Psychische Gesundheit

Schachmatt: Sind Sie ein schlechter Verlierer?

Kochen bei Ihnen die Emotionen hoch, wenn Sie beim Mensch-ärgere-dich-nicht-verlieren? Verdirbt es Ihnen die Laune, wenn Sie beim Tennis den Kürzeren ziehen? Dann können Sie vermutlich nicht gut verlieren.

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Sind Sie ein schlechter Verlierer?
Mladen Zivkovic / iStock

Verlieren zu können ist eine hohe Kunst. Während Kinder häufig wutentbrannt ihre Spielfiguren durchs Zimmer fetzen, haben die meisten Erwachsenen ihre Emotionen bereits im Griff. Trotzdem geht es vielen an die Nieren, wenn Sie einen Wettkampf – sei er noch so klein – verlieren. Dabei gehen wir aus gut durchgestandenen Niederlagen gestärkt hervor. Verlieren gehört zum Leben dazu, es passiert unweigerlich. Wie Sie zu einem besseren Verlierer werden, lesen Sie hier.

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Bei Kindern ist es leichter

Um als Erwachsener zu einem guten Verlierer zu werden, braucht es Eltern, die einem von klein auf lernen, mit dem Verlieren umzugehen. Das geht eigentlich ganz einfach und klappt zum Beispiel anhand dieser vier Schritte:

  • Vorteile schmackhaft machen: Zeigen Sie dem Kind auf, wie viel leichter es wäre, wenn es verlieren könnte. "Du müsstest dich dann nicht so ärgern", "Deine Freunde würden lieber mit dir spielen" oder "Wir könnten dann mehrere Runden spielen und müssten nicht gleich aufhören" sind gute Beispiele. Sie könnten einem sehr ehrgeizigen Kind auch verdeutlichen, dass selbst Profis (Sportler) oder sein Idol regelmäßig verlieren.
  • Wie würde Superman verlieren? Gehen Sie mit dem Kind den Gedanken durch, wie sein Idol in einer Situation des Verlierens reagieren würde. Superman würde sich bestimmt nicht auf den Boden werfen und fürchterlich schmollen, oder? Schreiben Sie mit dem Kind ein paar Sätze auf ein Plakat, wie es sich in Zukunft verhalten könnte. Gestalten Sie diese Tätigkeit unbedingt positiv und mit Spaß und nicht als "Lehrstunde".
  • Verlieren üben: Spielen Sie mit dem Nachwuchs in nächster Zeit immer wieder ein Brettspiel oder ähnliches und üben Sie das Verlieren gezielt. Hängen Sie das Plakat anschließend in seinem Zimmer auf und erinnern Sie immer wieder an das vereinbarte Verhalten.
  • Steigern und dranbleiben: Wenn das Kind gelernt hat, gegen seine Eltern zu verlieren, dann stehen nun härtere Challenges auf dem Plan. Denn: Nicht jede Niederlage ist gleich schlimm. Gegen den Freund, den Bruder oder die Schwester zu verlieren, kann um einiges herausfordernder sein. Vor allem, wenn die Gegner ihren Sieg feiern und den Verlierer versuchen zu triezen. Weisen Sie das Kind auch in diesen Situationen auf das Gelernte hin. Wenn alle Beteiligten dranbleiben, wird Ihr Nachwuchs eines Tages das Verlieren gut einzustecken wissen.

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Eine Frage des Selbstwerts

Kinder und Erwachsene, die sich schwer damit tun, Rückschläge (auch kleine) zu verkraften, sind oft übermäßig ehrgeizig, haben hohe Erwartungen an sich selbst und bisweilen auch ein gemindertes Selbstwertgefühl. Menschen mit gutem Selbstwertgefühl trauen sich eher an große Herausforderungen heran und wissen, dass sie scheitern könnten. Das Verlieren macht ihnen aber keine Angst.

Wenn Sie als Erwachsener schlecht verlieren können, sollten Sie sich also die Frage stellen, woher dieses Gefühl kommt. Haben Sie vielleicht Angst, dass bei einem Misserfolg niemand mehr hinter Ihnen steht? Brauchen Sie Erfolgserlebnisse, um sich wertvoll und "ausreichend" zu fühlen? Graben Sie tiefer, dann werden Sie bestimmt herausfinden, woran es liegt, dass Sie nicht gerne verlieren. Oft funktioniert die Strategie für Kinder übrigens auch bei uns Erwachsenen: Üben Sie das Verlieren! Wetten, dass Sie nach 10 verlorenen Schachrunden kein Problem mehr damit haben?

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  • Steph sagt:

    "Wetten, dass Sie nach 10 verlorenen Schachrunden kein Problem mehr damit haben?"

    Die Wette hast du längst verloren, sonst hätte ich nicht nach dieser Seite googeln müssen.