Psychische Gesundheit

Stress macht uns krank: Was der Darm damit zu tun hat

Eine neue Umfrage beleuchtet das Stressempfinden der Österreicher. Darunter leidet vor allem der Darm.

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Bauchschmerzen
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Die Österreicher sind gestresst. Das zeigt eine durchgeführte Online-Umfrage von marketagent.com deutlich. Dauerstress ist aber keinesfalls eine Lappalie. Langfristig macht uns die Dauerbelastung körperlich und psychisch krank.

Stress beeinflusst auch den Darm

Eine wichtige Rolle in Sachen Stress spielt eine gesunde Darmflora. Ist diese fehlbesiedelt oder haben wir zu wenige nützliche Bakterien, verursacht der Stress sogenannte stille Entzündungen im Darm, die aufgrund der "Darm-Hirn-Achse" das Risiko für verschiedene Erkrankungen, zum Beispiel DepressionenMultiple Sklerose (MS) oder Alzheimer erhöhen können.

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Wie gestresst ist Österreich?

Stress gilt als Problem, das nahezu jeden betrifft: 84,3 Prozent der Österreicher fühlen sich durch ihren Beruf, Probleme mit den Finanzen und/oder durch ihre Familie gestresst. Das kam bei der neuen repräsentativen Umfrage heraus, bei der 1.014 Männer und Frauen zwischen 18 und 69 Jahren zum Thema Stress befragt wurden.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 8 bis 10 Prozent fühlen sich hin und wieder gestresst.
  • 42,4 Prozent fühlen sich sogar häufig und fast dauerhaft Stress ausgesetzt.
  • 36,7 Prozent würden sich selbst als Burnout-gefährdet bezeichnen.
  • 37,7 Prozent denken, dass ihre engste Bezugsperson an einem Burnout erkranken könnte.

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Der Job stresst uns am meisten

Bei der Frage nach den Ursachen für den erlebten Stress, nannten die Teilnehmer folgende Auslöser:

  • Job: 36,8 Prozent
  • Finanzen: 19,1 Prozent
  • Familie/Beziehung: 16,7 Prozent

Männer (44,1%) erleben im Beruf mehr Stress als Frauen. Die weiblichen Probanden fühlen sich vermehrt durch Familiäres unter Druck gesetzt (21,3%). Der ständige Stress macht sich auch durch körperliche Symptome bemerkbar: Müdigkeit, Schlappheit, Ein- und Durchschlafstörungen, Verspannungen und schlechte Stimmung sind die häufigsten Beschwerden. Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung erlebt jeder dritte Gestresste.

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Was Stress im Bauch anrichtet

Der Darm verantwortet nicht nur die Verdauung, sondern ist auch der Sitz unseres Immunsystems und produziert viele wichtige Hormone.

Ständiger Stress lässt wichtige Darmbakterien absterben. Daraufhin wird die Darmschleimhaut dünner, Entzündungen werden verstärkt und der Darm durchlässiger für Krankheitserreger und Giftstoffe, die wir zum Beispiel über unsere Ernährung aufnehmen. Eine derartig gestörte Darmflora wirkt sich auch auf das Gehirn aus, wie verschiedene Studien bestätigen. Das kann auf lange Sicht krank machen.

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Stress gezielt reduzieren

Am wichtigsten ist die Reduktion der stressverursachenden Faktoren. Unterstützend kann eine Therapie mit Probiotika helfen, den Darm stressresistenter zu machen.

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