Bewusst leben

Wie nachhaltig sind Schnittblumen?

Ein Blumenstrauß ist schön, aber sein ökologischer Fußabdruck ist mitunter groß.

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Wie nachhaltig sind Schnittblumen?
Probuxtor / iStock

Es gibt wohl wenige Frauen, die sich nicht über einen Strauß Blumen freuen. Doch die Freude währt nur kurz, hängen sie doch schon bald traurig aus der Vase. Und auch um die Nachhaltigkeit schaut es nicht so rosig aus. Wer umweltbewusst leben möchte, kommt nicht darum herum, sich mit dem Thema Schnittblumen und deren Ökobilanz genauer auseinander zu setzen. Wir zeigen, worauf Sie beim nächsten Blumenkauf achten sollten.

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Blumen und ihr bitterer Beigeschmack

Wer Blumen kauft oder verschenkt, hat nur beste Absichten. Beim Kauf von Lebensmitteln, ja sogar der Kleidung, achten wir auf Bio-Qualität, wir versuchen  weniger Müll zu produzieren und unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Dann sollten wir auch darauf achten, woher die schönen Blumen stammen, die uns – wenn auch nur für kurze Zeit – das Leben versüßen. Stehen die Blumen im Wohnzimmer, ist vielen nicht bewusst, welch hart umkämpftes Pflaster der Blumenhandel eigentlich ist.

Dreh- und Angelpunkt des Blumenmarkts sind die Niederlande. Blumen aus aller Welt werden dort importiert und weiter verschickt. Zu den wichtigsten Exportländern zählen Kenia und Äthiopien (Rosen), Ecuador (u.a. Lilien, Fuchsien, Orchideen), Kolumbien (Nelken). Selbst unter Experten gilt der Blumenhandel als unübersichtlich. Worauf der Konsument selbst achten sollte, sind die CO2-Bilanz, faire Arbeitsbedindungen sowie die Pestizidbelastung.

Hier sind drei Szenarien, die jedem Blumenkäufer mal unterkommen:

  • Im Supermarkt lacht uns ein Strauß Tulpen um 2,49 Euro an. Ist es okay, ihn zu kaufen? Wird Ware zu einem so günstigen Preis angeboten, muss an anderer Stelle gespart worden sein. Im Falle der Blumen beim Arbeiter selbst, der im Herkunftsland ausgebeutet wird. Unterbezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen sowie Entmachtung und Vertreibung der ansässigen Bevölkerung stehen an der Tagesordnung.
  • Rosen aus Europa sind besser als jene aus Afrika. Stimmt das? Ganz so einfach ist das nicht. Stammen die Blumen aus regionalem Anbau, fällt zwar der CO2-Ausstoß der Flugreise weg, allerdings benötigen Blumen in Europa fast ganzjährig beheizbare Gewächshäuser, damit sie optimal gedeihen können. In Kenia hingegen, einem der größten afrikanischen Anbaugebiete, herrschen beste Bedingungen, das warme Klima lässt vor allem Rosen sprießen. Auf der anderen Seite ist in Afrika der Wasserspiegel niedrig, weshalb die Plantagen mit der Bevölkerung um das lebensnotwendige Gut konkurrieren. Zudem stammt ein Großteil der Blumen aus Massenproduktionen und Monokulturen.
  • Schnittblumen gelten als Pestizidschleuder. Ist das wahr? Stammen die Blumen aus prekären Verhältnissen, liegt auch der Einsatz von Pestiziden nahe. Die Chemiekeulen belasten die Umwelt vor Ort, die Gesundheit der Arbeiter sowie jene des Konsumenten. Von Global 2000 durchgeführte Tests wiesen vor allem bei Rosen eine hohe Pestizidbelastung auf; die Stoffe gelten als krebserregend, erbgutverändernd oder hormonell wirksam.

Blumentopf als Deko

Fazit: Schnittblumen sind ökologisch nicht unbedingt besser, nur weil sie aus regionalem Anbau stammen. Wachsen sie in einem Gewächshaus, das durch das Beheizen viel Energie verbraucht, ist die Ökobilanz bei importierten Blumen aus klimatisch günstigen Verhältnissen sogar vertretbar vorausgesetzt, die Blumen aus fremden Ländern stammen aus fairem, pestizidfreiem Anbau. Am besten ist die regionale und saisonale Blume, die nicht im beheizbaren Gewächshaus groß geworden ist.

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5 Tipps für den Blumenkauf

Weil es am Konsumenten liegt, den Markt zu verändern, haben wir hier ein paar Tipps, die Sie beim nächsten Blumenkauf beachten sollten:

  • Fragen Sie im Blumengeschäft nach Bio-Blumen und nach deren Herkunft. Verzichten Sie bei unklaren oder bedenklichen Bedingungen auf den Kauf.
  • Kaufen Sie nicht billig, dafür aber Qualität.
  • Achten Sie beim Kauf von Schnittblumen aus dem Supermarkt unbedingt auf das Fairtrade-Siegel. Fairtrade achtet auf Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sowie strenge Umweltkriterien.
  • Kaufen Sie mehr Topfpflanzen, da diese für gewöhnlich länger haltbar sind.
  • Suchen Sie Selbsternte-Blumenfelder zum Selberschneiden auf.

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