Psychische Gesundheit

Keine Krankheit der Schwachen: Burnout kann jeden treffen

Ihr Körper weiß, wann es genug ist. Hören Sie auf ihn und reagieren Sie rechtzeitig auf Warnsignale. Vor allem aber: Nehmen Sie Hilfe von anderen an!

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Mit diesen Hinweisen können Sie eine Burnout-Erkrankung verhindern.
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Burnout ist immer noch ein Tabu-Thema, das wenige offen ansprechen. Zu groß ist die Angst, von Kollegen oder Freunden als "schwach" abgestempelt zu werden, als wenig belastbar. In Wahrheit ist meist das Gegenteil der Fall: Nur wer bereit ist, Belastungen auf sich zu nehmen, die deutlich über die Grenze des Zumutbaren hinausgehen, ist in Gefahr "auszubrennen".

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Völlige Erschöpfung

Dabei handelt es sich nicht um vorübergehenden Stress. Menschen sind in der Lage, kurzzeitige Stresssituationen und Belastungen sehr gut wegzustecken. Viel mehr entwickelt sich das Burnout-Syndrom über längere Zeit schleichend bis zu einem Zustand völliger seelischer und körperlicher Erschöpfung – ein Hilferuf des eigenen Körpers, der mit der belastenden Situation nicht mehr zurechtkommt.

Mit dem zunehmenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck und den damit verbundenen Herausforderungen im Arbeits- und Alltagsleben, steigt auch das Risiko für Burnout. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist, sich anderen anzuvertrauen. Wer die Warnsignale ernst nimmt, hat gute Chancen, wieder aus seinem Tief herauszukommen.

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Wie erkenne ich ein Burnout?

Folgende Warnzeichen sprechen dafür, dass die Reserven aufgebraucht sind:

  • Veränderte Psyche: ständig gereizt, müde, gehetzt, kraftlos und angespannt; man steht irgendwie neben sich
  • Körperliche Symptome: ein Burnout verursacht auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern oder Schlafstörungen
  • Verändertes Verhalten: Zynismus, Ironie und soziale Distanz; ansonsten Beliebtes wird als Belastung erlebt
  • Soziale Isolation: Freundschaften werden kaum noch gepflegt, arbeitsfreie Zeit wird alleine verbracht und dient nur noch der Erholung vom Arbeiten
  • Sexuelle Unlust: die Libido nimmt merklich ab; Männer leiden oft unter Erektionsstörungen
  • Ungesunde Prioritätenverschiebung: das eigene Befinden und die Bedürfnisse werden dem Leistungsanspruch hintangestellt

Wenn Sie diese Anzeichen an sich selbst bemerken, sollten Sie sich nicht davor scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Notfall wenden Sie sich an einen psychiatrischen Notdienst, zum Beispiel hier. Eine frühe Therapie ist wichtig, damit Betroffene wieder ein gesundes Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung finden.

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