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Greenpeace warnt: Klimawandel macht sich bereits in Österreich bemerkbar

Was die Klimakrise in Österreichs Bundesländern anrichtet.

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Greenpeace warnt mit Report über Klimawandel
Elena-studio / iStock

Klimawandel-Leugner aufgepasst: Der von der Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte Report macht auf die verheerenden Folgen, die sich bereits jetzt in allen österreichischen Bundesländern zeigen, aufmerksam – und für die der Mensch verantwortlich ist.

  • Seit Mitte des 19. Jahrhunderts steigen die klimaschädlichen Treibhausgase stetig an: Von 280 ppm auf über 400 ppm (parts per million).
  • In Österreich sind die Temperaturen seit 1980 um ca. zwei Grad Celsius gestiegen.
  • Das CCCA (Climate Change Center Austria) analysierte die Auswirkungen auf die einzelnen Bundesländer. Greenpeace besuchte die Bundesländer und dokumentierte den Status quo.

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Auswirkungen im Osten Österreichs

Trockenheit und Hitze bedrohen den Lebensraum in Wien, Niederösterreich und im Burgenland:

  • Wien: Trockenheit und Hitze machen dem Wienerwald zu schaffen. Beton und Asphalt speichern die Wärme, große Hitze und Tropennächte nehmen zu. Darunter leidet der menschliche Körper, der selbst nachts nicht abkühlen kann. Schlaf- und Gesundheitsprobleme sind die Folge. 2018 starben 766 Menschen den Hitzetod.
  • Niederösterreich: Wald- und Mühlviertel sind vom Borkenkäfer befallen, Fichten sind durch die Trockenheit gestresst und anfälliger für Schädlinge. Buchenwälder schrumpfen aufgrund der geringen Niederschlagsmengen. Auf der anderen Seite zerstören Hagel und Starkregen die Ernte. Auch drohen Hochwasser und Hangrutschungen.
  • Burgenland: Die Landwirtschaft leidet massiv unter der Trockenheit und es kommt zu Ernteverlusten. Das Ökosystem des Neusiedler Sees ist bedroht; laut einer Studie des Instituts für Meteorologie der Universität für Bodenkultur ist eine vollständige Austrocknung des zweitgrößten Sees des Landes eine reale Bedrohung.

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Auswirkungen im Westen Österreichs

Waldsterben, zu hohe Temperaturen und zu geringer Niederschlag machen den Regionen zu schaffen.

  • Oberösterreich: Durch die steigende Hitze kommt es zu verminderter Wasserspeicherkapazität und weniger Ernteertrag. Auch die Schneefallgrenze nimmt ab. Invasive Schädlinge, die große Wiesen auffressen und Steppe hinterlassen, haben leichtes Spiel. Fichten sterben aufgrund der Trockenheit großflächig.
  • Salzburg: Die Gletscherschmelze schreitet immer mehr voran, Permafrostböden sind stark gefährdet. Diese ab einer Seehöhe von 2.500 Metern dauerhaft gefrorenen Böden schmelzen durch den Temperaturanstieg. Die Gefahr für Hochwasser, Murenabgänge und Felsstürze spitzt sich zu; Böden werden hitzebedingt versiegelt und können kein Wasser mehr aufnehmen. Starke Stürme oder Hagel vernichten ganzjährige Ernten.

Skigebiete müssen im Sommer durch Decken geschützt werdenAm Stubaier Gletscher wird Eis & Schnee im Sommer abgedeckt, um weiteres Abschmelzen zu verhindern. (Mitja Kobal/Greenpeace)

  • Tirol: Auch hier ist das Auftauen der Permafrostböden und Blockgletscher traurige Realität. Die Tiroler Skigebiete sind gefährdet, da Schneeniederschlag und die Schneedeckendauer abnehmen. Seit 2016/17 kam es zu einem Rückgang von knapp 25 Längenmetern der Gletscherzungen.
  • Vorarlberg: Die drastischen Folgen setzen sich in dem gebirgigen Bundesland fort – Gletscherschmelze und das Tauen des Permafrosts stehen an der Tagesordnung. Weil das Wachstum von Büschen und anderen für Almen untypische Pflanzen begünstigt wird, können Tiere diese Futtermenge nicht mehr bewältigen.

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Auswirkungen im Süden Österreichs

Der Temperaturanstieg wirkt sich auf viele Bereiche negativ aus.

  • Steiermark: Das Skigebiet Lammeralm ist seit 2016 geschlossen – es fällt zu wenig Schnee. Zunehmende Gewitter führen zu Überschwemmungen und Murenabgängen, die durch das Auftauen des Permafrostbodens entstehen. Die Temperaturzunahme macht sich auch im Fluss bemerkbar und hat Auswirkungen auf die Artenzusammensetzung.
  • Kärnten: Ein wärmeres Klima hat Auswirkungen auf die Wasserqualität der Kärntner Seen. Auch im Hochgebirge sind die Folgen sichtbar: Gletscher schmelzen, die Baumgrenze steigt, es wachsen immer mehr Wärme liebende Pflanzen und es kommt zu einem Rückgang der Artenvielfalt. Das Risiko für Waldbrände steigt.

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