Psychische Gesundheit

Perfektionismus ablegen für Ihr Seelenheil: 5 Auswege aus dem Perfektionismuswahn

Sie wollen immer alles richtig machen und sind ständig dabei sich selbst zu optimieren? Wie Sie dem Perfektionismus-Kreisel entkommen, zeigen diese 5 Tricks.

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Perfektionismus ablegen für unser Seelenheil
Erikona / iStock

Bereitschaft zur Leistung, zum Allesgeben und nach Höherem zu streben sind per se zwar keine schlechten Eigenschaften, können aber zu dauerhafter Unzufriedenheit mit sich selbst führen. Zwischen gesundem und ungesundem Perfektionismus gibt es deutliche Unterschiede:

  • gesunder Perfektionismus: jemand möchte sehr gute Leistungen erbringen, akzeptiert aber auch weniger perfekte Ergebnisse
  • ungesunder Perfektionismus: jemand hat unrealistische Erwartungen an sich selbst, offene Aufgaben zermürben ihn, Fehler werden als persönliches, unverzeihliches Versagen wahrgenommen

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Krank wegen Perfektionswahn

Ungesunder Perfektionismus kann auf Dauer richtig krank machen. Perfektionisten haben – sei es privat oder im Job – nämlich oft Probleme damit, Nein zu sagen. Das führt auch bei extrem ausgeprägter Hands-on-Mentalität irgendwann zur totalen Überforderung, das Burnout klopft an der Tür.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten Betroffene versuchen, einen Weg aus der Perfektionismus-Hölle zu finden. Diese 5 Schritte können dabei helfen.

Sich mit Regeln schützen

Nehmen Sie sich einen Zettel und schreiben Sie ein Regelwerk auf, das Sie in Zukunft vor sich selbst schützen soll. Das kann zum Beispiel das tägliche Abschalten des Diensthandys um 18:00 sein, Arbeitsverbot für das Wochenende oder fixe Zeiten und Freiräume für Hobbys und Freunde. Die Umsetzbarkeit hängt natürlich von der individuellen beruflichen Situation ab.

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Bessere Leistung, weniger Perfektion

Erstaunlicherweise führt perfektionistisches Verhalten gar nicht zu besseren Leistungen. Es sorgt höchstens dafür, dass man sich eher verzettelt und Fehler passieren, weil man sich zu viel aufgehalst hat.

  • Wer seinen Perfektionismus runterschraubt, wird merken, dass er zufriedenstellendere Endergebnisse schafft, sich einzelnen To-dos besser widmen und diese einfacher abschließen kann.
  • Halten Sie sich vor Augen, dass Sie der Perfektionismus fahrig und unkonzentriert macht. Atmen Sie durch und gehen sie es ruhig an. Step by step.

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Details auch einmal ignorieren

Der Teufel liegt im Detail, heißt es immer so schön. Trotzdem sollten Sie sich vorrangig um das große Ganze kümmern, anstatt sich in unnötigen Details zu verlieren. Menschen, die dem Streben nach Perfektion entkommen sind, vertrauen auf das sogenannte Pareto-Prinzip: Laut diesem reicht ein Aufwand von 20 Prozent, um 80 Prozent des "perfekten" Ergebnisses zu erreichen. Dabei beginnen Sie einfach mit dem Wichtigsten und arbeiten sich zum Unnötigsten vor. Manch Kleinkram kann dabei ruhig auf der Strecke bleiben.

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Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß

Unrealistische Erwartungen führen unweigerlich dazu, dass Dinge misslingen. Ein Perfektionist wertet alle Ergebnisse, die unter 100 Prozent liegen, als Versagen und zweifelt infolgedessen an sich selbst und seinen Fähigkeiten. Vergessen Sie nicht, dass es jede Menge Abstufungen zwischen supertoll und grottenschlecht gibt. Aufgaben sind auch dann noch gut vollbracht, wenn sie zu 80 oder 90 Prozent erfüllt wurden.

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Sich selbst lieben und schätzen

Sie selbst sind Ihr größter Kritiker. "Fehler", die Sie an sich und Ihrer Arbeit bemerken, sind für Außenstehende oft gar nicht erkenn- oder schlichtweg total vernachlässigbar. Das Problem: Perfektionisten haben von Haus aus oft ein niedriges Selbstwertgefühl und die Angst, niemals genügen zu können.

Mangelt es Ihnen vielleicht an Selbstbewusstsein, dass Sie durch besonders gute Leistungen im Job kompensieren möchten? Wer das erst einmal erkannt hat, hat den wichtigsten Schritt zur Besserung geschafft. Dann gilt es an sich zu arbeiten und sich klar zu machen, dass es niemals von irgendeiner Art von Leistung abhängt, ob man als Mensch etwas wert ist oder nicht. Sie wissen schon: "Du bist perfekt, makellos!"

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