Psychische Gesundheit

Sind Sie leicht reizbar?

Menschen, die leicht reizbar sind und bei jeder Kleinigkeit an die Decke gehen, sind für ihr Umfeld ein wandelndes Pulverfass. Lesen Sie hier mögliche Gründe für eine erhöhte Reizbarkeit – und die Gegenstrategien.

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Sind Sie leicht reizbar?
RapidEye / iStock

Wir alle gehen mal an unsere Grenzen und lassen die üble Laune an unserem Umfeld aus. Dann ist uns eben die sprichwörtliche Laus über die Leber gelaufen.

  • Manche Menschen sind jedoch permanent gereizt – aus für das nähere Umfeld unerfindlichen Gründen – und können ihre Mitmenschen damit sehr verletzen.
  • Oft braucht es nur eine Kleinigkeit, bis die Stimmung kippt. Dann ist bereits von pathologischer Reizbarkeit die Rede.
  • Es gilt, der Sache auf den Grund zu gehen und die Ursache für die Erregbarkeit zu finden.

Die Ursachensuche sollte auch unbedingt gemeinsam mit einem Arzt geschehen, da auch Erkrankungen wie z.B. der Schilddrüse schuld an der erhöhten Reizbarkeit sein können.

Darüber hinaus kann Reizbarkeit auch mit körperlichen Symptomen einhergehen, z.B. mit innerer Unruhe, Unwohlsein ("nicht wohlfühlen in der eigenen Haut"), Augenzucken, Aggressivität, Herzrasen, Panikattacken, Konzentrationsmangel.

Mehr dazu: Zucker schlägt auf die Stimmung

Mögliche Ursachen für die leichte Reizbarkeit

  • Stress. Ist der Körper andauernd Stress ausgesetzt und man muss langfristig viele Dinge auf einmal erledigen, kann das nicht nur direkt ins Burnout führen. Eine der zahlreichen Nebenwirkungen von Stress ist Reizbarkeit. Überlegen Sie, was den Stress auslöst und suchen Sie nach neuen Lösungen. Probieren Sie mal Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga und Meditation– all das kann Ihnen dabei helfen, achtsamer mit sich selbst und dem Stress umzugehen.
  • Bewegungsmangel. Auch mangelnde Bewegung kann ein Auslöser dafür sein, leicht an die Decke zu gehen. Sport und körperliche Aktivität sind ein gutes Ventil, um schlechte Stimmung zu vertreiben.
  • Schlafmangel. Ein permanentes Schlafdefizit kann der Grund dafür sein, dass Sie leicht reizbar sind. Schlafen Sie genug? Vielleicht schlafen Sie zwar genug, aber gehen zu spät ins Bett, was Ihrem Biorhythmus schadet? Schlafstörungen können den letzten Nerv rauben, es gibt jedoch Mittel und Wege, wieder in einen gesunden Schlaf zu finden.
  • Sucht. Alkohol-, Nikotin- oder Drogensucht kann ebenso schuld an der erhöhten Erregbarkeit sein – ob gestillt oder ungestillt. Viele Menschen glauben, die Nerven mit Alkohol, Zigaretten oder Drogen beruhigen zu können, doch ist der Effekt nur von kurzer Dauer. Das Gehirn ist in ständiger Alarmbereitschaft und büßt an Leistung ein.
  • Diät. Magerkuren und Diäten sind schädlich für den Körper und eine unnötige Belastung. Die gewünschte Gewichtsreduktion ist meistens nicht vorhanden, dafür der gefürchtete JoJo-Effekt. Hunger und Mangelernährung können genauso reizbar machen wie Dehydrierung. Setzen Sie lieber auf eine ausgewogene Ernährung und trinken Sie ausreichend Wasser.
  • Schmerzen. Rückenschmerzen, Migräne, Gastritis? Permanente Schmerzen, die vielleicht sogar schon chronisch sind, belasten nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und es ist zum Aus-der-Haut-Fahren. Klären Sie die Schmerzen unbedingt mit einem Arzt ab und greifen Sie nicht gleich zu Schmerzmitteln, sondern bekämpfen Sie die Ursache.
  • Äußere Umstände. Manche Menschen reagieren hochsensibel auf äußere Reize wie Lärm, Hitze, Kälte oder grelles Licht. Meistens sind diese Reize nur das Tüpfelchen auf dem i, die das Fass zum Überlaufen bringen und die eigentliche Ursache sind meist in den oben genannten Faktoren zu finden. Gehen Sie der Ursache auf den Grund

Bleiben Sie gelassen

Lassen Sie die Reizbarkeit nicht Ihr Leben bestimmen und kommunizieren Sie mit Ihren Mitmenschen. Teilen Sie mit, dass Sie z.B. eine unruhige Nacht hinter sich und deshalb schlechte Laune haben oder erzählen Sie von Ihren Belastungen und Sorgen – egal ob psychisch oder physisch. Dies hilft nicht nur Ihren Mitmenschen, Sie besser zu verstehen, es tut auch Ihnen gut, sich mal alles von der Seele zu reden.

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