Entspannung

Sommerhaus der Stars & Bachelorette: Warum wir unser Hirn mit Trash-TV "ausklinken" wollen

Wir berieseln uns mit Blödheit aus der Glotze. Warum wir das tun und warum es uns sogar helfen kann. Hipp Hipp Hurra, die Trash-Saison ist da!

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Frau schaut Trash-TV
AntonioGuillem / iStock

Nach außen hin so tun, als hätten wir keinen Tau, aber insgeheim wissen, wen die Bachelorette als erstes geküsst hat, wem Heidi sicher kein Foto gibt und wer bei Teenager werden Mütter plötzlich lesbisch geworden ist. Trash-TV ist nicht gesellschaftsfähig, aber so beliebt wie nie zuvor. Warum ist das so und wieso tut es so gut, sich von irgendwelchen Promis auf der Couch berieseln zu lassen?

 

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Mehr dazu: Macht uns das Fernsehen krank?

Fremdschämen, mitfiebern, auslachen

Aus psychologischer Sicht macht es absolut Sinn, dass wir Trash-Formate lieben. Es gelten die selben Faszinationen wie bei den altertümlichen Spielen der Gladiatoren:

  • Wir ereifern uns: "So würde ich mich nie verhalten!" sagen wir und "He, mein Leben ist gar nicht so mies!", denken wir. Die gescheiterten Existenzen, verlotterte Z-Prominente und abgekämpfte Dschungel-Kandidaten führen uns vor Augen, dass unsere Situation eigentlich gar nicht so übel ist. Schlimmer geht immer!
  • Wir lassen uns mitreißen: Obwohl wir wissen, dass das alles nur Show ist, werden wir emotional, wenn eine rausgewählte GNTM-Kandidatin in Tränen ausbricht oder bei Let's Dance einer mit einer tragischen Lebensgeschichte rausrückt. Das Mitfiebern sorgt für die Einschaltquoten, wir wollen wissen, wie es unseren "Lieblingen" weiter ergeht und ob unser Hasssubjekt wieder eine dumme Aktion liefert.
  • Wir schämen uns fremd: Trash-TV ist eine reine Fremdscham-Orgie. Man möchte sich regelrecht Augen und Ohren zuhalten, wenn so manche Protagonisten den Mund aufmachen. Kürzlich gesehen beim Sommerhaus der Stars auf RTL, wo Schlagersänger Michael Wendler (47) mit dem Sexleben mit seiner 18-jährigen Freundin prahlt: "Wir machen's halt fünfmal hintereinander, Schatz, gell?" Man möchte schreiend davonlaufen, aber gleichzeitig diesen Supergau miterleben. Es ist wie ein Autounfall. Dann soll die Gute nämlich vielleicht noch schwanger sein, weil sie des nächtens im Video-überwachten Sommerhaus über ihren menschlich gewordenen Vaterkomplex klettert und röchelt "Ich muss brechen!". We keep you posted.

 

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Dem Alltag entfliehen, das Gehirn durchlüften

Wir finden sogar einen gewissen Gesundheitsaspekt an derartigen Fernsehsendungen. Natürlich, vor dem TV zu hängen ist nicht gesundheitsförderlich, Sport und Lesen wären besser. Aber ein bis zwei wöchentliche Dosen werden uns nichts Schlechtes tun. UND: Das Drama in der Flimmerkiste lenkt uns hervorragend von den alltäglichen Strapazen ab. Vergessen ist die schiefgegangene Kundenpräsentation oder die zu hohe Telefonrechnung. Der Bachelorette sei Dank!

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