben fünf Elemente auch einen Zugang zu Krankheiten und deren Heilmittel gibt. Mit ihrer Hilfe kann die Vitalität des Geistes und des Körpers beeinflusst werden. Die Traditionelle Tibetische Medizin hat gemeinsame Ansätze mit der TCM sowie der indischen Ayurveda.

Die Grundlage der TTM sind die drei Körperenergien (Nye Pas):

  • Wind (Lung): Element: Luft, Geistesgift: Gier, Körperliche Manifestation: Bewegung
  • Galle (Tripa): Element: Feuer, Geistesgift: Hass, Körperliche Manifestation: Wärme
  • Schleim (Päken oder Beken): Element: Erde und Wasser, Geistesgift: Ignoranz, Körperliche Manifestation: Kühle, Flüssigkeit

In jedem von uns sind alle drei Nye Pas vorhanden, die für die Abläufe in unserem Körper verantwortlich sind. Die Mischung dieser Energie wird durch Herkunft, Lebensstil, Psyche, Emotionen und Umwelteinflüsse gelenkt.

Es ist sehr selten, dass ein Mensch ein ausgewogenes Maß der Nye Pas besitzt: meist herrschen eine oder zwei Energien vor. Diese zeigen, welches Element in unserem Körper am stärksten ausgeprägt ist.

Die fünf Elemente manifestieren sich durch diese drei Energie-Prinzipien, sind diese im Gleichgewicht, so fühlt man sich geistig und körperlich gesund. Zusätzlich werden noch drei verschiedene Konstitutionstypen in der TTM unterschieden:

  • Windtyp: schlank, aufmerksam, unruhig, nervös, kreativ
  • Galletyp: angespannt, athletisch, zielorientiert
  • Schleimtyp: ruhig und langsam, neigt zu Übergewicht

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TTM sorgt für Gleichgewicht im Körper

Die Tibetische Medizin und die Konstitutionslehre streben das innere Gleichgewicht der Kräfte im Körper an. Herzstück dieser Lehre sind eine typgerechte Ernährungsweise und der Einsatz von mehrheitlich pflanzlichen Vielstoffgemischen.

In der TTM werden Rezepturen aus verschiedenen Naturstoffen angewendet, die sich gegenseitig in der Wirkung unterstützen und möglich unerwünschte Effekte ausgleichen. Diese Kräuterrezepturen helfen dem Körper, das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Die TTM und Konstitutionslehre rät zu einer Verhaltensänderung oder Behandlung, wenn die drei Körperregien im Ungleichgewicht sind.

Die wichtigste Behandlungsmethode der Diagnostik ist die Pulsdiagnose:

  • Dabei legt der Experte drei Finger an eine bestimmte Stelle des linken und rechten Armes und ertastet dort den Puls.
  • Die unterschiedliche Pulsqualität an verschiedenen Stellen soll Aufschluss über den Zustand der Organe und die Störungen der Energien im Körper geben.
  • Weitere Diagnoseverfahren sind die Zungen- und Urindiagnose.

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Die richtige Ernährung zählt

Im Mittelpunkt der Ernährung der Traditionellen Tibetischen Medizin steht das Verdauungsfeuer, welches durch die richtige Nahrungsaufnahme unterstützt werden soll. Ist die Verdauung im Gleichgewicht und stark, dann wird der Körper mit ausreichend Energie versorgt. Das garantiert angeblich eine problemlose Entgiftung über die Haut, Atmung und Ausscheidung. Die Eigenschaften sind ein wichtiger Baustein der Vitalität von Körper und Geist und die Quintessenz für eine ausgeprägte Gesundheit bis ins hohe Alter.

Besonders in der Ernährungsweise sollte darauf geachtet werden: 

  • Hoher Tripa-Anteil/Galletyp: scharfe, saure, salzige Nahrung eher meiden; süße, zusammenziehende und erdige Lebensmittel gleichen Tripa aus
  • Hoher Lung-Anteil/Windtyp: bittere, zusammenziehende Nahrungsmittel vermeiden; süße, saure oder salzige Nahrung gleicht den Lung-Typ aus
  • Hoher Beken-Anteil/Schleimtyp: süße und salzige Nahrung eher meiden; bittere, scharfe, saure und zusammenziehende Lebensmittel gleichen aus

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Wissenschaftliche Belege bleiben aus

Zwar werden die Verfahren der TTM schon seit Jahrhunderten angewendet, doch für ihre Wirkung gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege, evidenzbasierte Studien fehlen.

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