Entspannung

So beeinflusst Social Media den Urlaub der Generation Z

Wenn das Dokumentieren des Urlaubs auf Instagram & Co ausartet, wird es längst Zeit, sich eine Auszeit von Social Media zu nehmen.

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Urlaub oder Social Media?
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Ob am Strand in Bali, vor dem Eiffelturm in Paris oder am Times Square in New York – auf Reisen sammelt man unvergessliche Erinnerungen. Aber waren Sie wirklich dort, wenn Sie keine Story auf Instagram geteilt haben? Dieser Gedanke hat sich ins Gedächtnis der Generation Z eingebrannt. Laut einer aktuellen Studie sind Jugendliche im digitalen Zeitalter mitteilungsfreudiger denn je und suchen gezielt nach Orten, die sich gut in ihrem Feed machen. Doch fangen wir so wirklich Momente ein oder lassen wir zu, dass wir schöne Augenblicke verpassen?

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Instagram inspiriert

Das Urlaubsportal Booking.com befragte 21.807 Jugendliche ab 16 Jahren aus 29 verschiedenen Ländern. Dabei standen folgende Aspekte im Fokus:

  • Instagram als Inspirationen für Urlaubsziele
  • Reiseempfehlungen von Influencern & Co
  • Häufigkeit der Schnappschüsse im Urlaub und Nutzung von Social Media

Das Ergebnis deutet auf die starke Bindung zu den digitalen Netzwerken hin. Reiseportale sind fast schon Schnee von Gestern – knapp die Hälfte der Befragten nennt Instagram als Hauptquelle, um Inspirationen für das nächste Reiseziel zu sammeln.

  • Zwar sind mit 44% immer noch die Empfehlungen von Bekannten gefragt, jedoch tendiert die digitale Generation stark dazu, Menschen Glauben zu schenken, die sie eigentlich kaum kennen. Konkret sind dabei Influencer gemeint, denn sie haben bedeutenden Einfluss auf ihre Wahl.
  • 40% gehen den Vorschlägen der Social Media-Sternchen nach und 20% der Jugendlichen vertrauen ihnen gänzlich. Dabei legen sie vor allem Wert auf Urlaubsziele, die ihren Feed aufpeppen.

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Urlaub oder Fotoshooting?

Wer sitzt nicht gerne in der Abenddämmerung am Strand und genießt die letzten Sonnenstunden? Für viele Social Media-Fans beginnt hierbei doch ein Wettlauf um die Zeit – man muss schließlich das perfekte Foto vom Sonnenuntergang schießen. Ein Drittel von ihnen machen 10 bis 30 Fotos pro Tag und knapp ein Viertel sogar 50 Schnappschüsse. Keine Frage, Andenken von einer Reise zu haben sind wichtig, um die schönen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Doch die meisten unter ihnen tun dies vor allem, um ihren Mitmenschen davon auf Instagram zu berichten. Der ein oder andere Follower fragte sich dabei sicher schon, ob der Urlauber tatsächlich zur Entspannung fort ist oder eher nur permanent am Smartphone hängt. Und seien Sie ehrlich: Durch die Flut an Eindrücken in Ihrem Fotoalbum, sind Sie doch eher abgeneigt die dutzenden, selbstinszenierten Fotos am Pool ein zweites Mal anzusehen.

 

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"Die Telefonnummer ist nicht erreichbar"

Trotz der starken Präsenz in den sozialen Medien, vertritt die Mehrheit der Generation Z diese Meinung. Sie wollen lieber den Moment offline genießen, als eine Welt durch die Kamera wahrnehmen. Mehr als die Hälfte gesteht sich sogar ein, dass Instagram & Co eine zu große Rolle im Urlaub spielt. Sie möchten nicht, dass die Plattform zwischen ihnen und dem Reiseerlebnis steht, auch wenn sie von dem "Gefällt Mir"-Zeitalter geprägt sind.

Diese Tipps werden Ihnen helfen, dieses Ziel in die Tat umzusetzen und das Handy im Urlaub beiseite zu legen:

  • Kameras der alten Schule: Lassen Sie Ihr Smartphone im Zimmer und versuchen Sie die reale Welt mit Ihren Augen einzufangen. Verspüren Sie dennoch die Lust, den Urlaub mit einer kleinen Fotostrecke festzuhalten, wie wäre es mit der altbekannten Einwegkamera? Auf diesem Weg knipsen Sie nur von wirklich besonderen Momenten ein Foto, anstatt ständig das Bedürfnis zu haben den Tag zu dokumentieren.
  • Tagebuch führen: Möchten Sie bei Ihren Freunden und Bekannten dennoch nichts auslassen, wenn Sie von der Reise erzählen, notieren Sie schöne Erlebnisse in einem Notizbuch. Dabei lernen Sie nicht nur, besondere Ereignisse bewusst wertzuschätzen, sondern geraten auch nicht in Versuchung, Ihre Plattformen zu checken.
  • Offline-Modus: Beschränken Sie Ihre Smartphone Nutzung auf eine Stunde pro Tag. Auch wenn Sie glauben, Ihre Bekannten ständig am Laufen halten zu müssen, werden sie ein paar Tage ohne Ihre Verfügbarkeit überstehen. Geben Sie Ihrer Familie Bescheid, dass Sie nur zu einer bestimmten Tageszeit erreichbar sind. Wenn Sie mit Ihren Liebsten auf Urlaub sind, ist es ohnehin schöner Konversation zu führen, statt ständig wie ein Zombie auf das Handy zu starren.

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Geschichten statt Storys

Auch wenn die heutige Zeit uns oft abverlangt online und erreichbar zu sein, schadet es definitiv nicht eine Ausnahme zu machen – gerade im Urlaub. Nur so können wir uns vom digitalen Alltag erholen und eine Pause vom Stress gönnen. Schalten Sie den Touristen-Modus aus, können Sie Momente wieder bewusster wahrnehmen. Geschichten persönlich zu erzählen, ist ohnehin um einiges wertvoller, als eine Story auf Instagram zu teilen.

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