Psychische Gesundheit

Hilfe finden bei Alkoholismus: 4 Tipps für Betroffene und Angehörige

Wer ein Alkoholproblem hat und sich dieses auch eingesteht, braucht bei der Suche nach Hilfe vor allem zwei Dinge: Niederschwelligen Zugang zu Beratungsstellen sowie ein umfassendes Behandlungskonzept.

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Mann hat ein Alkoholproblem
OcusFocus / iStock

In Österreich gehört Alkohol zum guten Ton. Das beginnt schon in der Jugend: Wer nicht mittrinkt, fällt negativ auf. Vollräusche ab 14 sind vor allem im ländlichen Bereich Standard, einmal wöchentliches "Ummähen" mit Filmriss Normalzustand.

Ursachen für Alkoholmissbrauch

Wer dann im Laufe der Zeit nicht die Kurve bekommt, anfängt auch zu Hause zu trinken und Emotionen oder psychische Krisen mit Alkohol zu bewältigen versucht, läuft Gefahr, als Erwachsener Alkoholiker zu werden. Aber nicht nur eine alkoholgeschwängerte Jugend macht anfällig, die Ursachen für Alkoholismus sind vielfältig. Diskutiert werden hauptsächlich familiäre, gesellschaftliche und genetische Auslöser.

+++ Mehr zum Thema: Haben Sie eine Allergie gegen Alkohol? +++

Betroffene gestehen sich die Sucht häufig lange nicht ein. Sie glauben, ihr Trinkverhalten im Griff zu haben und jederzeit damit aufhören zu können. Fällt schließlich der Entschluss – möglicherweise auf das Drängen von Angehörigen hin, Hilfe zur Suchtbewältigung in Anspruch zu nehmen – sehen sich alle Beteiligten oft mit folgenden Schwierigkeiten und Fragen konfrontiert:

  • Wohin soll ich mich wenden?
  • Wo finde ich die passende Hilfe für mein Problem?
  • Wie anonym bin ich, wenn ich zur Beratung gehe?

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4 Tipps für die Suche nach Beratung

Da die Hemmschwelle zum Arzt zu gehen oft hoch ist, suchen viele vorerst Rat im Internet. Dieses ist keine schlechte Anlaufstelle, etwa wenn Betroffene Hilfe in ihrer Nähe suchen. Hier können Sie zum Beispiel in drei Schritten eine Beratungsstelle in Ihrer Umgebung finden.

Achten Sie bei der Informationssuche im Internet auf folgende 4 Dinge:

  1. Praktische Hilfe: Neben verständlichen Informationen zum Krankheitsbild bieten gute Seiten unmittelbar die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit Beratungsstellen. Das Angebot war hilfreich, wenn Sie die Seite mit spürbarem Ergebnis verlassen: Hier wurde mir geholfen!
  2. Konkrete Leitfäden: Wer wirklich ein Problem hat, will genau wissen, wie er vorgehen muss. Daher ist es wichtig, dass der Betroffene Schritt für Schritt an das Hilfsangebot herangeführt wird und gängige Fragen (z.B. Zahlt die Krankenkasse meine Beratung?) beantwortet werden.
  3. Klar strukturierte, vollständige Informationen: Wer nach Alkoholismus googelt, weil er selbst davon betroffen ist, wünscht sich klar strukturierte Informationen, die alles wesentliche abdecken, z.B. die Symptome von Alkoholismus, die übliche Therapie, zu erwartende Entzugserscheinungen oder auch wie Angehörige sich am besten verhalten sollen.
  4. Direkte Vermittlung an die passende Stelle: Man wird nicht mit 100 verschiedenen Anlaufstellen konfrontiert, sondern ohne Umwege zur richtigen geleitet.

Informationen zum Thema Alkoholismus und eine umfassende Liste der Beratungsstellen in Österreich finden Sie unter www.beratung.help.

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