Psychische Gesundheit

Schachmatt: Bist du ein schlechter Verlierer?

Kochen bei dir die Emotionen hoch, wenn du beim Mensch-ärgere-dich-nicht verlierst? Verdirbt es dir die Laune, wenn du beim Tennis den Kürzeren ziehst? Dann kannst du vermutlich nicht gut verlieren.

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Schlechter Verlierer
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Verlieren zu können ist eine hohe Kunst. Während Kinder häufig wutentbrannt ihre Spielfiguren durchs Zimmer fetzen, haben die meisten Erwachsenen ihre Emotionen bereits im Griff. Trotzdem geht es vielen an die Nieren, wenn du einen Wettkampf – sei er noch so klein – verlierst. Dabei gehen wir aus gut durchgestandenen Niederlagen gestärkt hervor. Verlieren gehört zum Leben dazu, es passiert unweigerlich. Wie du zu einem besseren Verlierer wirst, liest du hier.

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Bei Kindern ist es leichter

Um als Erwachsener zu einem guten Verlierer zu werden, braucht es Eltern, die einem von klein auf lernen, mit dem Verlieren umzugehen. Das geht eigentlich ganz einfach und klappt zum Beispiel anhand dieser vier Schritte:

  • Vorteile schmackhaft machen: Zeige dem Kind auf, wie viel leichter es wäre, wenn es verlieren könnte. "Du müsstest dich dann nicht so ärgern", "Deine Freunde würden lieber mit dir spielen" oder "Wir könnten dann mehrere Runden spielen und müssten nicht gleich aufhören" sind gute Beispiele. Du kannst einem sehr ehrgeizigen Kind auch verdeutlichen, dass selbst Profis (Sportler) oder sein Idol regelmäßig verlieren.
  • Wie würde Superman verlieren? Gehe  mit dem Kind den Gedanken durch, wie sein Idol in einer Situation des Verlierens reagieren würde. Superman würde sich bestimmt nicht auf den Boden werfen und fürchterlich schmollen, oder? Schreibe mit dem Kind ein paar Sätze auf ein Plakat, wie es sich in Zukunft verhalten könnte. Gestalte diese Tätigkeit unbedingt positiv und mit Spaß und nicht als "Lehrstunde".
  • Verlieren üben: Spiele mit dem Nachwuchs in nächster Zeit immer wieder ein Brettspiel oder ähnliches und übe das Verlieren gezielt. Hänge das Plakat anschließend in seinem Zimmer auf und erinnere es immer wieder an das vereinbarte Verhalten.
  • Steigern und dranbleiben: Wenn das Kind gelernt hat, gegen seine Eltern zu verlieren, dann stehen nun härtere Challenges auf dem Plan. Denn: Nicht jede Niederlage ist gleich schlimm. Gegen den Freund, den Bruder oder die Schwester zu verlieren, kann um einiges herausfordernder sein. Vor allem, wenn die Gegner ihren Sieg feiern und den Verlierer versuchen zu triezen. Weise das Kind auch in diesen Situationen auf das Gelernte hin. Wenn alle Beteiligten dranbleiben, wird dein Nachwuchs eines Tages das Verlieren gut einzustecken wissen.

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Eine Frage des Selbstwerts

Kinder und Erwachsene, die sich schwer damit tun, Rückschläge (auch kleine) zu verkraften, sind oft übermäßig ehrgeizig, haben hohe Erwartungen an sich selbst und bisweilen auch ein gemindertes Selbstwertgefühl. Menschen mit gutem Selbstwertgefühl trauen sich eher an große Herausforderungen heran und wissen, dass sie scheitern könnten. Das Verlieren macht ihnen aber keine Angst.

Wenn du als Erwachsener schlecht verlieren kannst, solltest du dir also die Frage stellen, woher dieses Gefühl kommt. Hast du vielleicht Angst, dass bei einem Misserfolg niemand mehr hinter dir steht? Brauchst du Erfolgserlebnisse, um dich wertvoll und "ausreichend" zu fühlen? Grabe tiefer, dann wirst du bestimmt herausfinden, woran es liegt, dass du nicht gerne verlierst. Oft funktioniert die Strategie für Kinder übrigens auch bei uns Erwachsenen: Übe das Verlieren! Wetten, dass du nach 10 verlorenen Schachrunden kein Problem mehr damit hast?

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  • Steph sagt:

    "Wetten, dass Sie nach 10 verlorenen Schachrunden kein Problem mehr damit haben?"

    Die Wette hast du längst verloren, sonst hätte ich nicht nach dieser Seite googeln müssen.