Psychische Gesundheit

Wie der Klimawandel unsere Psyche schädigt

Kurzfristige Ereignisse wie Naturkatastrophen erhöhen bei Betroffenen das Risiko für Angststörungen, Depressionen und Selbstmord: Darauf wiesen amerikanische Wissenschafter kürzlich hin.

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Laut Forschern erhöhen kurzfristige Ereignisse wie Naturkatastrophen bei Betroffenen das Risiko für Angststörungen, Depressionen und Selbstmord.
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Dass die Veränderungen des Klimas nicht nur Fauna und Flora, sondern auch uns Menschen beeinflussen, steht außer Frage. Viele machen sich aber hauptsächlich um körperliche Auswirkungen Gedanken. So erhöht die immer dünner werdende Ozonschicht die Wahrscheinlichkeit an Hautkrebs zu erkranken. Forscher der American Psychological Association veranschaulichten nun, dass Folgen von klimatischen Veränderungen wie Erdbeben, Hurrikans, Tsunamis oder Überschwemmungen der psychischen Gesundheit betroffener Personen maßgeblich schaden kann.

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Aus dem normalen Leben gerissen

Natürlich verwundert es nicht, dass Menschen, die verheerende Naturkatastrophen erlebt haben, traumatisiert sind. Sie haben geliebte Angehörige verloren oder stehen plötzlich vor dem Nichts. Untersuchungen zum Hurrikan Katrina, der 2005 in den USA zahlreiche Todesopfer forderte, zeigen eindrucksvolle Zahlen:

  • In den betroffenen Regionen traten als Konsequenz doppelt so viele Selbstmorde auf, auch Depressionen und Angststörungen nahmen dramatisch zu.
  • Zudem kämpfte eine von sechs Personen mit einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Diese tritt nach einem traumatischen Ereignis auf und kann auf das Leben der Erkrankten sogar über Jahrzehnte Einfluss nehmen.

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Die Seele leidet langfristig

Der Klimawandel hat nicht nur akute Auswirkungen auf die Psyche als Resultat miterlebter Naturkatastrophen. Die Erderwärmung hinterlässt auch ohne dramatische Einzelvorfälle seelische Spuren.

Veränderungen der Landwirtschaft, der Infrastruktur sowie der Lebensqualität kann die Menschen unter anderem dazu bewegen, in ein anderes Land auszuwandern. Damit gehen für viele ein Verlust der Identität, soziale Schwierigkeiten, das Gefühl des Kontrollverlusts, Hilflosigkeit, Angst oder Fatalismus einher.

Personen mit fatalistischer Grundeinstellung glauben, dass das Leben vom Schicksal bestimmt wird und dass sie den Geschehnissen hilflos gegenüberstehen.

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Teufelskreis aus negativen Gedanken

Langanhaltender Stress und Ängste machen auf Dauer anfälliger für psychische Krankheiten. Alleine die ständigen Sorgen um den Klimawandel und dessen Folgen verursachen einen gewissen Pegel der Anspannung, was mitunter sogar die körperlichen Abwehrkräfte schwächen kann.

Dies bedeutet natürlich keinen Aufruf dazu, sich um die Konsequenzen der Erderwärmung keine Gedanken mehr zu machen, vielmehr sollten wir Aktionen gegen den fortschreitenden Klimawandel setzen, anstatt uns von dessen potentiellen Auswirkungen zermürben zu lassen.

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