Bewusst leben

Nachhaltigkeit jetzt: Ökofuzzi – und stolz darauf!

Hashtag: #eco! Der bewusste, nachhaltige Lebensstil hat sein Hippiekostüm längst abgelegt und liegt im Trend wie nie zuvor. Machen Sie mit!

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jacoblund / iStock

Die Generation der Babyboomer (geboren von 1946 bis 1964) machte sich nicht viel aus Umweltschutz. Hauptgrund: Es fehlte schlichtweg an Information sowie an Bewusstsein zum Thema. Plastik war "convenient", ja, man bevorzugte die leichteren Flaschen aus Kunststoff, süffelte Cola mit Strohhalm ungeniert aus der Dose, freute sich über die ersten Fast-Food-Filialen und pfefferte gebleichte Taschentücher beim Waldspaziergang in die Natur, "weil die eh verrotten".

Die Generation Y (die abgekämpften Millennials), zwischen den frühen 1980ern und den späten 1990ern geboren, sieht das ein wenig anders: Ihnen ist klarer, dass das Konsumverhalten des Individuums Auswirkungen auf die Umwelt hat. Sie lassen das Plastiksackerl links liegen, grübeln über den ökologischen Fußabdruck von Avocados, essen weniger Fleisch und fahren Hybridautos. Welche Schlüsse die Generation Z (1997–2012) für sich zieht, ist abzuwarten.

Fakt ist: Trotz der "millennial’schen" Versuche um Besserung sieht es für unseren Planeten nicht gut aus. Den Eisbären schmilzt das Polareis unter den Pfoten weg, immer mehr Menschen sterben an den Folgen von Luftverschmutzung – die Liste der Probleme ist lang. Zum Glück schreiben sich viele das bewusste "Ökotum" vermehrt auf die Fahnen und gehen mit gutem Beispiel voran. Wer mitmacht, tut aktiv etwas für eine Umwelt, in der unsere Kinder gesund aufwachsen können.

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Minimalismus statt Kapitalismus

An der ausgelutschten Phrase "weniger ist mehr" ist so einiges dran: Wer minimalistisch lebt, belastet die Umwelt weniger und fördert zudem seine psychische Gesundheit. In Maßen zu konsumieren ist nie verkehrt, aber was impliziert das überhaupt? Ein kurzer Überblick für Einsteiger-Minimalisten:

Mehr dazu: 10 Tipps für mehr Minimalismus

  • Zero Waste: Überhaupt keinen Müll zu produzieren, ist für die meisten von uns nicht praktikabel, eine Reduktion aber sehr wohl. Das funktioniert am besten, indem weniger Produkte in Verpackungen gekauft werden – also keine Fertiggerichte, Getränke in Plastikflaschen etc. Ein anschauliches Beispiel: Betrachten Sie einmal den Müllberg, den Sie nach einer typischen Fast-Food-Mahlzeit vor sich haben …
  • Weniger kaufen: Wer weniger kauft, schmeißt auch weniger weg. Vor allem bei Lebensmitteln ist Verschwendung allgegenwärtig und absolut vermeidbar. Essenspläne für die Woche erarbeiten und nur das einkaufen, was tatsächlich gegessen wird, kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.
  • Bewusste Entscheidungen treffen: Die Überlegung "Brauche ich das wirklich?" sollte vor jeder Konsumentscheidung stehen. Das betrifft vor allem Kleidung, Beautyprodukte und alles andere, was wir uns nur um des Kaufens willen zulegen.
  • Achtsam sein: Alles, was wir tun, hat Konsequenzen für andere. Indem wir uns damit auseinandersetzen, wie unsere tagtäglichen Entscheidungen auf unsere Mitmenschen, die Umwelt, die Natur und die Tiere wirken, handeln wir bewusst und mit Rücksichtnahme.

Mehr dazu: Das plastikfreie Badezimmer

Minimalismus lohnt sich auch in Bezug auf das persönliche Seelenwohl: Kennen Sie das befreiende Gefühl, nachdem Sie Ihren Kleiderschrank ausgemistet haben? Sich von ungenützten oder überflüssigen Dingen zu trennen und erst gar keine neuen anzuschaffen, erzeugt eine gewisse Unabhängigkeit und Leichtigkeit.

Mehr dazu: Weniger kaufen, mehr Glück

Kinder als Minimalisten

Eine Dauerüberflutung mit Reizen ist für niemanden gut, vor allem nicht für Kinder, deren Gehirn sich laufend entwickelt. Neben einem oft unübersichtlichen Spielzeugberg sind sie zudem mit der allgegenwärtigen Digitalisierung konfrontiert. Nicht selten kann man Eltern beobachten, die ihre Kleinen mit dem Smartphone ruhigstellen.

