Ernährung

Sind vegane Milchalternativen ungesund & umweltschädlich?

Trinken Sie gerne vegane Milchalternativen, um die Umwelt zu schonen? Dann sollten Sie Ihre Wahl nochmal bedenken, denn nicht alle Alternativen werden nachhaltig produziert.

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Sind vegane Milchalternativen wirklich gesund?
happy_lark / iStock

Immer mehr Menschen verzichten auf Fleisch und Milchprodukte, um der Massentierhaltung entgegenzuwirken und die Umwelt zu schonen. Dabei kommen häufig Milchalternativen wie Reis-, Hafer- oder Mandelmilch zum Einsatz. Doch wer sich bisher absolut sicher war, dass diese Alternativen nachhaltig sind, täuscht sich.

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Milch als irreführender Begriff

95 Prozent der konsumierten Kuhmilch kommt aus der Massentierhaltung und enthält das Wachstumshormon IGF1, welches sogar den Zellwachstum von vorhandenen Tumoren beschleunigen soll. Da sich die vegane Lebensweise und auch Nahrungsmittelallergien vermehrt durchsetzen, greifen immer viele Menschen auf pflanzliche Ersatzprodukte zurück.

Dennoch ist der Begriff "Milch" für die veganen Alternativen nicht ganz korrekt und kann für die Konsumenten sehr irreführend sein. Deshalb werden die veganen Produkteoffiziell nur als "Drink" bezeichnet. Je nachdem für welche Sorte Sie sich entscheiden, werden dem Drink gemahlene Mandeln, Reis-, Haferkörner oder Sojabohnen beigemengt, um die Konsistenz der Kuhmilch zu imitieren.

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Weniger Kalzium, aber auch Fett

Im Vergleich zur Kuhmilch weisen Pflanzendrinks weniger Fett und Zucker auf, aber auch weniger Kalzium sowie Protein . Deshalb wird Kalzium im Nachhinein dem pflanzlichen Produkt beigemengt, doch in Punkto Proteingehalt sticht die Sojamilch klar heraus. Diese Milchalternative liefert mehr Eiweiß als herkömmliche Kuhmilch. Dennoch sollten Sie bei jedem Kauf darauf achten, dass kein Zusatzstoff wie Zucker in dem Produkt enthalten ist. Der einzige Nachteil der Pflanzenprodukte ist, dass sie einen sehr starken Eigengeschmack haben. So schmecken Soja-, Hafer- und Dinkeldrinks sehr getreidig, Kokos– und Mandelmilch eher nussig und der Reisdrink hat eine süßliche Note.

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Gesund oder überbewertet?

Im Februar untersuchte das Verbrauchermagazin Öko-Test 18 vegane Milchalternativen. Davon die drei Sorten Hafer-, Soja- und Mandelmilch. Im Endergebnis wird klar deutlich, dass Haferdrinks besonders gut abschneiden. Doch Soja- und Mandelmilch stehen hier in der Kritik, denn diese zwei Alternativen sind alles andere als umweltfreundlich.

  • Besonders beim Anbau von Soja wird vor allem der Regenwald beschädigt. Durch den Einsatz von Pestiziden werden viele Monokulturen gentechnisch verändert.
  • Das angewendete Soja für die Sojadrinks ist jedoch etwas nachhaltiger. Einige Marken achten darauf, dass dieses in Europa oder Kanada angebaut und mit so wenig wie möglich Pestiziden behandelt wurde.

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Mandelmilch als Problem

Für Menschen,die gerne Mandelmilch konsumieren, gibt es schlechte Nachrichten. 80 Prozent der verarbeiteten Mandeln kommen aus dem Anbau in Kalifornien. Hier werden riesige Flächen in Monokulturen angebaut, wobei die Mandelbäume eine Menge Wasser brauchen. Für den Anbau von ein Kilogramm Mandeln in Kalifornien werden mehr als 10.000 Liter Wasser benötigt. Zwar haben kalifornische Forscher herausgefunden, dass Mandelmilch im Vergleich zu Kuhmilch ein Zehntel weniger Treibhausgase freisetzt, dennoch wird 17 Mal mehr Wasser verbraucht. Für den europäischen Mandel-Anbau sind noch keine Daten bekannt.

  • Auch das Bienensterben hat der Mandelanbau zum Teil zu Verantworten. Jährlich werden 1,6 Millionen Bienenstöcke quer durch die USA transportiert, da rund um die Plantagen zu wenig Bienen ansässig sind. Diese sollen in der kurzen Blütezeit im Februar die Mandelbäume bestäuben, das führt dazu, dass 60 Prozent aller US-Bienen bei den Mandelplantagen zu finden sind.
  • Zwar ist das Bienensterben bis heute nicht geklärt, doch Experten gehen davon aus, dass der hohe Pestizidanteil in der Landwirtschaft die Bienen schwächt. Durch die Bestäubung von Monokulturen erhalten die Tiere nicht alle benötigten Nährstoffe und werden dadurch krank. Mittlerweile verdienen Imker mehr durch den Transport von Bienen, als durch den Verkauf von Honig.

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Hafermilch als Nachhaltigkeitschampion

Wer auf seine Umwelt achten möchte, sollte auf Hafermilch zurückgreifen. Für die Produktion müssen weder Regenwälder gerodet werden, noch Unmengen an Wasser vorhanden sein. Das Verbrauchermagazin Öko-Test weist darauf hin, dass bei Haferdrinks auch keine bedenklichen Schwermetalle, Glyphosat oder ein Anbau mit Gentechnik vorhanden sind. Bio-Haferdrinks sind laut den Experten am besten.

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