Psychische Gesundheit

Reduziert ein sexy Outfit die Empathie des Gegenübers?

Eine Studie hat ergeben, dass sexualisierte Darstellungen das Mitgefühl beim Betrachter mindern.

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Frau mit Minirock
eucyln / iStock

Psychologen aus Wien und Triest wollten wissen, welche Auswirkungen eine sexualisierte Darstellung von Frauen auf die Empathie des Betrachters hat. Die Ergebnisse ihres Experiments veröffentlichten sie im Journal Cortex.

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Spielsituation mit überraschendem Resultat

Die Wissenschafter ließen die Probanden ein computergesteuertes Ballspiel durchführen. Um ein gewisses Frustrationslevel zu erzeugen, durften manche mitspielen, andere bekamen den Ball hingegen nie. Im Bild gegenüber sahen die Teilnehmer eine Frau, die ebenso frustriert über das Ballspiel war. Sie war entweder in Jeans und T-Shirt oder eher aufreizend mit Abendkleid und Strümpfen gekleidet.

Nach dem Spiel mit dem Ball sollten die Probanden ihre Gefühle beim Spiel angeben und was sie glaubten, was die Frau, die ihnen gegenüber spielte, empfunden hatte. Währenddessen wurde die Gehirnaktivität gemessen.

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Wenig Mitgefühl bei Frau im Kleid

Nach der Analyse der gesammelten Daten, kamen die Forscher zu folgenden Ergebnissen:

  • Je nachdem wie die Frau gekleidet war, wurden bei den Probanden verschiedene Gefühle ausgelöst.
  • Die sexualisierte Darstellung der Frau löste ein niedrigeres Empfinden von Empathie bei den Betrachtern aus.
  • Die Gehirnareale für Mitgefühl zeigten beim Anblick der knapp gekleideten Dame eine geringere Aktivität.
  • Das lässt vermuten, dass die Teilnehmer unfähig waren, die Gefühle der Frauen in sexualisierter Darstellung nachzuempfinden.

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Auch heute noch: Kleider machen Leute

Wenn die sekundären Geschlechtsmerkmale wie Brüste und Hüften durch ein sexy Outfit stärker betont werden, so verändert das scheinbar den Blick und damit die Verarbeitung des Bildes der Frau im Gehirn des Betrachters.

Schon ältere sozialpsychologische Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Betonung des Körpers durch entsprechende Kleidung oft mit fehlender Moral oder Verantwortung verknüpft wird – so ist es in der Aussendung zur Studie der Universität Wien nachzulesen.

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