Es verwundert also nicht, dass unsere Jüngsten

  • immer öfter an Störungen wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) leiden,
  • Langeweile nicht ertragen
  • bzw. keine Fantasie für eigenständige Beschäftigung haben.

Wächst ein Kind hingegen mit weniger Spielsachen und "Dauerbeschallung" durch Reize auf, kann das die Kreativität, Bescheidenheit, den Willen zum Teilen sowie selbstständiges Spielen fördern.

Kinder, die von klein auf ein gewisses Bewusstsein für die richtige Balance aus Geben und Nehmen haben und wissen, dass ihre Handlungen Auswirkungen auf andere haben, werden vermutlich zu rücksichtsvolleren sowie verstärkt reflektierten Erwachsenen.

Mehr dazu: Warum wir Kindern vorlesen sollten

Ich nehm’ das Fahrrad!

Wer in einer Großstadt mit gut ausgebautem öffentlichem Verkehrsnetz lebt, ist nicht auf ein Auto angewiesen. Der Verzicht auf einen eigenen Pkw hat einige Vorteile: Sie sparen Geld (Anschaffung, Benzin, Versicherung), schonen die Umwelt und bewegen sich mehr. Bei warmen Temperaturen satteln Sie am besten von der U-Bahn auf den Drahtesel um. Mit der täglichen Fahrt in die Arbeit ist sogar der regelmäßige Ausdauersport abgehakt! Und wenn Sie doch einmal ein Auto benötigen, gibt es Carsharing-Alternativen oder Mietautos, die am Ende immer noch günstiger kommen als ein eigener Wagen.

Essend etwas beitragen

Welche Entscheidungen wir im Supermarkt treffen, hat Konsequenzen: Angebot und Nachfrage bestimmen, welche Produkte in welchem Ausmaß hergestellt werden. Jeder Einzelne ist also gefragt, einen Blick in seinen Einkaufskorb zu werfen und den persönlichen ökologischen Fußabdruck, auch "Nachhaltigkeitsindikator" genannt, zu prüfen.

Vegan und glücklich

Konkret ist mit diesem Begriff die biologisch produktive Fläche der Erde gemeint, die es für die Aufrechterhaltung eines gewissen Lebensstils braucht. In die Berechnung eingeschlossen werden Kohlendioxid, Abfälle und nicht erneuerbare Ressourcen. Ein Beispiel: Würden alle Deutschen weniger fleischlastig essen und dazu weniger Lebensmittel wegwerfen, würden bis zu 67 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase wie CO2 die Umwelt belasten. Das entspricht der Schadstoffmenge von ganz Österreich. Dazu wären 4 Millionen Hektar weniger Acker- und Grünland nötig (Quelle: WWF). Die Produktion von 1 kg Fleisch verursacht übrigens 36 kg CO2. Das ist so viel, wie bei einer 250 km langen Autofahrt anfällt.

Zwar wird der Frischwasserverbrauch nicht für die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks herangezogen (er zählt zu den sogenannten Dimensionen der planetarischen Grenzen, ebenso wie die Versauerung der Ozeane, die Biodiversität oder der Klimawandel), der Einfluss auf die Erdsystemfunktionen ist jedoch enorm. So bestimmt der Wasserhaushalt die Ernährungssicherheit und den Lebensraum vieler Arten. Für die Herstellung von Nahrung wird Wasser benötigt – wie viel für welches Produkt, entnehmen Sie den beiden Tabellen.

Mehr dazu: Haben Veganer besseren Sex?

Kein Planet B

Ignoranz ist out, Mitdenken in. Wen heute ein schlechtes Gewissen beschleicht, weil er das wiederverwendbare Sackerl zum Einkaufen vergessen oder schon wieder billige Kleidung geshoppt hat, oder wer die weit gereiste Avocado mit einer Sorgenfalte betrachtet, beginnt sein Verhalten zu reflektieren. Und: Sie müssen nicht perfekt sein, um ein Ökofuzzi zu werden. Schon kleine Veränderungen im Alltag zahlen sich aus und können etwas zum großen Ganzen beitragen. Fangen Sie heute damit an!

10 Lebensmittel mit hohem Wasserverbrauch

Lebensmittel (1 kg) Wasser in Liter (l)
Kakao 27.000
Röstkaffee 21.000
Rindfleisch 15.490
Nüsse 5.000
Hirse 5.000
Schweinefleisch 4.730
Geflügel 4.000
Reis 3.470
Eier 3.300
Kokosnuss 2.500

 

10 Lebensmittel mit niedrigem Wasserverbrauch

Lebensmittel (1 kg) Wasser in Liter (l)
Tomaten 110
Karotten 130
Kartoffeln 210
Grüner Salat 240
Erdbeeren 280
Zwiebeln 280
Gurke 350
Zitronen 360
Äpfel 700
Milch 600

 

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