Psychische Gesundheit

Wer in der Arbeit gezwungen lächelt, trinkt mehr Alkohol

Der Kunde ist König: So lautet in vielen Betrieben das Motto. Überfreundlichkeit und Dauerlächeln wird deshalb von vielen Angestellten verlangt. Eine Studie fand heraus, dass dieses Verhalten zu Alkoholismus führen kann.

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Lächeln
torwai / iStock

In der Arbeit und zum Kunden soll man freundlich sein, selbst wenn man einen schlechten Tag hat. Doch wer sich diese Regel zu sehr aufzwingt, tut seiner psychischen Gesundheit nichts Gutes. Eine Studie untersuchte, ob es zwischen vorgetäuschter Freundlichkeit in der Arbeit und erhöhtem Alkoholkonsum einen Zusammenhang gibt.

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Gezwungenes Lächeln und Alkoholismus

In dieser Studie wurden vor allem jene arbeitenden Menschen untersucht, die im Kundenservice arbeiten, also viel mit fremden Menschen zu tun haben. Unter anderem waren das:

  • Krankenschwestern
  • Servicepersonal in der Gastronomie
  • oder Lehrer

Ob sie sich während der Arbeit dazu gezwungen haben, negative Gefühle nicht zu zeigen oder etwa Reaktionen wir Augenrollen zu unterdrücken, hing vor allem auch von den Erwartungen des jeweiligen Arbeitgebers ab. Die Studie fand heraus, dass jene Personen, die sich zum Lächeln zwingen, nach der Arbeit eher dazu tendieren, Alkohol zu trinken.

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Mitarbeiter zum Lächeln zu zwingen, ist ungesund

Die Forscher betonen, dass es für Arbeitgeber nicht sinnvoll ist, Mitarbeiter aufzufordern, negative Emotionen zu unterdrücken. Es verursacht nicht nur, dass Personen aufgrund des Jobs Abends mehr trinken. Es führt auch dazu, dass Menschen generell verlernen, mit negativen Emotionen umzugehen.

Während der Arbeit zu lächeln kann etwas Positives sein, solange es nicht ständig sein muss. Vor allem in der Gastronomie ist das Freundlichsein oft auch mit Geld verbunden. Wer mehr lächelt – bekommt mehr Trinkgeld. Es motiviert die Angestellten dazu, natürliche, negative Gefühle zurückzuhalten. Auf längere Zeit, kann das ganz schön auslaugen.

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Je "echter" die Beziehung zum Kunden, desto besser

Die Studie fand auch heraus, dass Angestellte besonders unter dem Vorspielen von positiven Gefühlen leiden, wenn sie die Kunden kaum kennen und nur sehr kurzen Kontakt mit ihnen haben. Dies betraf meistens Service-Personal in der Gastronomie oder Personen, die im Callcenter arbeiten.

Arbeitende, die ihren Job als erfüllend empfinden, leiden weniger unter dem vorgespielten Lächeln, dies betrifft etwa Krankenschwestern. Diese spielen positive Gefühle vor, um dem Patienten ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit zu vermitteln. Dadurch wollen sie zu ihm eine positive Beziehung aufbauen.

Wer den Kunden nur kurz zu Gesicht bekommt, dabei aber sehr freundlich sein muss, obwohl ihn die Person nicht interessiert oder wütend macht, leidet eher. Der Griff zur Flasche nach Feierabend soll den Frust wieder entladen.

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