Schlaf

Warum schwören alle auf Clean Sleeping?

Clean Eating kennen (und können) wir. Aber was hat es mit Clean Sleeping auf sich?

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Clean Sleeping liegt im Trend
Deagreez / iStock

Wenn wir eines im Laufe der Zeit gelernt haben, dann ist es: Keine Gesundheitstipps ausprobieren, die Hollywood-Star Gwyneth Paltrow auf ihrer Lifestyle- und Geldscheffel-Seite "Goop" vorstellt. Von den Bienenstichen für eine schöne Haut über das tägliches Baden in – nennen wir's beim Namen – Abführmittel bis hin zum Schlafen mit einem Jade-Ei in der Vagina. (Nein, Sie haben sich nicht verlesen, sie hat das tatsächlich empfohlen und auch in ihrem Shop vertrieben.)

Was Paltrow außerdem noch propagiert, ist allerdings gar nicht so dumm. In ihrem Buch "Goop Clean Beauty" empfiehlt sie, nach den Prinzipien des Clean Eating, nun auch "Clean Sleeping" zu praktizieren, denn sauberer Schlaf, so die Schauspielerin, sei schlechthin der Gesundheitstrend. Er soll den Appetit und den Energiehaushalt regeln. Also gut. Dann schauen wir uns das einmal an…

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Was kann "Clean Sleeping"?

Clean Sleeping ist ein hipper Name für eine alte Binsenweisheit: Schlafen Sie genug und möglichst regelmäßig, denn das macht gesund, glücklich und schön. Daran gibt es auch gar nichts auszusetzen. Wir haben das selber schon oft geschrieben (etwa hier, hier oder hier). Aber was genau empfiehlt nun Frau Paltrow? Hier ihre Schlafregeln – und unsere Meinung dazu.

  • Mindestens acht Stunden Schlaf pro Nacht. Im Idealfall zehn. Acht Stunden Schlaf sind eine gute Sache. Zehn sind für die meisten Menschen vermutlich zu viel und können sogar kontraproduktiv sein. Jeder Mensch hat da sein ganz persönliches, ideales Schlafpensum. Wie Sie Ihres ermitteln, lesen Sie hier.
  • Regelmäßige Uhrzeiten. Ja, das ist eine gute Idee, Gwyneth! Regelmäßige Schlafenszeiten tun unserem zirkadianen Rhythmus gut (siehe auch hier) und lassen uns leichter einschlafen. Aber setzen Sie sich keine unrealistischen Ziele wie "9 Uhr Bettruhe". Finden Sie die Uhrzeit, die zu Ihnen passt.
  • Weg mit iPad und Co. Noch ein Punkt für Gwyneth. Der hohe Anteil von blauem Licht, den Bildschirme abgeben, hemmt die Produktion von Melatonin. Das hält uns wach, wenn wir längst schlafen wollen. Außerdem: Die Inhalte! Dringende Mail vom Chef? Aktuelles Wahlergebnis? Naturkatastrophen? Sie müssten schon sehr abgebrüht sein, um danach friedlich schlummern zu können…
  • Kein Koffein ab dem späteren Nachmittag. Einverstanden. Sinnvoller Tipp. Obwohl Kaffee an sich nicht ungesund ist.
  • Keine Naschereien vor dem Einschlafen und ein tägliches "Fastenfenster". 12 Stunden nichts essen, schlägt Paltrow vor. Das kann generell gesund sein (Stichwort: Autophagie), ist aber nicht jedermanns Sache. Außerdem werden hier Äpfel mit Birnen vermischt: Dem Körper eine längere "Essenspause" zu gönnen, kann sinnvoll sein, hat aber mit gutem oder schlechten Schlaf nur bedingt etwas zu tun. Teil 1 trifft allerdings zu: Lassen Sie Snacks vor dem Zubettgehen weg!
  • Yoga Nidra statt Schlaf. Bestimmte Yoga-Praktiken sorgen für derart tolle Tiefenentspannung, dass sie Schlaf ersetzen können so die Theorie. Stimmt das? Nein. Schlaf kann durch nichts ersetzt werden. Aber natürlich ebnen Entspannungstechniken und die passenden Yoga-Übungen nach einem hektischen Tag den Weg ins Land der Träume.
  • Ein mit Kupfer durchwirkter Kopfpolster hält jung und frisch. Der Spaß kostet "nur" 70 Euro und ist rein zufällig im Webshop von Goop zu kaufen. Müssen wir das noch weiter kommentieren?
  • Magnesium-Präparate helfen beim Einschlafen. Es ist prinzipiell keine gute Idee, Menschen Nahrungsmittelzusätze zu verordnen, wenn kein Mangel besteht. Wenn Sie etwa auf Grund von Wadenkrämpfen das Gefühl haben, Ihnen fehlt Magnesium, dann konsultieren Sie bitte Ihren Arzt. Das Spurenelement einfach so zum täglichen Einschlafen zu schlucken, führt mitunter zu Durchfall. Außerdem gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass Magnesium tatsächlich Auswirkungen auf unserem Schlaf hat.
  • Akkupressur-Punkte an Kopf und Füßen massieren. Generell: Alles, was Sie entspannt, hilft. Wenn Sie Kopf- oder Fußmassagen lieben, dann gönnen Sie sich eine. Oder noch besser: Bitten Sie Ihren Partner. Das wird helfen, unabhängig davon, ob Sie nun die "korrekten" Punkte treffen oder nicht.

Mehr dazu: 5 Tipps bei Einschlafproblemen

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