Psychische Gesundheit

Wie man sich vor Energie-Vampiren schützt

Wir kennen das alle: Nach manchen Treffen mit Freunden, Familie oder Kollegen fühlt man sich komplett ausgelaugt und k.o. – Warum? Weil es Menschen gibt, die uns schlichtweg die Kraftreserven rauben.

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Manche Freunde rauben uns einfach den letzten Nerv.
Milkos / iStock

Jeder kennt sie: Energie-Vampire, die mit ihrer Negativität, Kritiksucht oder unstillbaren Bedürftigkeit unser Kräfte saugen. Keine Frage: Freunden in Not muss man helfen. Die sind hier auch nicht gemeint. Es spricht absolut nichts dagegen (im Gegenteil: viel dafür!), wenn du deiner/m BFF eine Schulter zum Ausweinen bietest.

Aber was ist mit der Kollegin, die immer Grund zum Jammern findet? Die auf die Frage "Na, wie geht's?" nur die Augen verdreht, seufzt und leidvoll antwortet "Ach, wie soll's schon gehen?"

Oder mit Tante Berta, die all deine Lebensentscheidungen schrecklich findet und nicht müde wird, dich darüber zu informieren, dass du a) den falschen Beruf gelernt hast, in dem du b) zu wenig verdienst und c) den falschen Partner geehelicht hast, mit dem du d) missratene Kinder gezeugt und diese e) schlecht erzogen hast…

Und das ist erst der Anfang.

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Schütze dich!

So geht das aber nicht. Wer sich zu lange mit Energie-Vampiren umgibt, der verliert nicht nur Lebensqualität, er wird auch krank. Folgende Maßnahmen können Ihnen helfen, die Sauger endlich in die Schranken zu weisen und wieder freier atmen zu können. Wohlgemerkt: Du musst sie nicht aus deinem Leben verbannen. Das geht oft nicht – und vermutlich willst du das auch gar nicht. Aber, um es wie Donna Summer zu sagen: Enough is enough!

  • Bewusstsein schaffen: Oft sind wir uns gar nicht bewusst, wer oder was uns emotional derart k.o. geschlagen hat. Regel Nummer 1 lautet daher: Beobachte dich! Wann treten diese Momente auf, in denen du dich wie ein durch die Mangel gedrehter Badeschwamm fühlst? Entsteht dieses Gefühl während oder nach Begegnungen mit gewissen Personen? Aha! Dann bist du der Sache auf der Spur…
  • Interaktionen reduzieren: Du bist der Herr/die Frau über deine Kommunikationskanäle. Es steht dir frei, Anrufe manchmal zu ignorieren oder sich in der Kantine an einen anderen Tisch zu setzen. Wie gesagt: Du kannst die Verfechter der dunklen Seite der Macht nicht ganz aus deinem Leben werfen. Aber wenn du statt zehn täglichen Interaktionen nur noch fünf hast, hast du bereits gewonnen.
  • Zeitlimit setzen: Die Tante Berta (siehe oben) will dich auf einen Kaffee treffen. Oje. Schenke ihr genau eine Stunde. Das muss reichen. Verabrede dich für danach oder schütz' dir einen von langer Hand geplanten Termin vor. Sonst sitzt du wieder drei Stunden im Kaffeehaus und kommst nicht los… Also: Schenke ihr Zeit. Aber nur so viel, wie du verkraften (und gut überstehen) kannst.

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Halte Abstand!

  • Nimm's nicht persönlich: Denn wahrscheinlich ist es das nicht! Jemand kritisiert ständig an dir rum? Nun, du kannst ja nicht ALLES falsch gemacht haben. Vermutlich liegt das Problem nicht bei dir, sondern bei Mister Miselsucht. Dein Bewusstsein darüber wird ihn zwar nicht davon abhalten, weiter zu nörgeln, aber für dich sollte es doch eine gewisse Erleichterung bringen.
  • Ertrinke nicht in fremdem Leid: Empathie macht uns erst zu Menschen. Aber Mitgefühl und Mitleid sind zwei verschiedene Paar Schuhe… Wenn jemand sein ganzes Leid bei dir ablädt, so ist es nicht sinnvoll, mit ihm gemeinsam darin zu baden. Hilft weder dir, noch ihm/ihr. Wenn es gar nicht anders geht, dann ergreife lieber die Flucht.
  • Rette niemanden: Ja, du meinst es gut. Wenn du siehst, dass dein Gegenüber ein Problem hat, dann willst du helfen. Aber ist dir schon einmal aufgefallen, dass deine Ratschläge sowieso nicht befolgt werden und vielleicht auch gar nicht erwünscht sind? Sinnlos, sich den Mund fusselig zu reden, bloß, um ignoriert zu werden. Sag' lieber: "Ich verstehe das Problem, aber ich glaub, ich bin da nicht der richtige Ansprechpartner. Wende dich doch besser an…."#

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