Psychische Gesundheit

Wie Smartphones unseren Alltag bestimmen

Die intensive Handynutzung in Kombination mit den Social Media kann unter anderem zu depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen und Suizidgedanken führen.

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Ein exzessiver Handygebrauch kann auf eine psychische Störung zurückgeführt werden.
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WhatsApp, Instagram & Co können abhängig machen. 2016 ermittelte die Innsbrucker Uniklinik, dass rund 857.000 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren internetsüchtig sind.

  • Fast jeder zehnte österreichische Jugendliche zeigt ein "schädliches Verhaltensmuster" in Bezug auf Smartphone-Nutzung und Social Media.
  • Wird ihnen das Handy weggenommen, zeigen sie Entzugssymptome wie nach einem Drogenkonsum.
  • Doch nicht nur Jugendliche sind von der ständigen mobilen Abhängigkeit betroffen, auch Erwachsene können sich nur schwer von ihrem digitalen Freund trennen.

Wie gefährlich ist die Smartphone-Sucht wirklich?

Mehr dazu: Kurzsichtig wegen Smartphone & Co

Smart Citys im Trend

MAIDS (Mobile and Internet Dependency Sydrome) heißt das Phänomen, welches immer mehr Menschen in seinen Bann zieht. Der ständige Druck, erreichbar und online zu sein, treibt viele Personen in die Abhängigkeit. Mails checken, Nachrichten schreiben, Musik hören, auf Social Media Plattformen scrollen: Unser Handy bietet uns alles was wir brauchen und wir passen uns ihm an. Die Frage ist nun: Sind wir tatsächlich Sklaven unserer Smartphones geworden?

  • In einigen Ländern wird dieses Verhalten unterstützt. In Moskau wird das Modell der "Smart City" getestet. Dort gibt es in der ganzen Stadt freies WLAN (sogar in der U-Bahn) und "Smart-Tankstellen", um sein Handy jederzeit aufzuladen. Über eine App können die Bewohner Strafzettel bezahlen und checken, ob ihre Kinder sicher in der Schule angekommen sind.
  • In der chinesischen Stadt Chongqing gibt es seit 2024 eigene Gehwege für "Smombies" (Smartphone + Zombie). Damit sind Menschen gemeint, die durch ihren ständigen Blick auf das Handy ihre Umwelt nicht mehr wahrnehmen und dadurch leichter in gefährliche Situationen im Straßenverkehr geraten.
  • Doch ist dieses Konzept tatsächlich gut für uns? Alleine in Japan geben eine Million Menschen an nicht ohne Internet überleben zu können.
  • Die Grenze zur Sucht kann einfach bestimmt werden: Merken wir nämlich, dass uns etwas nicht gut tut, wir aber nicht damit aufhören können, dann kann von einer Sucht gesprochen werden.

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Verlernen wir die direkte Kommunikation?

Statistisch gesehen nehmen wir 88 Mal am Tag das Handy in die Hand. Besonders Social Media lässt unsere Augen auf dem Bildschirm kleben. Dem Druck immer mehr Likes und Follower zu bekommen, können die meisten nicht standhalten. Depressionen, Schlafstörungen und Suizidgedanken können die Folgen von intensiver Smartphone-Nutzung sein.

  • Zusätzlich wird die Fähigkeit der direkten Kommunikation verlernt. Sogar das Telefonieren wird von vielen Menschen abgelehnt, denn texten und Emojis schicken ist für die meisten bequemer.
  • Die Überzahl an Selfies auf Instagram & Co sorgen dafür, dass das Aussehen und die Erscheinung eine Ware geworden ist: Denn je mehr Likes ich habe, desto beliebter bin ich.
  • Besonders für Kinder und Jugendliche ist dies besonders gefährlich. Die Mobbingübergriffe auf den sozialen Medien sind drastisch angestiegen.
  • Eine Studie der Technischen Universität Wien und der Niederösterreichen Arbeiterkammer zeigt, dass eine verringerte Nutzung des Smartphones glücklicher macht und uns außerdem effizienter arbeiten lässt.

Mehr dazu: Kind + Handy = gesund?

Professionelle Hilfe

Falls Sie Ihre Handysucht nicht mehr selbstständig in den Griff bekommen können, dann sprechen Sie unbedingt mit Familienangehörigen oder Freunden über Ihr Problem. Professionelle Beratungsstellen können ebenfalls Hilfe leisten:

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