Psychische Gesundheit

Schneller, höher, weiter? Der Zeitdruck im Job macht uns krank

Immer schneller und immer mehr leisten? Die Gesundheit bleibt auf der Strecke.

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Zeitdruck im Job macht uns krank
AndreyPopov / iStock

Das Phänomen Beschleunigung ist längst in der Arbeitswelt angekommen. Es soll immer schneller gehen, wir sollen mehr leisten. Doch wie lange kann das gut gehen? Nicht alle Beschäftigten schaffen die hohen Anforderungen. Es ist ein Fass ohne Boden, dafür mit Folgen.

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Arbeitspsychologen und die soziale Beschleunigung

Das Arbeitsleben wird immer schneller und intensiver. Doch nicht alle Beschäftigten können den hohen Ansprüchen gerecht werden und bleiben auf der Strecke. Das Phänomen "Schneller-weiter-besser" ist ein Problem der heutigen Gesellschaft, das sich vor allem im Arbeitsleben bemerkbar macht.

  • Wie und mit welchen Folgen sich die Beschleunigung auswirkt, haben Forscher der Universität Wien nun im Rahmen eines fünfjährigen Projektes analysiert.
  • Mehr als 2000 Beschäftigte aus verschiedensten Dienstleistungsbereichen wurden im Abstand von jeweils eineinhalb Jahren zu ihren Arbeitsbedingungen befragt.
  • Auch Interviews und Tagebuchaufzeichnungen wurden in die Studie miteinbezogen.

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Zunehmende Digitalisierung ist schuld

Hauptgrund für die soziale Beschleunigung ist die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt. Kaum noch eine Berufssparte kommt ohne elektronische Hilfsmittel aus. Die Technik entwickelt sich ständig weiter, wer am Ball bleiben will, muss mit den permanenten Veränderungen schritthalten. Die meisten Befragten nehmen die Lernanforderungen jedoch als positiv wahr, tragen sie doch zu Motivation und Zufriedenheit bei.

Doch nicht alle Befragten schaffen den Sprung in die digitale Welt, vor allem ältere Arbeitnehmer haben das Gefühl, nicht mehr mithalten zu können. Die neue Arbeitswelt schafft so auch ihre Verlierer.

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Stress hat Folgen

Nicht nur der Zeitdruck nimmt zu, sondern auch die Arbeitsdichte.

  • Die Mehrheit der Befragten empfinden das "Mehr" an Arbeit als belastend.
  • Dies wirkt sich wiederum negativ auf das Engagement aus, Wohlbefinden und Zufriedenheit sinken.
  • Wer das Gefühl hat, sein Arbeitspensum während der Dienstzeit nicht zu schaffen, nimmt einen Teil der Arbeit – wenn auch nur gedanklich – mit nach Hause, die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen.

Die Befragungen der Arbeitspsychologen ergaben, dass Beschäftigte auf zwei verschiedene Arten mit der sich rasant wandelnden Arbeitswelt umgehen.

Während die einen ihr Arbeitstempo erhöhen, länger oder von zu Hause aus arbeiten und sogar Pausen reduzieren, nimmt bei der anderen Gruppe die Qualität der Arbeit ab, die Arbeitnehmer fühlen sich erschöpft und laufen Gefahr, in ein Burnout zu rutschen.

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Fass ohne Boden

Das Phänomen Beschleunigung wird uns in unserem Arbeitsalltag jedenfalls noch länger beschäftigen. Nun sind die Arbeitgeber gefragt, Konzepte zu entwickeln, die es ihren Mitarbeitern ermöglichen, produktiv zu arbeiten, ohne persönlich auf der Strecke zu bleiben.

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